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Rottweil
Sonntag, 23. Februar 2020

Vortrag zum Thema Nachhaltigkeit an der Nell-Breuning Schule

ROTTWEIL – Nicht nur reden, sondern machen. Viele Schüler engagieren sich für den Klimaschutz im Rahmen der fridays4future-Bewegung. Oft sind für sie Entscheidungen der Politik und/oder der Unternehmen nicht nachvollziehbar. Sie haben das Gefühl „Es tut sich nichts, oder zu wenig.“  Die Nell-Breuning Schule möchte ihnen daher die Möglichkeit geben, durch Begegnungen mit Menschen aus der Politik und Wirtschaft eine differenzierte Wahrnehmung auszubilden.

Die Schülerinnen und Schüler sollen einen Einblick erhalten, welche ökologischen, technischen und sozialen Maßnahmen Unternehmen bereits heute ergreifen, um zum Schutz von Umwelt und Natur beizutragen und wo ihre Grenzen sind.

Nachhaltigkeit und umweltschonendes Produzieren sind in aller Munde. Aber reden kann man viel. Ein Unternehmen, das in diesem Bereich deutschlandweit als Vorzeigeunternehmen gilt, ist der baden-württembergische Outdoorartikel-Hersteller VAUDE aus Tettnang.

Im Januar stellte Jan Lorch, Leiter der Bereiche Vertrieb, Logistik und Nachhaltigkeit bei VAUDE den 400 Schülerinnen und Schülern der Oberstufe der Nell-Breuning Schule das vielfach ausgezeichnete Nachhaltigkeitskonzept der Firma VAUDE vor.

Das Interesse für Nachhaltigkeit sei schon früh beim Gründer Albrecht von Dewitz vorhanden gewesen, so Lorch, aber erst seit den 2000er Jahren unter der Leitung von Antje von Dewitz habe man ein ganzheitliches Konzept von Nachhaltigkeit entwickelt. Dieses Konzept umfasst die Bereiche Mensch, Umwelt und Wirtschaft und wird auch regelmäßig von unabhängigen Organisationen wie z.B. „Fair Wear“ überprüft.

Das Familienunternehmen investiere nach Aussage von Lorch viel Arbeit und Geld in Entwicklungen, die z. B. das Abwassermanagement in Asien, vor allem in Vietnam und China, verbesserten. Plastik würde vermieden oder recycelt. Gleichzeitig forsche man an alternativen Werkstoffen und Chemikalien, sodass Stoffe wie das gesundheitsschädliche PFC komplett ersetzt werden können. Bei der Entwicklung von Produkten würde auf Qualität und Langlebigkeit gesetzt und es gibt einen Reparaturservice.

Aber auch gegen das Artensterben setzt sich VAUDE ein. Dazu arbeitet das Unternehmen mit NGOs (non-governmental organization) wie Greenpeace Deutschland oder WWF Deutschland zusammen. Dass dies nicht immer leicht sei, zeigte Lorch am Beispiel des Bürgerbegehrens „Rettet die Bienen“. Hier sei der Druck auf die Mitarbeiter irgendwann so groß geworden, dass man beschlossen hätte, offiziell als Befürworter zurückzutreten und lieber als Mediator im Hintergrund zu wirken.

Diese Verantwortung für die eigenen Mitarbeiter zeige sich auch darin, dass das Unternehmen Wert auf faire Arbeitsbedingungen weltweit setze. Das beinhalte Konzepte in Deutschland für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wie z.B. ein Kinderhaus für die Betreuung der Kinder der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Tettnang und der Einsatz für das Bleiberecht gut integrierter Flüchtlinge genauso wie faire Löhne und das Verbot von Zwangs- und Kinderarbeit in den Zulieferländern.

Diese Investitionen müssten sich aber auch wirtschaftlich rechnen. Darum kennzeichne VAUDE seine Produkte auch mit Labeln wie „Green Shape“ oder „Grüner Knopf“.

Beim Verbraucher würden das politische und gesellschaftliche Engagement gut ankommen, fasste Lorch schließlich zusammen. Auch die Schülerinnen und Schüler der NBS zeigten sich vom Engagement des Tettnanger Familienunternehmens begeistert und wünschten sich weitere, vergleichbare Veranstaltungen in der Zukunft.

 

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