Villingendorf: Tierquäler schießt auf Taube – Belohnung ausgesetzt

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Tierquäler gesucht: Einem Medienbericht zufolge schoss ein Unbekannter am vergangenen Dienstag auf eine Taube in Villingendorf. Einer Anwohnerin, der die flugunfähige Taube in ihrem Garten aufgefallen war, übergab das Tier in die Obhut einer örtlichen Tierschützerin. Noch ist unklar, ob das Tier den Vorfall überleben wird. In dem Ort wurden zudem Fälle gemeldet, bei denen mit einem Luftgewehr auf Katzen geschossen worden sei. Die Polizei Rottweil ermittelt und bittet unter 0741-4770 um sachdienliche Hinweise zu der Tat.

PETA setzt Belohnung aus

Um den Fall aufzuklären, setzt PETA nun eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro für Hinweise, die den Täter überführen, aus. Zeugen werden gebeten, sich bei der Polizei oder telefonisch unter 0711-8605910 oder per E-Mail bei der Tierrechtsorganisation zu melden – auch anonym.

„Der Unbekannte, der die Taube angeschossen hat, muss gefunden werden, bevor noch weitere Tiere oder Menschen verletzt werden“, so Jana Hoger, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei PETA. „Mit unserer Belohnungsauslobung wollen wir die Suche nach dem Täter unterstützen und Menschen für Übergriffe auf Tiere sensibilisieren. Funde von weiteren erschossenen Tauben sollten unbedingt bei der Polizei angezeigt werden. Wer Tiere zum Spaß quält, schreckt möglicherweise auch nicht vor Gewalttaten an Menschen zurück.“

Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat nach Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes, und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.

Sogenannte Stadttauben sind häufig die Nachfahren von Zuchttauben oder „Brieftauben“, die für Wettflüge benutzt werden. PETA fordert daher, das Taubenmanagement der Stadtverwaltungen neben der Errichtung betreuter Taubenschläge unbedingt auf ein Verbot von Wettflügen zu erweitern. Die artgerechte Nahrung der Vögel besteht nicht aus Essensresten, sondern aus Körnern. Etwa 40 Gramm Nahrung am Tag benötigt eine ausgewachsene Taube zum Überleben. In unseren Innenstädten finden die Vögel nicht einmal einen Bruchteil der benötigten Menge, also essen sie hungrig alles, was als Abfall auf den Straßen landet. Viele Stunden sind die Tiere täglich zu Fuß unterwegs, um etwas Nahrung zu finden. Dabei verfangen sie sich mit den Füßen in Schnüren, Fäden oder Plastikteilen und verschnüren sich dort, bis die Zehen abgestorben sind. Auch werden Tauben häufig Opfer von Giftköder-Anschlägen oder verletzen sich an Taubenabschreckungsvorrichtungen wie Spikes, Dornen, Klebepasten, Glasscherben, Stromdrähten, Netzen oder Spanndrähten. Zusätzlich verätzt im Winter das ausgebrachte Streusalz schon bei kleinsten Entzündungen die empfindlichen Füße wie Salzsäure. Meist kämpfen sich die Tiere durch ein viel zu kurzes Leben, das von Angst, Hunger und Schmerzen geprägt ist. Tauben überleben in unseren Städten unter diesen Lebensbedingungen selten länger als zwei Jahre, obwohl sie eine natürliche Lebenserwartung von zwölf bis 15 Jahren hätten.

Zusammenhang zwischen Gewalttaten an Menschen und Tieren

Psychologen, Gesetzgeber und Gerichte sind sich mittlerweile einig, dass Vergehen an Tieren vermehrt Aufmerksamkeit verlangen. Aggressionsforscher Dr. Christoph Paulus von der Universität des Saarlandes dazu: „Geschätzte 80 bis 90 Prozent aller extremen Gewalttäter haben vorher bereits Tiere gequält.“ [1] Über den Zusammenhang von Tierquälerei und Gewalttaten klärt PETA in der Broschüre „Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei“ auf. Diese dient als Informationsquelle für Staatsanwälte, Richter, Polizeibeamte und Sozialarbeiter.

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