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Montag, 13. Juli 2020
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    Über 900 Schüler haben an Präventionsaktion gegen Essstörungen teilgenommen

    ROTTWEIL – 37 Klassen aus dem Landkreis beteiligten sich an der Präventionsaktion Püppchen der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg und des Gesundheitsamts Rottweil. „Mit dem Theaterstück und den nachbereitenden Gesprächen im Klassenverband haben wir uns gezielt an die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen fünf bis sieben gewandt“, erklärt Claudia Stahl, Mitarbeiterin der Präventionsabteilung im Gesundheitsamt des Landkreises Rottweil. „Dass wir damit deutlich über 900 Schülerinnen und Schüler im Landkreis erreicht haben, ist ein toller Erfolg für unsere gemeinsame Präventionsarbeit.“

    Auch für Ingo Marot, Leiter der Gesundheitsförderung bei der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg, ist es wichtig, tätig zu werden, bevor sich Erkrankungen wie Magersucht oder Bulimie überhaupt erst entwickeln: „Ab einem Alter von 15 Jahren nimmt im Landkreis die Diagnose Essstörung stark zu. Bei 20- bis 24-Jährigen ist dann der Anteil der Betroffenen bereits am höchsten unter allen Altersgruppen.“ Laut einer aktuellen AOK-Auswertung waren im Jahr 2017 im Landkreis 241 Versicherte wegen einer Essstörung in ärztlicher Behandlung, davon 60 Personen wegen Anorexie, also Magersucht. Hochgerechnet auf die Gesamtbevölkerung waren das nach AOK-Angaben rund 420 beziehungsweise über 100 Betroffene im Landkreis Rottweil. „Bei der aktuellen Auswertung für 2017 gab es einen besonders steilen Anstieg der Essstörungen von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr“, so Ingo Marot. In den Jahren zuvor lag der Anstieg im Durchschnitt bei drei Prozent jährlich.

    Umso dringlicher war für die Kooperationspartner, in die Präventionsarbeit einzusteigen. Die beiden Erfinderinnen und Schauspielerinnen des Präventionsstücks „Püppchen“ von SakramO 3D sind bei ihren Auftritten an den Schulen im Landkreis auch auf Themen wie Selbstwertgefühl und soziale Einbindung eingegangen. Monika Wieder vom Theaterensemble SakramO 3D: „Nach unserer Aufführung haben die Schülerinnen und Schüler ganz oft darüber diskutiert, wie man miteinander umgeht. Manche Kommentare im Klassenalltag oder außerhalb der Schule können einem weh tun und den Selbstwert untergraben.“ Das könne sich negativ auf das eigene Verhalten auswirken, sei es beim Thema Ernährung, aber auch in anderen Bereichen. „Außerdem ging es oft darum, wie man richtig mit den Leistungsanforderungen in der Schule, aber auch mit den Erwartungen der Eltern umgeht. Wir haben in den Gruppendiskussionen erarbeitet, wie man selbst aktiv darauf reagieren kann.“ Besonders hilfreich sei gewesen, dass die Aktion stets von den jeweiligen Schulsozialarbeitern begleitet gewesen sei.

    Das ist auch an der Maximilian-Kolbe-Schule in Rottweil der Fall gewesen. „An unserer Schule gab es insgesamt drei Aufführungen von Püppchen vor den jeweiligen Klassenstufen und eine weitere am Elternabend“, sagt Schulleiterin Ute Brenner. „Die Diskussionen mit Schülern wie Eltern über ein gesundes Körperbild beim Erwachsenwerden und über ein natürliches Selbstbewusstsein waren sehr intensiv und haben unser Miteinander gestärkt.“

    Die AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg plant nun, die Aktion auf die weitere Region auszuweiten.

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