Carmen Merz. Foto: pm

ZIMMERN OB ROTTWEIL (pm) – Carmen Merz kandidiert als Bürgermeisterin für Zimmern ob Rottweil und seine drei Ortsteile. Am Donnerstag gab die 42-jährige Diplom-Verwaltungswirtin dem scheidenden Bürgermeister Emil Maser im Rathaus ihre Bewerbungsunterlagen persönlich in die Hand.

Wer dem Christdemokraten Maser, seit 1993 im Amt, als Gemeindeoberhaupt nachfolgen soll, entscheidet sich am 12. März.

Die Schömbergerin – sie ist parteilos und evangelisch – hat laut eigener Pressemitteilung “das Rathaushandwerk von der Pike auf gelernt”. Nach dem Abitur, das sie am Wirtschaftswissenschaftlichen Gymnasium in Albstadt erworben hatte, durchlief Carmen Merz von 1993 bis 1997 die verwaltungspraktische Ausbildung im Rathaus ihrer Heimatgemeinde Meßstetten sowie im Landratsamt des Zollernalbkreises und studierte an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Ludwigsburg. Mit Erfolg.

Als frischgebackene Diplom-Verwaltungswirtin wurde sie Assistentin der Geschäftsleitung bei der ZAW Lebenshilfe für Behinderte in Bisingen. Nach zwei Jahren wechselte  Merz zum Deutschen Roten Kreuz. Beim DRK-Kreisverband Zollernalb, der 180 hauptamtliche Mitarbeiter und 2500 Ehrenamtliche zählt, begann sie als Personalleiterin und stieg in der Hilfsorganisation bis zur Geschäftsführerin auf. Diese Führungsposition hat sie mittlerweile im siebten Jahr inne und verantwortet ein Bilanzvolumen von über zwölf Millionen Euro.

Um den erheblichen Anforderungen zu genügen, die eine solche Spitzenposition ihr abverlangt, büffelte Carmen Merz drei weitere Jahre lang berufsbegleitend an der Balinger Fachschule für Betriebswirtschaft. Anno 2002 schaffte sie ihren zweiten Berufsabschluss zur staatlich geprüften Betriebswirtin. Das würde in Zimmern nicht schaden: „Ich kann ökonomisch denken und verstehe die Sprache der Wirtschaft“, stellt Carmen Merz in Aussicht, mit den ansässigen Unternehmen in einen engen, partnerschaftlichen Dialog treten und diesen Austausch kontinuierlich pflegen zu wollen.

„Zimmern ob Rottweil ist als vorzüglicher Wirtschaftsstandort mit großartigen Unternehmen gesegnet“, würdigt die verheiratete Mutter zweier Kinder, dass die engagierte Gewerbeförderung eines Emil Maser reiche Früchte getragen habe: „Ohne steigende Einnahmen aus Gewerbesteuern und anteilige Einkommensteuern, wie sie vor allem im INKOM erwirtschaftet werden, hätte die vormals klamme Kommune ihre Finanzen kaum konsolidieren können.“

Um ihre Kandidatur sorgfältig vorzubereiten, führte Carmen Merz seit Jahresbeginn Gespräche. “Geräuschlos, aber gründlich” machte sie sich nach ihren eigenen Angaben mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut. Traf sich mit Gemeinderäten jeglicher Couleur. Sprach mit dem jetzigen Schultes und weiteren Rathausmitarbeitern. Dabei habe man ihr das Gefühl gegeben, sie passe hierher. In Zimmern ob Rottweil trifft die Verwaltungsexpertin auf Strukturen, „die mir vertraut sind und die mir liegen“.

Im Falle ihrer Wahl will die 42-Jährige auf einen fairen Interessenausgleich zwischen allen Ortsteilen achten, weshalb sie den drei kleinen Ortsteilen Horgen, Flözlingen und Stetten das gleiche Gehör zusichert wie dem Hauptort. „Wenn niemand fürchten muss, er komme zu kurz, tut sich jeder leichter, Vorhaben mitzutragen, die Zimmern ob Rottweil insgesamt voranbringen.“

Frühzeitig hat Carmen Merz denn auch die drei Ortsvorsteher Matthias Sigrist, Reiner Haas und Gerhard Wodzisz kontaktiert, die sich viel Zeit nehmen, die Bewerberin um das Bürgermeisteramt über die jeweiligen Befindlichkeiten zu informieren. Carmen Merz ist ihnen dafür sehr dankbar.

Am 13. Februar endet die Bewerberfrist. Bald darauf wird Carmen Merz den Reigen ihrer Bürgergespräche eröffnen. Sie plane in jedem Ort eine Abendveranstaltung und sucht dafür gegenwärtig nach geeigneten Räumlichkeiten, heißt es abschließend in ihrer Miteilung.

Bislang hat sich erst Dieter Albrecht als Kandidat gemeldet. Sein Ziel: Die Eingemeindung Zimmerns nach Rottweil.