Von links: Christof Groß Vorstandssprecher, Joachim Hengstler (AR), Gudrun Müller (AR), Michael Kiener (neuer AR), Werner Rauser (AR-Vorsitzender, nicht wieder kandidiert), Arndt Emminger (AR), René Heinrich (Genossenschaftsverband), Marc Käufer (AR), Steffen Schlenker (Vorstand). Foto: Preuss

DEISSLINGEN – Die Volks­bank Deiss­lin­gen hat wäh­rend der Gene­ral­ver­samm­lung am Frei­tag ein erfolg­rei­ches Geschäfts­jahr bilan­ziert. Die Mit­glie­der pro­fi­tie­ren mit einer Divi­den­de in Höhe von vier Pro­zent. Vor­stands­spre­cher Chris­toph Groß bekräf­tig­te, „dass die Volks­bank Deiss­lin­gen opti­mis­tisch in eine eigen­stän­di­ge Zukunft blickt.“

Der Wachs­tums­kurs wur­de im Geschäfts­jahr 2016 fort­ge­setzt. Das betreu­te Kun­den­vo­lu­men stieg um 3,0 Pro­zent auf 486 Mil­lio­nen Euro, das Ergeb­nis der gewöhn­li­chen Geschäfts­tä­tig­keit nahm um 6,9 Pro­zent auf 2,26 Mil­lio­nen Euro zu. Schlüs­sel für den Erfolg sind für Groß die gut aus­ge­bil­de­ten und moti­vier­ten Mit­ar­bei­ter. Hohe Ser­vice­qua­li­tät, Kom­pe­tenz vor Ort, kur­ze Wege, schnel­le Ent­schei­dun­gen, ins­be­son­de­re die Fair­ness als genos­sen­schaft­li­cher Part­ner der Kun­den – die­ses Geschäfts­mo­dell wer­de bei­be­hal­ten. „Wenn die Gro­ßen immer grö­ßer wer­den, wer­den auch die Nischen dazwi­schen immer grö­ßer“ sieht er Poten­zi­al und die Bank her­vor­ra­gend für die Zukunft auf­ge­stellt.

Vor­stands­mit­glied Stef­fen Schlen­ker unter­strich den Vor-Ort-Aspekt mit Zah­len zur loka­len Wert­schöp­fung. Dem­nach beträgt die Sum­me der Löh­ne und Gehäl­ter der Volks­bank Deiss­lin­gen 2,2 Mil­lio­nen Euro, 116.000 Euro flie­ßen als Divi­den­de an die Mit­glie­der, und schließ­lich hat die Bank 257.000 Euro Gewer­be­steu­er an die Gemein­den Deiß­lin­gen und Bösin­gen ent­rich­tet. Hin­zu kom­men mehr als 26.000 Euro an Spen­den an loka­le Ein­rich­tun­gen.

Als Wachs­tums­trei­ber ent­wi­ckel­te sich zuneh­mend das Immo­bi­li­en­ge­schäft. „Wir haben hier per­so­nell auf­ge­stockt und wer­den dies wei­ter tun“ kün­dig­ten die Vor­stän­de an. Ziel ist es, für jeden Lebens­ab­schnitt des Kun­den die opti­ma­le Immo­bi­li­en-Dienst­leis­tung zu erbrin­gen – von der Bera­tung beim Anspa­ren von Kapi­tal für den Kauf einer ers­ten Immo­bi­lie, über die Sanie­rung, den behin­der­ten­ge­rech­ten Aus­bau bis hin zu Fra­gen der rich­ti­gen Ver­er­bung.

Über­haupt soll der Weg, das klas­si­sche Bank­ge­schäft mit unter­neh­me­ri­schem Han­deln zu ergän­zen, wei­ter gezielt ver­folgt wer­den. Als eigen­stän­di­ge Bank vor Ort Kun­den und Genos­sen über das Tages­ge­schäft hin­aus spür­ba­ren Mehr­wert zu ver­schaf­fen, dies sei die Stra­te­gie der Volks­bank Deiss­lin­gen, sag­te Groß. Ein Bei­spiel stellt das Ange­bot in der Ver­mö­gens­ver­wal­tung dar.

Einer­seits ist man von der genos­sen­schaft­li­chen Uni­on Invest­ment-Grup­pe im drit­ten Jahr in Fol­ge, mit dem Prix-de-Fonds für her­vor­ra­gen­de Bera­tungs­leis­tung aus­ge­zeich­net wor­den – gleich­zei­tig bie­tet die Bank durch die enge Zusam­men­ar­beit mit einem renom­mier­ten ban­ken­un­ab­hän­gi­gen Ver­mö­gens­ver­wal­ter zusätz­li­che Mög­lich­kei­ten für Kun­den auch außer­halb des genos­sen­schaft­li­chen Invest­ment-Kos­mos.

Wer­ner Rau­ser ver­lässt den Auf­sichts­rat

Nach 29 Jah­ren im Auf­sichts­rat, seit 2001 als des­sen Vor­sit­zen­der, kan­di­dier­te Wer­ner Rau­ser nicht mehr für die­ses Amt, da er sei­nen Lebens­mit­tel­punkt ins All­gäu ver­le­gen wird: „Der Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­de einer regio­na­len Bank muss aber in der Regi­on jeder­zeit für Vor­stand, Mit­ar­bei­ter, Mit­glie­der und Kun­den ansprech­bar sein“ begrün­de­te er sei­ne Ent­schei­dung.“ In sei­ner Abschieds­re­de bekräf­tig­te Rau­ser, dass er nach wie vor unein­ge­schränkt der Mei­nung ist, dass die Eigen­stän­dig­keit der Bank die bes­te Ver­sor­gung der Mit­glie­der und Kun­den mit Finanz­dienst­leis­tun­gen ermög­licht, „und des­halb ist es rich­tig, eigen­stän­dig zu blei­ben“ sag­te er ange­sichts der 3195 Mit­glie­der der Volks­bank (+92 gegen­über Vor­jahr) .

Das außer­ge­wöhn­li­che ehren­amt­li­che Enga­ge­ment Rau­sers wür­dig­te der Genos­sen­schafts­ver­band mit der Ver­lei­hung der Gol­de­nen Ehren­ur­kun­de. René Hein­rich beton­te in sei­ner Lau­da­ti­on unter Rück­griff auf den Wer­be­c­laim der Genos­sen­schaft: „Jeder hat etwas, das ihn antreibt. Wer­ner Rau­sers Antrieb war es immer, das Bes­te für Bank, Mit­glie­der und Kun­den zu errei­chen.“ Für die Bank dank­te Joa­chim Hengst­ler, stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der des Auf­sichts­ra­tes: „Du hast bei vie­len wich­ti­gen Ent­schei­dun­gen posi­tiv mit­ge­wirkt und gro­ßen Anteil an der erfolg­rei­chen Ent­wick­lung unse­rer Volks­bank.“

Die Wah­len ver­lie­fen durch­weg ein­stim­mig. Gud­run Mül­ler, Arndt Emmin­ger und Marc Käu­fer wur­den für drei wei­te­re Jah­re im Amt bestä­tigt. Micha­el Kie­ner, Steu­er­be­ra­ter mit Kanz­lei in Rott­weil und Wohn­ort Bad Dür­rheim, rückt neu in das Gre­mi­um nach. Wäh­rend der ers­ten Zusam­men­kunft wählt der Auf­sichts­rat dann einen neu­en Vor­sit­zen­den aus sei­ner Mit­te.