An allen anderen Tagen aber nicht

Lars Bornschein: Lesung im Schramberger Schloss

Zu einer Lesung im Rahmen einer lockeren  Veranstaltungsreihe im Schramberger Schloss hat am Sonntag Museumsleiter und Stadtarchivar Carsten Kohlmann literaturinteressierte begrüßt. Lars Bornschein, der Vorsitzende von „Podium Kunst“, las „Kostproben“ aus seinem Gedichtband „Ungereimtheiten“.

Bornschein hat darin Gedichte versammelt, die „sich so in den letzten Jahren angesammelt hatten“. Mit Unverfänglichem aus dem Tierreich begann es, da tummelten sich die Silberfischchen im Bad, kam ein Fischreiher vorbei und hüpfte ein selbst geangelter Fisch wieder aus der Pfanne: … den musst du schon alleine essen, Papa!“  

In den „Alltagssituationen“ schlug sich der Dichter mit der Wurzelbehandlung herum, bei der es zum Trost eine Krone gab, eine zerrissene Badehose wird zur existenziellen Frage. Der Versuch die Trübsal über e-bay loszuwerden, hat funktioniert. Bornschein wundert sich: „Sie ist weggegangen, obwohl sie keiner genommen hat.“

Prägnant auch das „Schicksal der Dichter“:  „1719 – Frühromantiker, 1819 – Romantiker, 1919 – Spätromantiker 2019 – Zuspätromantiker.“

 Es folgten Gedichte, die ins Nichts führen, Toskana-Gedichte und Wortspielereien. Ernst wurde es bei einem Gedicht über Fliegerbomben und Blindgänger: „Kriege gehen verloren, aber nie vorbei.“

Am Ende einer knappen Stunde hatte Bornschein noch einen „Bonustrack“, zu dem ihn ein Comic aus den Peanuts angeregt hatte: Charly Brown sitzt mit Snoopy am Ufer. Charly: „Eines Tages müssen wir sterben.“  Und Snoopy antwortet: „An allen anderen Tagen aber nicht.“  Dazu hatte Bornschein ein Mut-machendes Gedicht verfasst und entließ damit  seine Zuhörerschar fröhlich beschwingt in den restlichen Sonntag.

 

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