Michael Lehrer wird Bürgermeister von Aichhalden

Zweiter Wahlgang in Aichhalden

AICHHALDEN  (him) – Mit 61,5 Pro­zent der Stim­men ist Micha­el Leh­rer am Sonn­tag zum künf­ti­gen Bür­ger­meis­ter von Aich­hal­den gewählt wor­den. Auf den zwei­ten Platz kam Bewer­be­rin Hei­ke Fuchs mit 19,8 Pro­zent der Stim­men. Die Wahl­be­tei­li­gung lag bei 65,2 Pro­zent und damit nied­ri­ger als beim ers­ten Wahl­gang.

Kan­di­dat Micha­el Leh­rer ist als kla­rer Favo­rit ins Ren­nen gegan­gen und hat sei­nen Vor­sprung ins Ziel geret­tet. Mit gut 47 Pro­zent hat­te er im ers­ten Wahl­gang zwar am bes­ten abge­schnit­ten, aber es fehl­ten ihm 75 Stim­men zur abso­lu­ten Mehr­heit.

Zwei­te wur­de wie­der Hei­ke Fuchs. Sie leg­te von 17 auf 19,8 Pro­zent der Stim­men vom ers­ten auf den zwei­ten Wahl­gang ein wenig zu.

Der künf­ti­ge Bür­ger­meis­ter Micha­el Leh­rer ist 45 Jah­re alt, ver­hei­ra­tet, hat drei Kin­der und wohnt in Aich­hal­dens ein­zi­gem Orts­teil Röten­berg. Er ist Diplom-Ver­wal­tungs­wirt (FH) mit Zusatz­aus­bil­dung Kran­ken­haus­ma­nage­ment. Seit 2002 ist Leh­rer bei der Stadt Sulz a. N. beschäf­tigt; ab 2010 als Stadt­käm­me­rer und Lei­ter der Finanz­ver­wal­tung. Seit 1999 ist er Mit­glied im Gemein­de­rat Aich­hal­den.

Gera­de in Röten­berg schlug Leh­rer Zustim­mung ent­ge­gen: Der Teil­ort wähl­te ihn mit mehr als 80 Pro­zent der Stim­men. In Aich­hal­den selbst kam er auf rund 50 Pro­zent.

Die übri­gen Ergeb­nis­se: Jür­gen Moos­mann errang im zwei­ten Wahl­gang 14,7 Pro­zent, Manu­el Depfen­hart 2,9.

Die gut 3400 Wahl­be­rech­tig­ten in Aich­hal­den und Röten­berg konn­ten am Sonn­tag ent­schei­den, wer in den kom­men­den acht Jah­ren an der Rat­haus­spit­ze ste­hen soll. Beim Wahl­gang vor zwei Wochen hat­te kei­ner der acht Kan­di­da­tin­nen und Kan­di­da­ten die abso­lu­te Mehr­heit erreicht. Die Wahl­be­tei­li­gung im zwei­ten Wahl­gang lag mit 65,2 Pro­zent etwas nied­ri­ger als im ers­ten Wahl­gang.

Große Wahlparty

Schon früh war abzu­se­hen, dass die Wahl für Leh­rer aus­ge­hen wird. Die Häuf­chen mit Stimm­zet­teln für ihn wuch­sen deut­lich schnel­ler als die sei­ner Mit­be­wer­ber.  Kurz nach 19 Uhr gab Bür­ger­meis­ter Ekhard Sekin­ger in der Wahl­aus­schuss­sit­zung das Ergeb­nis bekannt. Lag Leh­rer in Aich­hal­den zwar in Füh­rung, aber unter 50 Pro­zent, so änder­te sich dies bei den Brief­wäh­lern und ins­be­son­de­re in Röten­berg, wo er mit 588 Stim­men sei­ne Mit­be­wer­ber, die zusam­men 131 Stim­men erziel­ten, weit hin­ter sich ließ.

Noch im Sit­zungs­aal kamen die bei­den Mit­be­wer­ber Fuchs und Moos­mann auf die Fami­lie Leh­rer zu und gra­tu­lier­ten zum Wahl­er­folg. Manu­el Depfen­hart hat­te sich wegen eines Todes­falls in der Fami­lie  ent­schul­digt. Am Sonn­tag­mit­tag war sein Onkel ver­stor­ben.

Beim Wahl­fest in der Fest­an­la­ge gra­tu­lier­ten zahl­rei­che Bür­ge­rin­nen und Bür­ger ihrem neu­en Bür­ger­meis­ter. Auch die Kol­le­gen aus dem Umland waren gekom­men. Eben­falls in der Hal­le waren Alt­bür­ger­meis­ter Rein­hold Küh­ner mit sei­ner Ehe­frau.

Sekin­ger nann­te die Wahl­be­tei­li­gung von gut 65 Pro­zent „ein respek­ta­bles Ergeb­nis” – gera­de auch im Ver­gleich zu den 22,8 Pro­zent von Rott­weil oder den 38 Pro­zent in Pforz­heim. Sekin­ger dank­te allen Kan­di­da­tin­nen und Kan­di­da­ten für den fai­ren Wahl­kampf. Er zitier­te die NRWZ, die nach dem ers­ten Wahl­gang von einem „Sieg der Demo­kra­tie und für Aich­hal­den” geschrie­ben habe. Das kön­ne man „auch jetzt nicht tref­fen­der for­mu­lie­ren”.

Sekin­ger wünsch­te Mir­jam Leh­rer alles Gute. Es wer­de auch für sie sich eini­ges ändern, denn: „Ent­täu­schun­gen wer­den kom­men.” Etwa wenn sie auf der Stra­ße für Ent­schei­dun­gen ihres Man­nes ange­grif­fen wer­de.  Als Trost mein­te er augen­zwin­kernd: „Künf­tig wird ein biss­le mehr in der Haus­halts­kas­se sein…” Die offi­zi­el­le Amts­ein­set­zung wer­de am Sonn­tag 2. Juli im Rah­men einer Son­der­sit­zung des Gemein­de­rats statt­fin­den.

Leh­rer ver­si­cher­te – nach Ständ­chen der Musik- und Gesang­ver­ei­ne – , er sei froh über das Wahl­er­geb­nis, das ihn tra­gen wer­de, so wie er es vor zwei Wochen sich gewünscht habe. „Das Ergeb­nis zeigt, dass Sie mich als Bür­ger­meis­ter wol­len.” In Sulz wer­de er nun sei­nen Schreib­tisch auf­räu­men und Pro­jek­te abschlie­ßen.

Ab dem 2. Juli wer­de er in Aich­hal­den im Rat­haus, das ver­su­chen umzu­set­zen, was ich mir vor­ge­nom­men habe”, kün­dig­te er an. Die Bür­ger­schaft bat er, ihm „alles offen ins Gesicht zu sagen. Das hal­te ich aus.” Unter dem gro­ßen Bei­fall der etwa 350 Gäs­te ver­si­cher­te Lehrer:„Ich habe mich sel­ten so gefreut die gesam­te Zeche zu bezah­len.”