Zoff im Gemeinderat: Lauffener Kindergarten kostet 2,5 Millionen Euro

LAUFFEN – Das gab ziemlich Zoff im Gemeinderat: Der Lauffener Kindergarten muss saniert oder gleich abgerissen und neu gebaut werden. Das wird mindestens 2,5 Millionen Euro kosten, die letzten Reserven der Gemeinde aufbrauchen. „Die Dimension hat uns quasi hinterrücks eingeholt“, so Bürgermeister Ralf Ulbrich.

Und so gab es auch ziemlichen Zoff, mehrere Räte kritisierten, dass in den letzten Jahren immer nur ein neuer Zaun und andere Kleinigkeiten Thema waren, die tatsächlichen Schäden nicht zur Sprache kamen. Dass der marode Zustand des Gebäudes so kurzfristig bekannt geworden sei, zur Unzeit: Mit Schul- und Rathaussanierung sowie neuer Ortsmitte verbraucht die Gemeinde derzeit, was sie in den letzten Jahren gespart hat. Und darf keine Kredite aufnehmen, doppelt ärgerlich angesichts der Niedrigzinsen.

Zum maroden Zustand des Kindergartens hat unter anderem ein Marder beigetragen, der unterm Dach lebt und die Dämmung zerfetzt hat. Der Kammerjäger habe von außen einsteigen müssen, betonte Architekt Steffen Halder, der die Pläne für Sanierung oder Neubau vorstellte. Das Tier sei dann vorübergehend in die Kirche umgezogen, erzählte Pfarrer Edwin Stier. Inzwischen ist der Marder wieder im Kindergarten, „wir wissen nicht, wo er reinkommt“, so Halder. Dazu kommen: Feuchtigkeit im Keller, Risse in Abdichtungen, völlig veraltete Elektro- und Sanitärinstallationen und ein winziges, kaum heizbares Büro der Leiterin, in dem auch Personaltoilette und -garderobe untergebracht sind, in dem aber auch Personal- und Elterngespräche geführt werden.

Halder stellte die beiden Möglichkeiten vor: Ein Neubau hinter der relativ neuen Kinderkrippe oder die Sanierung des Gebäudes, der Kindergarten müsste so lange in Container umziehen. Die Kosten liegen in beiden Fällen etwa gleich, so dass man sich im Grunde einig war: Neubau ist besser, die Raumaufteilung ist dann praktischer, die Zugänge barrierefrei, es gibt mehr Parkplätze, auch energetisch bringt der Neubau Vorteile. Und die Kinder können im alten Gebäude bleiben, bis der Neubau fertig ist.

Gestritten wurde trotzdem heftig. Das habe sich doch über Jahre entwickelt, „man hätte nach und nach investieren können“, ärgerte sich Gerhard Stern (SPD), und Schultes Ulbrich meinte, der Ortschaftsrat sei nie im Keller oder unterm Dach gewesen, „es wurde nur über Zäune diskutiert.“ Wolfgang Dongus (SPD) sprach davon, hier würden jetzt die letzten Geldreserven verballert, Lauffens Ortsvorsteher Karl Heinz Maier erwiderte, schließlich bekommen Deißlingen einen neue Ortsmitte.

Ulbrich musste die Räte schließlich zur Sitzungsdisziplin aufrufen, und stellte dann klar: Im Haushalt von 2020 wolle man nur die Planungskosten von 100.0000 Euro einstellen, der Kindergarten könne erst in Angriff genommen werden, wenn die Schule eingeweiht ist, alles andere überfordere die Gemeinde. Natürlich werde man das Nötige sanieren bis dahin, und Kämmerin Simone Matzka rechnete vor, dass man dann in den Jahren 2021 und 2022 je 1,2 Millionen Euro für den Neubau zur Verfügung stellen werde. Die Gemeinde trägt 85 Prozent der Kosten, die Kirche, der die Gebäude gehören, 15 Prozent. Baubeginn soll dann im Jahr 2021 sein.

 

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