Das Staunen war deutlich zu spüren, als Geschäftsführer Friedrich Faulhaber (links) während des Rundgangs eine Falzprobe präsentiert. Auf dem Bild u. a. (von rechts) Ralph Wurster und Johannes Krumme von Südwestmetall sowie (5. von rechts) der CDU-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Stefan Teufel. Foto: pm

KREIS ROTTWEIL – Das jähr­li­che wirt­schafts­po­li­ti­sche Fach­ge­spräch des CDU-Kreis­vor­stands fand laut Pres­se­mit­tei­lung die­ses Mal genau da statt, wo es sei­nen guten und ange­mes­se­nen Platz hat: in einem hei­mi­schen Unter­neh­men, das mit Krea­ti­vi­tät und Inno­va­ti­on und zahl­rei­chen Ide­en mit dem Wil­len, sich im Wett­be­werb zu behaup­ten, 200 Arbeits­plät­ze bie­tet und auch bei der Aus­bil­dung der Lehr­lin­ge Vor­bild­funk­ti­on zeigt.

Schon die Prä­sen­ta­ti­on von GUK Falz­ma­schi­nen in Wel­len­din­gen durch Geschäfts­füh­rer Fried­rich Faul­ha­ber, der das Unter­neh­men in der drit­ten Genera­ti­on führt und mit den drei Geschäfts­fel­dern, einer hohen Fer­ti­gungs­tie­fe und der Her­stel­lung der so kom­ple­xen Fer­ti­gungs­ma­schi­nen, die je nach Kun­den­auf­trag indi­vi­du­ell gebaut wer­den, zeig­te den CDU-Kreis­vor­stands­mit­glie­dern deut­lich, welch hohe Leis­tungs­fä­hig­keit sich hin­ter dem Mar­ken­zei­chen GUK ver­birgt.

Da über­rascht es dann auch nicht, dass das Unter­neh­men in Tei­len Welt­markt­füh­rer­schaft für sich bean­spru­chen kann. Wie auch die Mit­tei­lung, dass stän­dig Lehr­lin­ge („ich benut­ze den Aus­druck bewusst, weil er vie­les aus­sagt“) aus­ge­bil­det und in ganz spe­zi­el­ler Wei­se mit in die Arbeits­ab­läu­fe ein­be­zo­gen wer­den mit Aner­ken­nung quit­tiert wur­de. Das Gehör­te wur­de beim Rund­gang durch den Betrieb noch wei­ter ver­tieft: Stau­nen über die Falz­vor­gän­ge inbe­grif­fen.

So bil­de­te die­ser Teil der Kreis­vor­stands­sit­zung den idea­len Auf­takt zum anschlie­ßen­den Wirt­schafts­ge­spräch zwi­schen den CDU-Poli­ti­kern sowie Ralph Wurs­ter und Johan­nes Krum­me von Süd­west­me­tall. Als Geschäfts­füh­rer  bzw. als Lei­ter des Refe­rats Schul- und Berufs­bil­dungs­po­li­tik des Arbeit­ge­ber­ver­ban­des ver­tre­ten sie in die­ser Regi­on knapp 200 Fir­men mit 40 000 Beschäf­tig­ten. „Die all­ge­mei­ne Stim­mung in der Wirt­schaft ist gut“, konn­te Wurs­ter zu Beginn sei­ner Aus­füh­run­gen fest­stel­len. Doch es gibt düs­te­re Wol­ken am Fir­ma­ment: Ein­mal ist die all­ge­mei­ne Stim­mungs­la­ge zwar im Durch­schnitt erfreu­lich, aber eben nicht über­all. Und vor allem nann­te er eini­ge in den ver­gan­ge­nen Jah­ren auf die Unter­neh­men zuge­kom­me­nen Belas­tun­gen und Vor­schrif­ten („etli­che Stell­schrau­ben wur­den zuge­dreht“), ohne dass auf der ande­ren Sei­te Fle­xi­bi­li­tät und Frei­heit eben­falls erwei­tert wor­den wären. „Es wur­de zu viel Sozi­al­po­li­tik und zu wenig Wirt­schafts­po­li­tik gemacht“, bilan­zier­te Ralph Wurs­ter die Poli­tik der SPD-Minis­te­rin Andrea Nah­les: „Jede ein­zel­ne Maß­nah­me wäre even­tu­ell zu ver­kraf­ten, aber in der Sum­me wird es schwie­rig, die zahl­rei­chen zusätz­li­chen Vor­schrif­ten zu ver­kraf­ten. Wir müs­sen in den Betrie­ben auch noch atmen kön­nen.“

