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Rottweil
Samstag, 7. Dezember 2019
Start Land­kreis Rott­weil Zoff im Gemein­de­rat: Lauf­fe­ner Kin­der­gar­ten kos­tet 2,5 Mil­lio­nen Euro

Zoff im Gemeinderat: Lauffener Kindergarten kostet 2,5 Millionen Euro

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LAUFFEN – Das gab ziem­lich Zoff im Gemein­de­rat: Der Lauf­fe­ner Kin­der­gar­ten muss saniert oder gleich abge­ris­sen und neu gebaut wer­den. Das wird min­des­tens 2,5 Mil­lio­nen Euro kos­ten, die letz­ten Reser­ven der Gemein­de auf­brau­chen. ”Die Dimen­si­on hat uns qua­si hin­ter­rücks ein­ge­holt”, so Bür­ger­meis­ter Ralf Ulb­rich.

Und so gab es auch ziem­li­chen Zoff, meh­re­re Räte kri­ti­sier­ten, dass in den letz­ten Jah­ren immer nur ein neu­er Zaun und ande­re Klei­nig­kei­ten The­ma waren, die tat­säch­li­chen Schä­den nicht zur Spra­che kamen. Dass der maro­de Zustand des Gebäu­des so kurz­fris­tig bekannt gewor­den sei, zur Unzeit: Mit Schul- und Rat­haus­sa­nie­rung sowie neu­er Orts­mit­te ver­braucht die Gemein­de der­zeit, was sie in den letz­ten Jah­ren gespart hat. Und darf kei­ne Kre­di­te auf­neh­men, dop­pelt ärger­lich ange­sichts der Nied­rig­zin­sen.

Zum maro­den Zustand des Kin­der­gar­tens hat unter ande­rem ein Mar­der bei­getra­gen, der unterm Dach lebt und die Däm­mung zer­fetzt hat. Der Kam­mer­jä­ger habe von außen ein­stei­gen müs­sen, beton­te Archi­tekt Stef­fen Hal­der, der die Plä­ne für Sanie­rung oder Neu­bau vor­stell­te. Das Tier sei dann vor­über­ge­hend in die Kir­che umge­zo­gen, erzähl­te Pfar­rer Edwin Stier. Inzwi­schen ist der Mar­der wie­der im Kin­der­gar­ten, ”wir wis­sen nicht, wo er rein­kommt”, so Hal­der. Dazu kom­men: Feuch­tig­keit im Kel­ler, Ris­se in Abdich­tun­gen, völ­lig ver­al­te­te Ele­k­­tro- und Sani­tär­in­stal­la­tio­nen und ein win­zi­ges, kaum heiz­ba­res Büro der Lei­te­rin, in dem auch Per­so­nal­toi­let­te und ‑gar­de­ro­be unter­ge­bracht sind, in dem aber auch Per­­so­­nal- und Eltern­ge­sprä­che geführt wer­den.

Hal­der stell­te die bei­den Mög­lich­kei­ten vor: Ein Neu­bau hin­ter der rela­tiv neu­en Kin­der­krip­pe oder die Sanie­rung des Gebäu­des, der Kin­der­gar­ten müss­te so lan­ge in Con­tai­ner umzie­hen. Die Kos­ten lie­gen in bei­den Fäl­len etwa gleich, so dass man sich im Grun­de einig war: Neu­bau ist bes­ser, die Raum­auf­tei­lung ist dann prak­ti­scher, die Zugän­ge bar­rie­re­frei, es gibt mehr Park­plät­ze, auch ener­ge­tisch bringt der Neu­bau Vor­tei­le. Und die Kin­der kön­nen im alten Gebäu­de blei­ben, bis der Neu­bau fer­tig ist.

Gestrit­ten wur­de trotz­dem hef­tig. Das habe sich doch über Jah­re ent­wi­ckelt, ”man hät­te nach und nach inves­tie­ren kön­nen”, ärger­te sich Ger­hard Stern (SPD), und Schul­tes Ulb­rich mein­te, der Ort­schafts­rat sei nie im Kel­ler oder unterm Dach gewe­sen, ”es wur­de nur über Zäu­ne dis­ku­tiert.” Wolf­gang Don­gus (SPD) sprach davon, hier wür­den jetzt die letz­ten Geld­re­ser­ven ver­bal­lert, Lauf­fens Orts­vor­ste­her Karl Heinz Mai­er erwi­der­te, schließ­lich bekom­men Deiß­lin­gen einen neue Orts­mit­te.

Ulb­rich muss­te die Räte schließ­lich zur Sit­zungs­dis­zi­plin auf­ru­fen, und stell­te dann klar: Im Haus­halt von 2020 wol­le man nur die Pla­nungs­kos­ten von 100.0000 Euro ein­stel­len, der Kin­der­gar­ten kön­ne erst in Angriff genom­men wer­den, wenn die Schu­le ein­ge­weiht ist, alles ande­re über­for­de­re die Gemein­de. Natür­lich wer­de man das Nöti­ge sanie­ren bis dahin, und Käm­me­rin Simo­ne Matz­ka rech­ne­te vor, dass man dann in den Jah­ren 2021 und 2022 je 1,2 Mil­lio­nen Euro für den Neu­bau zur Ver­fü­gung stel­len wer­de. Die Gemein­de trägt 85 Pro­zent der Kos­ten, die Kir­che, der die Gebäu­de gehö­ren, 15 Pro­zent. Bau­be­ginn soll dann im Jahr 2021 sein.

 

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