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Dienstag, 10. Dezember 2019
Start Land­kreis Rott­weil Wenn aus Salat im Kopf tol­le Bil­der wer­den

Wenn aus Salat im Kopf tolle Bilder werden

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DEISSLINGEN – Manch­mal hat Nico­le Dum­ke Kopf­sa­lat. Was dabei her­aus­kommt, wenn die 39-jäh­­ri­ge Wahl-Dei­ß­­lin­ge­­rin  ihre Phan­ta­si­en und Träu­me auf Lein­wand bannt, war am Wochen­en­de im Deiß­lin­ger Gemein­de­zen­trum zu sehen: Bei ihrer Aus­stel­lung ”Kopf­salART”. Por­traits, Kari­ka­tu­ren, Illus­tra­tio­nen, meist in Pas­tell oder mit Blei­stift gezeich­net, dezent und beschei­den wie Nico­le Dum­ke selbst.

Doch hin­ter der Schüch­tern­heit der vier­fa­chen Mut­ter ver­birgt sich Talent, nicht nur zeich­ne­ri­sches: Auch Bauch­re­den hat sich Nico­le Dum­ke selbst bei­gebracht, und trom­meln kann sie zudem. Eine Kost­pro­be beka­men die Gäs­te der Aus­stel­lungs­er­öff­nung am Sams­tag­abend zu hören, als sie zusam­men mit And­re Süt­ter­lin und Karo­li­ne Schwarz­kopf zwei Stü­cke zum Bes­ten gab.

Kopf­sa­lat: Moni­ka Kus­ter­mann ver­such­te die Deu­tung, sie führ­te in die Aus­stel­lung ein und gab zu, anfangs vom Titel etwas über­rascht gewe­sen zu sein. Im Gespräch mit der Künst­le­rin ist sie ihm aber näher gekom­men: Wenn sich die Gedan­ken über­schla­gen, wie bei einem Salat, wo vie­le Zuta­ten durch­ein­an­der gemischt wer­den, ein regel­rech­tes Cha­os ent­steht. Und Nico­le Dum­ke dann gan­ze Näch­te durch­malt, so sehr von ihren Ide­en und der Umset­zung gefan­gen ist, dass sie nicht mehr auf die Uhr schaut, ”sie ver­liert sich in die­ser Welt.” Die Moti­ve? Holt sich die 39-Jäh­­ri­ge in Begeg­nun­gen: ”Mit Ihnen!”, so Moni­ka Kus­ter­mann, die Künst­ler­kol­le­gin.

Auch Man­fred Sorg von der Grup­pe Kunst und Kul­tur (Kukus) erklär­te in sei­ner Begrü­ßung, wie sich die gro­ßen und klei­nen, inein­an­der ver­schach­tel­ten Salat­blät­ter in Nico­le Dum­kes Hand in Bil­der ver­wan­deln. „Wir freu­en uns sehr, dass nach lan­ger Zeit wie­der ein­mal eine ein­hei­mi­sche Künst­le­rin ihr klei­nes, pri­va­tes Heim-Ate­­lier ver­lässt, um ihre Wer­ke der Öffent­lich­keit zu zei­gen.“ Nico­le Dum­ke woll­te schon immer malen und zeich­nen. „Und erstaun­li­cher­wei­se ging das auch – ohne Aus­bil­dung, auto­di­dak­tisch – auch als vier­fa­che Mut­ter. Bewun­derns­wert.“ Für die­ses Wag­nis, mit sei­nen Wer­ken an die Öffent­lich­keit zu gehen, beloh­ne man sie am Bes­ten mit einer Rück­mel­dung.

Weil, so Moni­ka Kus­ter­mann: ”Kunst beginnt da, wo die Spra­che endet. Und in jedem Werk spie­gelt sich eine Künst­ler­see­le.” Den Kopf­sa­lat plas­tisch gemacht haben die Aus­stel­lungs­ma­cher um die Kukus, denn das blätt­ri­ge Grün präg­te den Raum, hing von der Decke, zier­te Säu­len und Tische und war im phan­ta­sie­vol­len Ver­­­nis­­sa­gen-Buf­­fet zu lecke­ren Schne­cken ver­ar­bei­tet. Der Erlös der Aus­stel­lung kommt dem Rott­wei­ler Ver­ein Frau­en hel­fen Frau­en + Aus­we­ge zugu­te, der sich um Men­schen küm­mert, die unter Gewalt lei­den.

 

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