Von Salzwüsten, Wassermassen und einem Erste-Klasse-Flug

5
Jo Hengstler und Jürgen Bögelspacher erzählten am Wochenende von ihrer Südamerika-Reise. Foto: Moni Marcel

DEISSLINGEN – Wenn die bei­den Deiß­lin­ger Glo­be­trot­ter Jür­gen „Beges” Bögelspa­cher und Jo Hengst­ler auf Rei­sen gehen, dann brin­gen sie nicht nur tol­le Bil­der, son­dern auch jede Men­ge beein­dru­cken­de Geschich­ten mit. Die­ses­mal ging es nach Süd­ame­ri­ka, und davon erzähl­ten sie am Wochen­en­de im Deiß­lin­ger Gemein­de­zen­trum bei zwei Audi­vi­si­ons­shows, und die zahl­rei­chen Besu­cher lie­ßen sich sehr ger­ne auf die Rei­se zwi­schen Salz­wüs­ten, rie­si­gen Was­ser­fäl­len und einem über­ra­schen­den Ers­te-Klas­se-Flug mit­neh­men.

Zuerst die Ata­ca­ma-Wüs­te, der tro­ckens­te Ort der Erde, „wenn Sie hier eine Tas­se hin­stel­len, wird sie in hun­dert Jah­ren nicht voll”, erzähl­te Jür­gen Bögelspa­cher. Aber an man­chen Stel­len gibt es Was­ser, im Tatio näm­lich, dem dritt­größ­ten Gey­sir­feld der Welt, das man aller­dings nur früh­mor­gens bewun­dern kann, denn wenn die Son­ne über die Ber­ge steigt, ist das hei­ße Spek­ta­kel auf der eisi­gen Hoch­flä­che vor­bei. Die bei­den wan­der­ten durch das Tal des Todes mit fas­zi­nie­ren­den Lehm-Struk­tu­ren, die einst Mee­res­bo­den waren – das ist aller­dings 23 Mil­lio­nen Jah­re her. Beein­dru­cken­de Natur, aber auch beängs­ti­gen­de Ein­grif­fe in sie sahen die bei­den: Minen, in denen Kup­fer, aber auch Metal­le für die Han­dy­her­stel­lung abge­baut wer­den und die dafür sor­gen, dass er ohne­hin schon heik­le Grund­was­ser­spie­gel noch wei­ter absinkt. Und zwi­schen Wüs­ten­land­schaf­ten Salz­se­en, in denen scheue Fla­min­gos ihr Fut­ter fin­den, blaue Blü­ten­mee­re, win­zi­ge Dör­fer, in denen Men­schen müh­sam ver­su­chen, auf Ter­ras­sen­fel­dern etwas Ess­ba­res anzu­bau­en, palm­be­deck­te Kir­chen, die schon vom Papst besucht wur­den.

Die nächs­te Sta­ti­on der bei­den war die Oster­in­sel mit ihren rät­sel­haf­ten Rie­sen­köp­fen und mehr als freund­li­chen Bewoh­nern, wo sie unter ande­rem ein Rug­by­spiel erleb­ten und eine Kir­che besich­tig­ten, die neben christ­li­chen auch mit den uralten Sym­bo­len des Vogel­mann-Kults geschmückt ist. Und als die bei­den von dort Rich­tung Fest­land zurück­flo­gen, lan­de­ten sie am fal­schen Schal­ter, Ers­te Klas­se hat­ten sie nicht gebucht, doch die net­te Mit­ar­bei­te­rin erklär­te ihnen, sie sei­en schon rich­tig hier – sie lie­be es, Leu­te zu über­ra­schen, und so flo­gen die Glo­be­trot­ter mit eige­nem Ste­wart und lecke­rer Spei­se­kar­te samt teu­ren Wei­nen.

Schließ­lich San­tia­go, die Haupt­stadt, dann der Süd­zip­fel des Kon­ti­nents, Feu­er­land. Der rie­si­ge More­no-Glet­scher, von dem stän­dig Stü­cke abbre­chen, und den die zwei Deiß­lin­ger auch bestei­gen durf­ten. „Wir waren die ein­zi­gen, die rich­tig ange­zo­gen waren”, erzähl­ten sie schmun­zelnd und zeig­ten Bil­der von Men­schen mit Turn­schu­hen und nack­ten Knö­cheln. „Uns­re Gui­des haben erzählt, man­che kämen auch mit Bal­le­ri­nas oder sogar High­heels!” Sie sahen die süd­lichs­te Stadt der Welt, sahen Pin­gui­ne, Gua­na­cos und sogar einen Puma, wan­der­ten um die drei „Tor­res”, die gefähr­lichs­ten Ber­ge der Welt und eine Her­aus­for­de­rung für Hoch­leis­tungs­klet­te­rer, sahen Leu­te auf der Stra­ße Tan­go tan­zen, begeg­ne­ten lus­ti­gen Men­schen, die sie eben­so spon­tan zum Bier ein­lu­den und kämpf­ten mit den stärks­ten Win­den der Welt.

Für Jür­gen Bögelspa­cher war es ein Wie­der­se­hen, er bereis­te die­se Gegend schon ein­mal, vor 30 Jah­ren, und mit ein­ge­blen­de­ten Bil­dern von damals wur­den die Ver­än­de­run­gen deut­lich. Und schließ­lich ging es wie­der nord­wärts, zu den Igua­zu-Was­ser­fäl­len, in den tro­pi­schen Regen­wald mit all sei­ner Pracht. Fas­zi­nie­ren­de Bil­der, Foto­graf Jür­gen Bögelspa­cher sorg­te wie jedes­mal für unglaub­li­che Ein­drü­cke, und Musi­ker Jo Hengst­ler für die pas­sen­de Unter­ma­lung, eine ein­drucks­vol­le Show.

Diesen Beitrag teilen …