Das Vereinsheim der Villingendorfer Baseballspieler ist Geschichte. Das in Eigenleistung erstellte und jüngst erst erweiterte Gebäude der “Cavemen” ist am Morgen ein Raub der Flammen geworden. Die Ursache ist unklar, die Höhe des Sachschadens steht noch nicht fest. Die Rettungskräfte von Feuerwehr und Rotem Kreuz sowie die Polizei sind im Großeinsatz. Es laufen inzwischen die Nachlöscharbeiten. Die Kriminalpolizei wird die Ermittlungen übernehmen, hieß es gegenüber der NRWZ bereits aus dem Polizeipräsidium Tuttlingen (siehe auch unseren aktuellen Beitrag).

Kurz nach sechs Uhr kam die Alarmmeldung: Gebäudebrand am Ortsausgang von Villingendorf in Richtung Herrenzimmern. Es handelte sich um das Vereinsheim der Baseballspieler der Gemeinde. Es stand, als die ersten Feuerwehrleute eintrafen, im Vollbrand und war nicht mehr zu retten. Die Feuerwehren aus Villingendorf und Rottweil rückten mit einem Großaufgebot an. Rottweil unterstützt solche Einsätze immer mit der Hubarbeitsbühne, einem Löschfahrzeug und weiteren, etwa dem Einsatzleitfahrzeug der Führungsgruppe.

Hinweis: Bei einem etwa von einem Lokalradiosender vermeldeten Brand in Bösingen-Herrenzimmern, bei einer dortigen Reitanlage, handelt es sich um dieses Feuer im Vereinsheim der Cavemen. Die Reitanlage liegt nur wenige hundert Meter weit weg. Die Polizei Tuttlingen hatte am Morgen eine unrichtige Meldung zum Brandort versendet – die allerdings auch nur für den Presse-internen Gebrauch gedacht gewesen ist und nur an Journalisten ging . Die NRWZ hat dies überprüft: Es gab keinen zweiten Brand.

Der offizielle Erstbericht der Feuerwehr

“Die Feuerwehren Villingendorf und Rottweil sind um 6.04 Uhr zu einem Gebäudebrand zwischen Villingendorf und Herrenzimmern alarmiert worden”, sagt Kreis-Feuerwehrsprecher Suhr. “Beim Eintreffen der Feuerwehr stand der Gebäudekomplex, ein Vereinsheim, im Vollbrand. Mit einem massiven Löscheinsatz konnte das Feuer bekämpft werden.” Aktuell liefen Nachlöscharbeiten. Die Feuerwehr war mit 42 Kräften und zehn Fahrzeugen unter der Leitung von Villingendorfs Kommandant Robert Flaig im Einsatz. Auch Kreisbrandmeister Mario Rumpf war vor Ort und machte sich ein Bild der Lage. Der Rettungsdienst war mit einem Rettungswagen und dem organisatorischen Leiter Rettungsdienst ausgerückt. Sie wurden von der DRK-Bereitschaft Villingendorf und Kreisbereitschaftsleiter Michael Häring unterstützt.

Erschütterte Beobachter

Villingendorfs Bürgermeister Karl-Heinz Bucher und der Vorsitzende des Baseballvereins, Claus-Jochen Dreier, machten sich ein Bild vom Desaster vor Ort. Schockiert, ihr Gesichtsausdruck. Binnen wenigen Minuten wurde heute Morgen ein in vielen Jahren ehrenamtlicher Arbeit aufgebautes Vereinsheim von 150 Baseballspielern und Vereinsmitgliedern Geschichte. Weitere Baseballer kamen an der Unglücksstelle an. Betroffene Gesichter. “Ich bin Gründungsmitglied”, sagt einer, und schweigt dann. Sonst spielen sie gegen Vereine namens “Raubritter” und “Kangaroos”, verlieren gegen die einen, gewinnen gegen die anderen. Typisches Vereinsleben. Bis zu diesem Novembermorgen bei minus zwei Grad.

Erschütterte Beobachter: Vereinsmitglieder, neben anderen etwa der Vorsitzende Claus-Jochen Dreier, Bürgermeister Karl-Heinz Bucher und Kreisbrandmeister Mario Rumpf. Fotos: Peter Arnegger

Brandursache unklar

Unklar ist die Brandursache. Von mehreren Umstehenden – etwa von Kreisbrandmeister Mario Rumpf, von Kreis-Feuerwehrsprecher Manuel Suhr und vom Cavemen-Vorsitzenden – erfährt die NRWZ, dass am mutmaßlichen Brandherd eigentlich nichts gefährliches gewesen sei. Kein elektrisches Gerät, keine Küche. “Da haben wir unsere Biergarnituren gelagert”, sagt Caveman Dreier. Er ist fassungslos.

Das Gerücht von Brandstiftung kommt auf. Oder Fahrlässigkeit bei einer nächtlichen Party. Kreisbrandmeister Rumpf verweist auf eine leere Wodkaflasche, die im Gras neben dem lichterloh brennenden Gebäude liegt. Er witzelt, dass dieses Zeug “brandgefährlich” sei. Und witzelt im Endeffekt eigentlich nicht. Die Brandursache werden nun Sachverständige der Kriminalpolizei klären, sobald die Feuerwehr den Brandort frei geben kann. Dort herrscht akute Einstzurzgefahr.

Vereinte Kräfte

Die Feuerwehr, mit vereinten Kräften aus Villingendorf und Rottweil am Einsatzort, hatte alle Hände voll zu tun. Der Angriff gegen das Feuer erfolgte von mehreren Seiten aus, teils auch von innen, unter Atemschutz. Ein Villingendorfer Feuerwehrmann wurde dabei verletzt, er kam mit Verdacht auf Rauchvergiftung ins Krankenhaus.

Von mehreren Stellen aus ist die Wasserversorgung aufgebaut worden. Die eingesetzte Hubarbeitsbühne aus Rottweil, die den Angriff auf das Feuer von oben startete, braucht enorme Mengen Wasser und einen hohen Leitungsdruck, erklärte Feuerwehr-Sprecher Suhr der NRWZ. Deshalb waren mehrere Fahrzeuge in die Wasserversorgung eingebunden. Ein Tanklöschfahrzeug der Rottweiler Feuerwehr pendelte zudem zwischen Wasserstelle und Einsatzort.

Einsturzgefährdet: Das gerade erst aufgebaute Vereinsheim der Cavemen Villingendorf ist nur noch ein qualmendes Gerippe. Foto: privat

Die Villingendorfer Baseballer hatten gerade erst ihr Vereinsheim erweitert. Eine Halle für Trockenübungen in der kalten Jahreszeit kam hinzu. Diese gibt es nun nicht mehr.