In der Predigerkirche findet ein Konzert mit dem Chor der Predigerkirche und dem Kinderchor statt. Foto: pm

ROTTWEIL – Am kom­men­den Sonn­tag, dem ers­ten Advent, fin­det ab 17 Uhr in der Pre­di­ger­kir­che ein Kon­zert mit dem Chor der Pre­di­ger­kir­che und dem Kin­der­chor statt. Unter dem Mot­to „Dein König kommt“ erklin­gen Wer­ke von Zol­tán Kodá­ly, Johann Eccard, Charles Vil­liers Stan­ford, Felix Men­dels­sohn-Bar­thol­dy.

Mit von der Par­tie ist das Zim­mer­ner Block­flö­ten­en­sem­ble, Andrea Kern (Sopran), Maxi­mi­lia­ne Lorenz (Cel­lo) und Bea­te Vöh­rin­ger (Orgel). Die Lei­tung hat Johan­nes Vöh­rin­ger. Advent ist die Zeit, in der­man es sich ger­ne zu Hau­se gemüt­lich machen, in der die Natur zur Ruhe kommt. In den Tex­ten des Kon­zert­abends ist jedoch von Auf­bruch, Ver­hei­ßun­gen, Visio­nen, Ver­wand­lun­gen, Hoff­nun­gen und Sehn­süch­ten die Rede.

Dabei nimmt auch Maria einen brei­ten Raum ein. Maria hat vie­le Gesich­ter: in der Kunst­ge­schich­te, in der Poe­sie und in der Volks­fröm­mig­keit ist sie als jun­ge Frau aus Gali­läa, Got­tes­mut­ter, Him­mels­kö­ni­gin, Madon­na, Schmer­zens­mut­ter, Magd, Meer­stern und als Mond­si­chel­m­a­don­na dar­ge­stellt. Der roman­ti­sche Dich­ter Nova­lis hat es so in Wor­te gefasst: „Ich sehe dich in tau­send Bil­dern, Maria, lieb­lich aus­ge­drückt. Doch keins von allen kann dich schil­dern, wie mei­ne See­le dich erblickt“.

Mit Mariä Ver­kün­di­gung beginnt die Heils­ge­schich­te: Der Engel Gabri­el tritt ein bei Maria und ver­kün­det eine neue Wirk­lich­keit. Maria geht übers Gebir­ge zu ihrer Cou­si­ne Eli­sa­beth (Mut­ter Johan­nes des Täu­fers). Maria bricht auf, und wenn sie das Magni­fi­cat anstimmt, bre­chen auch alte Denk­mus­ter auf: die bis­he­ri­gen Macht­struk­tu­ren kom­men ins Wan­ken, bzw. sie wer­den auf den Kopf gestellt.

Das „Revo­lu­ti­ons­lied Got­tes“, wie es auch genannt wird, wird zum Lied der Armen, Hung­ri­ge wer­den satt, Mäch­ti­ge ver­lie­ren ihre Macht, Rei­che ver­lie­ren ihren Reich­tum. Für Diet­rich Bon­hoef­fer war das „Magni­fi­cat“ das lei­den­schaft­lichs­te, wil­des­te, revo­lu­tio­närs­te Advents­lied.

Der Ein­tritt ist frei. Um Spen­den wird am Aus­gang gebe­ten.