175 Jahre Revolution von 1848/49

Zum Gedenken an den Freiheitskämpfer Hauptlehrer Karl Falk aus Tennenbronn

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In der Revolution von 1848/49 war der „Schwarzwälder Bote“ in Oberndorf am Neckar eine wichtige Stimme im Kampf für Freiheit und Demokratie gegen die damalige Fürstenherrschaft. In der Gemeinde Katholisch Tennenbronn des Großherzogtums Baden las der Hauptlehrer Karl Falk seinen Mitbürgern aus dem „Schwarzwälder Boten“ und aus dem „Volksführer“ in Karlsruhe vor, um sie über die politische Entwicklung zu informieren und für die demokratische Sache zu gewinnen.

Darüber hinaus engagierte er sich laut einer Pressemitteilung des Heimathauses Tennebronn auch auf andere Art und Weise, in dem er zum Beispiel die Mitglieder der Bürgerwehr „zum muthigen Kampfe für die Freiheit“ aufforderte. Nach der Niederschlagung der Revolution im Jahr 1849 wurde er deshalb wegen Hochverrat angeklagt und zu einer Arbeits- und Zuchthausstrafe von zwei Jahren verurteilt.

Unerforschtes Kapitel

1979 rief Paul Fütterer in seinem Buch „Geschichte des Dorfes Tennenbronn“ die örtlichen Revolutionäre von 1848/49 zum ersten Mal wieder in Erinnerung. Dennoch ist dieses Kapitel der Ortsgeschichte bis heute aber als größtenteils unerforscht zu betrachten.

Zum 175. Jahrestag der Revolution von 1848/49 richtet der Historiker und Kulturwissenschaftler Carsten Kohlmann, Leiter des Stadtarchivs und Stadtmuseums Schramberg, im Jahresprogramm der Projektgruppe Tennenbronner Heimathaus einen neuen Blick auf diese Zeit und insbesondere auf die Biographie und das Engagement des Hauptlehrers Karl Falk, für den er die zeitgenössischen Gerichtsakten im Generallandesarchiv Karlsruhe und Staatsarchiv Freiburg ausgewertet hat.

Kein üblicher Vortrag

Der Referent wird dabei keinen üblichen Vortrag halten, sondern lädt wie bei einer Versammlung eines Volksvereins vor 175 Jahren die Teilnehmer ein, sich durch ausliegende Flugblätter, Presseberichte und Schriftstücke ebenfalls einzubringen – ganz im Sinne des Grundsatzes, dass Demokratie von Beteiligung lebt.

Das dialogische und interaktive Gedenken soll einen Impuls für eine aktive Erinnerung an das Erbe der Revolution von 1848/49 in Tennenbronn geben, einschließlich einer „Volksabstimmung“ zu der Frage, ob die Grundschule nicht den Namen von Karl Falk erhalten sollte.
Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 22. November, 19.30 Uhr, im Pfarrsaal der katholischen Kirche in Tennenbronn statt. Der Eintritt ist frei.

 

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