Bil­dungs­ex­per­te Johan­nes Krum­me beschrieb in sei­nem State­ment in fünf Punk­ten die Anfor­de­run­gen an ein Bil­dungs­sys­tem, bei dem er z. B. „für das glei­che Geld mehr Bil­dung“ ein­for­dert, Min­dest­stan­dards ver­langt und Anpas­sun­gen bei der Leh­rer­aus­bil­dung an die heu­ti­gen Erfor­der­nis­se als drin­gend not­wen­dig ansieht. Bei allen Ver­än­de­run­gen hin zu mehr Qua­li­tät durch Kul­tus­mi­nis­te­ri­um Susan­ne Eisen­mann, die Krum­me begrüßt, stellt er jeweils die Fra­ge nach dem zu erzie­len­den Mehr­wert.

Die Quint­essenz bei­der Impuls­re­fe­ra­te: Wir müs­sen unse­re Anstren­gun­gen ver­stär­ken, um den erziel­ten Stan­dard zu hal­ten. Die Situa­ti­on in den USA und der Bre­x­it sowie die geschil­der­ten Pro­blem­fel­der füh­ren zu Ver­un­si­che­rung und Unsi­cher­heit, „und genau dies kann die Wirt­schaft und die­ser Stand­ort gar nicht gebrau­chen.“ Vola­ti­li­tät ist ange­sichts sowie­so schwie­ri­ger Ver­hält­nis­se nicht gut für ein funk­tio­nie­ren­des Sys­tem!

Mit dem Dank des Kreis­vor­sit­zen­den Ste­fan Teu­fel für die bei­den Impuls­re­fe­ra­te wur­den in der anschlie­ßen­den Dis­kus­si­on die ange­spro­che­nen Berei­che ver­tieft: der wei­te­re und qua­li­fi­zier­te Aus­bau der beruf­li­chen Schu­len, das schnel­le Inter­net in 95 Pro­zent aller Haus­hal­te im Kreis bis zum Ende des Jah­res, die Struk­tur­för­der­maß­nah­men, die wie­der erfolg­te Unter­stüt­zung der Grün­der­mes­sen vom Land (Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter Ste­fan Teu­fel: „Dies konn­ten wir als CDU-Frak­ti­on durch­set­zen, ein wich­ti­ger Erfolg“), und die der Vor­schlag von Land­rat Dr. Wolf-Rüdi­ger Michel, nicht nur von Indus­trie 4.0 zu reden, son­dern unter dem Stich­wort „Gesell­schaft 4.0“ die Her­aus­for­de­run­gen offen­siv anzu­ge­hen – ein gan­zes Bün­del von Ide­en ent­stand und ergab zusam­men mit der von allen geteil­ten Fest­stel­lung, dass Pla­nungs­si­cher­heit und Ver­läss­lich­keit Grund­vor­aus­set­zun­gen sind für eine flo­rie­ren­de Wirt­schaft. Und vor allem: kei­ne wei­te­ren Belas­tun­gen!

Mit dem Wunsch, dass das Sozi­al­mi­nis­te­rin im Bund nach den Wah­len vom Sep­tem­ber wie­der von der Uni­on gelei­tet wer­den möge: „Es reicht jetzt mit Regu­lie­run­gen, Ein­schrän­kun­gen und Vor­schrif­ten.“

Erfreu­lich schließ­lich, dass die von Ste­fan Teu­fel schon seit Län­ge­rem gefor­der­te Ein­füh­rung des Facheng­lisch im Berufs­schul­un­ter­richt ver­an­kert wor­den ist. Und er plä­diert nach wie vor dafür, dass art­ver­wand­te Beru­fe in gemein­sa­men Klas­sen unter­rich­tet wer­den kön­nen. Das Ziel bleibt klar: „Unse­re Berufs­schul­stand­or­te erhal­ten.“

Sein Fazit am Ende des drei­stün­di­gen Tref­fens: „Wir haben mit GUK ein außer­or­dent­lich leis­tungs­fä­hi­ges, krea­ti­ves und zukunfts­ori­en­tier­tes Unter­neh­men ken­nen gelernt und sind uns im Gespräch mit dem Geschäfts­füh­rer sowie mit den bei­den Ver­tre­tern von Süd­west­me­tall gemein­sam die zahl­rei­chen Stell­schrau­ben erkannt, an denen wir arbei­ten müs­sen, dass im Inter­es­se von uns allen die Wirt­schaft wett­be­werbs­fä­hig bleibt und so unse­re Regi­on erfolg­reich in die Zukunft schau­en kann.“