Des Teufels General kommt in den Bärensaal

Theaterring-Gestalterin Susanne Gwosch stellt das Programm für die nächste Spielzeit vor

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Susanne Gwosch und ihre neue Mitarbeiterin Aileen Berberich (vorn) mit dem neuen Theaterringprogramm.Foto: him

SCHRAMBERG  (him) – Ein „breites und ansprechendes Programm“ wolle sie den Theaterbesuchern und Abonnenten im Bärensaal bieten, hat Theaterringleiterin Susanne Gwosch bei der Vorstellung der Spielzeit 2017/18 versichert.

Neben den Veranstaltungen im großen Saal wird es auch wieder fünf Kleinkunst-Abende in der Majolika, das Kindertheater und ein Jugendstück geben. Und natürlich das Neujahrskonzert mit dem Sinfonieorchester Villingen-Schwenningen

Schön ausgewogen zusammengestellt hat Gwosch das Hauptprogramm für die kommende Saison: Drei Damen und drei Herren werden in den sechs Aufführungen die Hauptrolle spielen. Zum Auftakt im September steht mit „Paulette –  Oma zieht durch“ eine französische Komödie  auf dem Programmzettel, in der Titelrolle Diana Körner.

Mit dem sozialkritischen Stück „Onkel Toms Hütte“ geht es im Oktober weiter. Dabei studiert ein Sozialpädagoge mit einer Gruppe jungendlicher Strafgefangener ein Theaterstück, eben Onkel Toms Hütte ein. Der Musiker und Schauspieler Ron Williams spielt die Titelrolle. Deshalb werde es an diesem Abend viel schwarze Musik geben, so Gwosch.

„Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ zeigt der Theaterring aus Anlass von Heinrich Bölls 100. Geburtstag. Sie versuche immer auch Stücke auszuwählen, die für den Schulunterricht geeignet seien, erläutert die Theaterringleiterin. Die Badische Landesbühne zeigt eine Fassung des Böllschen Romans, die die Regisseurin Margarethe von Trotta 1975 verfilmt hat.

„Ein ganz großes Stück“ wird laut Gwosch „Des Teufels General“ von Carl Zuckmayer mit Gerd Silberbauer in der Hauptrolle. Die preisgekrönte Aufführung kommt  im Januar nach Schramberg.  Die Oper „Der Barbier von Sevilla“ von Gioachino Rossini zeigt  im März das Theater Pforzheim mit Unterstützung des Landes. „Eine Oper mit großem Orchester wäre für die Stadt sonst nicht zu finanzieren“, betont Gwosch. Ein  eher mystisches Stück um „Hildegard von Bingen“ im April wird dann den Abschluss bilden.

Nicht nur das Publikum, auch viele Schauspieler freuen sich auf die Aufführungen im Bärensaal weiß Gwosch: „Unser Publikum ist sehr konzentriert und die Schauspieler sind nahe dran.“ So habe ihr eine Schauspielerin nach einer Komödie einmal versichert: „Die Schramberger haben an Stellen gelacht, die andere noch gar nicht entdeckt hatten.“ Mit einem festen Abonnentenstamm von 200 sei eine gute Grundlage vorhanden. Insgesamt verfüge der Bärensaal über 477 Plätze.

Kleinkunst: nicht nur Comedy und Schenkelklopfer

Während die Geschlechterausgewogenheit im Hauptprogramm eher dem Zufall geschuldet ist, hat sich Gwosch beim Kleinkunstprogramm  bemüht, mehr Frauen zu engagieren. Ihr ist wichtig, dass „Kleinkunst nicht nur Comedy und Schenkelklopfer bedeutet“. Zum Auftakt gastiert Mitte Oktober Norbert Eilts vom Stuttgarter Dein Theater mit „Heimat deine Sterne – Vom Schicksal ein Schwabe zu sein.“  Das sei doch passend zum Jubiläum 150 Jahre Stadt Schramberg, findet Gwosch.

Mit den „Li(e)derspenstigen“ kommen im November vier Damen aus der Region in die Majolika und versichern „Wir bereuen nix.“ Die Puppenspielerin Andrea Bongers aus Hamburg wird Ende Januar „Bis in die Puppen“ eine figurenstarke Show mit viel Musik präsentieren. Mathias Jung beschäftigt sich Mitte März dann mit der Pubertät in seinem Programm „Generation Teenietus“. Den Schlusspunkt setzt wieder eine Künstlerin. Vera Deckers, studierte Psychologin, meint: „Probleme sind auch keine Lösung“.

Während die Abende im Bärensaal immer am Freitagabend stattfinden, ist die Kleinkunst auf mittwochs festgelegt. Da hier 70 Abonnements vergeben sind, sollten sich Interessierte sputen, eine der restlichen 29 Karten zu ergattern, rät Gwosch.

Beim Kindertheater hat Gwosch in den letzten Jahren rückgehende Besucherzahlen beobachtet: „Liegt es am Ganztagsbetrieb“, fragt sie sich, oder an den Nachmittagsterminen? Bei einer Umfrage in den Kindergärten und an den Grundschulen habe sie erfahren, dass Vormittagstermine günstiger wären. „Aber dagegen sind wieder die Eltern, die dann gar keine Chance haben, zusammen mit ihren Kindern ins Theater zu gehen.“

Als Kompromiss werde nun ein Stück vormittags gezeigt. Das große Weihnachtsstück „Rapunzel“  wird vor der Adventszeit aufgeführt, da später die Kinder selbst bei vielen Weihnachtsfeiern eingespannt seien, so Gwosch.

Auch für Jugendliche ist wieder ein Stück geplant, das in Zusammenarbeit mit dem Zimmertheater in Rottweil aber erst noch auf den Weg gebracht werden soll, berichtet Gwosch, im Hauptamt Leiterin der Volkshochschule. „Das Zusammenstellen des Theaterprogramms ist für mich die Kür“, strahlt sie. Und das spüren die Theaterbesucher auch.

Info: Das gesamte Programm findet sich im Programmheft, das ab sofort ausliegt, und unter www.schramberg.de