Stabilizing Light, Installation im Kunstverein Markdorf, 2018 Foto: Christoph Dahlhausen

ROTTWEIL – Unter dem Titel “Raum-Licht“ zeigt die Kunst­stif­tung Erich Hau­ser vom 28. April bis 2. Juni in der Werk­statt­hal­le eine Aus­stel­lung mit Licht­ar­bei­ten und Licht­in­stal­la­tio­nen von Chris­toph Dah­l­hau­sen. Seit den frü­hen 1990er-Jah­ren geht Chris­toph Dah­l­hau­sen (geb. 1960) den Phä­no­me­nen Licht, Refle­xi­on, Far­be und deren Inter­ak­ti­on mit dem Raum nach und ver­wen­det dabei ver­schie­dens­te Mate­ria­li­en.

Das Licht, des­sen sich Dah­l­hau­sen bedient, ist oft das sich per­ma­nent ver­än­dern­de Tages­licht wie auch das mit dem Tages­licht in Inter­ak­ti­on tre­ten­de Licht von spe­zi­fi­schen und für ihn typi­schen blau­en Leucht­stoff­röh­ren.

Für die Kunst­stif­tung Erich Hau­ser kon­zi­piert Dah­l­hau­sen eine orts­be­zo­ge­ne und auf die Dimen­si­on der Werk­statt­hal­le reagie­ren­de Licht­in­stal­la­ti­on. Die­se wird flan­kiert von zwei Licht­ar­bei­ten, die zum einen auf die drei­ecki­gen Edel­stahl­ele­men­te von Erich Hau­ser, zum ande­ren auf den Luft­raum in der Werk­statt­hal­le reagie­ren. Die gro­ße raum­grei­fen­de Licht­in­stal­la­ti­on ist Teil einer lang­jäh­ri­gen Werk­rei­he von Gerüst-Licht-Instal­la­tio­nen mit dem Titel „Sta­bi­li­zing Light“.

Indus­tri­ell gefer­tig­te und gebrauch­te Gerüs­t­ele­men­te wer­den zu a-funk­tio­na­len Kon­struk­tio­nen umfunk­tio­niert und mit­tels der blau­en Leucht­stoff­röh­ren so ver­frem­det bzw. ergänzt, dass die geo­me­tri­sche und rhyth­mi­sche Gerüst­struk­tur und die Rhyth­mik der Leuch­ten ein kon­tras­tie­ren­des Eigen­le­ben ent­wi­ckeln. Die linea­ren Ein­bau­ten reagie­ren stets auf den Raum, las­sen die­sen im dop­pel­ten Sin­ne in einem ande­ren Licht erschei­nen. Das Licht der Leucht­stoff­röh­ren ist rela­tiv schwach, sodass das Blau der Leuch­ten tags­über eher wie eine hel­le Far­be erscheint, im Ver­lauf des Abends bezie­hungs­wei­se der Däm­me­rung zu einem far­bi­gen Licht wech­selt.

Ste­phan Berg, Direk­tor des Kunst­mu­se­ums Bonn, schreibt: „Bei Dah­l­hau­sens Arbei­ten han­delt es sich um die Geburt der Poe­sie aus dem Geist der kon­kre­ten und kon­struk­ti­ven Kunst. Dabei agiert der Künst­ler in all sei­nen Arbei­ten nicht als Demi­urg, son­dern als Arran­geur, als Regis­seur, der allein durch die Situa­tio­nen, die Kon­stel­la­tio­nen, die er her­stellt, das Unge­se­he­ne im Gese­he­nen sicht­bar macht und dadurch auch die Wahr­neh­mung selbst zu einem immer wie­der neu­en Aben­teu­er wer­den lässt.“

Zur Aus­stel­lung erscheint eine Col­la­ge-Uni­kat-Edi­ti­on (Auf­la­ge 10+2).

Öff­nungs­zei­ten: Mittwoch/Donnerstag 17 bis 19 Uhr, Sa 14 bis 17 Uhr, Sonn­tag 11 bis 17 Uhr und nach Ver­ein­ba­rung.