Lesung von Rainer Strecker in der Stadtbücherei Rottweil. Foto: pm

ROTTWEIL – „Tat­ort“, „Alarm für Cobra 11“ und diver­se Seri­en­pro­duk­tio­nen: Rai­ner Stre­cker ken­nen die meis­ten Schü­ler aus dem Fern­se­hen. Ers­te Enga­ge­ments führ­ten ihn ab Mit­te der 1980er Jah­re zunächst auf die Thea­ter­büh­ne. Rasch kamen Film­auf­nah­men hin­zu, die Stre­cker bei einer brei­ten Öffent­lich­keit bekannt mach­ten. Heu­te arbei­tet er zusätz­lich als Hör­buch-Spre­cher und ver­tont Roma­ne von Cor­ne­lia Fun­ke und ande­ren bekann­ten Autoren. 66 Jugend­li­che von der GWRS Vil­lin­gen­dorf durf­ten die­ser pro­mi­nen­ten Grö­ße nun im rea­len Leben begeg­nen.

Stre­cker las aus­ge­such­te Pas­sa­gen aus Wer­ken vor, die durch sei­ne Stim­me einen beson­de­ren Reiz ent­fal­te­ten. Er „schlüpf­te“ regel­recht in die Cha­rak­te­re und Inhal­te hin­ein, von denen in den Büchern erzählt wird. Jeder Prot­ago­nist erhielt dabei eine eige­ne Stimm­far­be, Ges­tik und Mimik Stre­ckers grif­fen die emo­tio­na­len Befind­lich­kei­ten auf und die Laut­stär­ke der gespro­che­nen Wor­te nahm eine enor­me Spann­wei­te ein.

Stre­cker leb­te die Hand­lung vor, sodass die Zuhö­rer tief in die fik­ti­ven Roman­wel­ten abtau­chen konn­ten. Zom­bies, Gau­ner und ande­re undurch­sich­ti­ge Gesel­len waren bei­na­he mit Hän­den zu grei­fen. Die Schü­ler beob­ach­te­ten auf­merk­sam die Dar­bie­tung des Schau­spie­lers. Nicht­le­ser und Lite­ra­tur-Muf­fel? Viel­leicht fällt der Griff ins Buch­re­gal nach die­ser ein­drück­li­chen Erfah­rung zukünf­tig etwas leich­ter… .

Nach der Lesung sah man Stre­cker die Anstren­gung an. Wer beim Vor­tra­gen mit einer sol­chen Hin­ga­be agiert, kommt dabei sogar ansatz­wei­se ins Schwit­zen – für vie­le Schü­ler eine durch­aus über­ra­schen­de Erkennt­nis. Locker saß Stre­cker auf einem Tisch und beant­wor­te­te zahl­rei­che Fra­gen aus den Rei­hen sei­nes jun­gen Publi­kums.

Hier ging es um sei­nen Wer­de­gang, das Ein­spie­len von Hör­bü­chern, den Dreh­ar­bei­ten beim Film und vie­les mehr. Ein bekann­ter Schau­spie­ler, der ganz „nor­mal“ zu sein scheint. Gemein­sam wur­de unter Nut­zung einer ein­fa­chen Spra­che gelacht, getratscht und erzählt. Zum Schluss posier­te der sym­pa­thi­sche Künst­ler zusam­men mit Schü­lern für Sel­fies. Auto­gramm­jä­ger kamen eben­falls noch auf ihre Kos­ten.

Die Stadt­bü­che­rei Rott­weil hat­te die­se ein­drück­li­che Ver­an­stal­tung orga­ni­siert. Die stell­ver­tre­ten­de Lei­te­rin Dia­na Lan­ge zeig­te sich mit dem Ver­lauf des Vor­mit­tags sehr zufrie­den, da Stre­cker es geschafft habe, die Auf­merk­sam­keit der gro­ßen Schü­ler­zahl auf die Lesung zu len­ken. Auch in Zukunft sei­en ähn­li­che Ange­bo­te geplant. Die Jugend­li­chen der Klas­sen­stu­fen 9 und 10 beschäf­ti­gen sich ver­stärkt mit ver­schie­de­nen Text­for­men, um im Früh­ling für die Abschuss­prü­fun­gen gewapp­net zu sein.