Die „Bühne im Anger“ geht in die zweite Hälfte ihrer 31. Saison

Jahresauftakt mit „Heinrich Del Cores Comedy Club“ schon ausverkauft

Kaum eine Pause gönnt sich die Tuttlinger Kleinkunstreihe „Bühne im Anger“ über den Jahreswechsel. Schon am 3. Januar startet sie in die zweite Hälfte ihrer mittlerweile 31. Spielzeit – und der Auftakt ins neue Jahr mit Heinrich del Cores Comedy Club ist schon ausverkauft!

Seit 1993 zu Hause in der Angerhalle im größten Tuttlinger Stadtteil Möhringen, steht die „Bühne im Anger“ als Synonym für erstklassige Kleinkunst. Programmchef Berthold Honeker, in den frühen 1990ern Vorreiter für ein Genre, das seinerzeit noch als Nischenprodukt galt, setzt auch für das anstehende Kleinkunsthalbjahr auf Programmvielfalt und Qualität. Eingeladen haben die Tuttlinger Hallen bekannte Gesichter wie Annette Postel und Sebastian Lehmann, aber auch interessante neue Gesichter. So sind Sven Garrecht und Dagmar Schönleber zum ersten Mal mit einem vollen Programm in der Angerhalle zu erleben. Karten für alle Veranstaltungen der „Bühne im Anger“ bis zum Saisonende mit Highlights für Kabarett-, Comedy- und Musikfreunde aus der ganzen Region und darüber hinaus sind jetzt im Vorverkauf erhältlich.

Frech, lustig, laut, ziemlich oft musikalisch, gerne auch provokativ, gelegentlich auch mal haarscharf unter der Gürtellinie, aber immer höchst kurzweilig und unterhaltsam – so wird auch das neue Kleinkunstjahr in Möhringen. „Kleinkunst hat einen festen Platz in unserem Programm-Portfolio“, sagt Michael Baur, Geschäftsführer der Tuttlinger Hallen. Zusammen mit Programmchef Berthold Honeker will er auch im neuen Jahr „einen bunten und qualitativ guten Querschnitt durch die Kleinkunstszene mit ‚handverlesenen Künstler“‘ zeigen. Die Reihe „Bühne im Anger“ soll weiter für ausgesuchte Kleinkunstperlen stehen, die ein treues Stammpublikum schätzt – egal, ob dort namhafte Vertreter der Kleinkunstszene wie Bülent Ceylan, Martina Schwarzmann, Sascha Grammel, Florian Schroeder oder Heinrich Del Core zu Gast sind oder unbekannte, neue Gesichter. „Auch Mario Barth kannte bei seinen ersten Auftritten in der Angerhalle noch kaum jemand“, erinnert sich Berthold Honeker.

Los geht’s mit einem ausverkauften Haus und einer hochkarätig besetzten Mixed Show schon am 3. Januar, ehe dann am 19. Januar ein „Krähe“-Gewinner sein ganzes Programm vorstellen darf: Sven Garrecht, Sonderpreisträger des renommierten Kleinkunstpreises, ist abendfüllend zu erleben. „Sven bietet Musikalisches, Futter fürs Hirn und herrlich-intelligenten Blödsinn. Das ist genau die Vielfalt, die sich das Publikum wünscht“, weiß Berthold Honeker. Auch in der Folge haben sich die Macher Gäste eingeladen, die für Qualität und beste Unterhaltung bürgen. Sechs Abende sind es insgesamt bis zum Saisonende im Mai, die Programmplaner Berthold Honeker eingebucht hat. Abende unterschiedlichster Couleur für Kleinkunstfreunde, die sich auf Chanteuse Annette Postel mit Opernparodien ebenso freuen dürfen wie auf Kabarett von Nils Heinrich, die „Felsin der Brandung“, Dagmar Schönleber, und den Gewinner des Kleinkunstpreises Baden-Württemberg, Sebastian Lehmann, mit seiner Leseshow „Kinderzeit“. Honeker: „Wir hoffen auf ein neugieriges Publikum, das sich auch mal „blind“ auf unser gutes Händchen verlässt und sich auch Künstler anschaut, die es noch nicht kennt.“

Kleinkunst in Möhringen – dazu gehören neben dem Geschehen auf der Bühne auch der intime Rahmen und das besondere Flair eines Varietétheaters, mit Bistrotischen oder Barhockern, mit Kerzenschein und Bewirtung und vor allem mit ganz viel Nähe zu den Künstlern auf der Bühne. „So ist die „Bühne im Anger“ bekannt geworden, und das soll auch mit im neuen Kleinkunstjahr so bleiben“, findet Berthold Honeker.

Karten für alle Winter-/Frühjahrveranstaltungen der „Bühne im Anger“ in der Angerhalle Tuttlingen-Möhringen gibt es bereits im Vorverkauf bei allen bekannten Vorverkaufsstellen des Kulturtickets Schwarzwald-Baar-Heuberg in den Landkreisen RW, VS und TUT. Online gibt es Karten unter www.tuttlinger-hallen.de, telefonisch sind Bestellungen auch unter der Hotline 07461 / 910996 möglich.

Hier das Programm bis zum Saisonende im Überblick (alle Abende beginnen um 20 Uhr, Einlass 19 Uhr).

Mittwoch, 3. Januar: Heinrich del Cores Comedy Club mit Annette Postel, Tim Becker, Gogol & Mäx und René Sydow.

Freitag, 19. Januar: Sven Garrecht „Wenn nicht jetzt, wo sonst?“ Im April 2023 gewann er den Sonderpreis der Tuttlinger Krähe, jetzt kommt Shooting-Star Sven Garrecht aus Seligenstadt mit seinem ganzen neuen „Popoetry“-Programm auf die „Bühne im Anger“.

Zeit ist Geld, aber Geld ist ja bekanntlich auch nicht alles. Sven Garrecht und das richtige Timing, das braucht wohl noch ‘ne Weile. Dabei sieht er sich selbst nicht als aus der Zeit gefallen.  Eigentlich immer up to date – höchstens ein paar Jahre zeitversetzt … Es ist doch schön, endlich glücklich in einer Beziehung zu sein, selbst wenn sie schon lange vorbei ist. Frech, witzig und hochmusikalisch bewegt sich Sven Garrecht zwischen Liedermachen, Kabarett und Popoetry. Wenn auch mit einem gewissen Hang zur Nostalgie, wie dem Rückblick auf die ersten beiden großen Lieben, singt, spielt und dichtet er sich doch entlang an den großen und kleinen Fragen unserer Zeit: Ist diese Welt überhaupt noch zu retten, und muss ich dazu von der Couch aufstehen? Wie sehen die Helden der neuen Generation aus? Ist das schon Glaube, wenn ich nur glaube, dass ich glaube? Und was glaubt eigentlich diese Kirche? Bin ich alt genug, um mich wieder jung fühlen zu wollen? Wann wird der Bio-Müll geholt? Und wann hat so ein Pressetext mal ein Ende? Wenn nicht jetzt, wo sonst!

Freitag, 23. Februar: Annette Postel, „Die Postel jubiliert“.

Nabelschau und „best of“ aus 25 Jahren prallem Bühnenleben. Kein bisschen weniger verspricht Annette Postel, Chanteuse, Musikkabarettistin und einzige deutschsprachige Operncomedienne, dazu umjubelte Moderatorin der „Tuttlinger Krähe 2020“ und Preisträgerin 2010 für diesen Abend. Blond, Frau, Sopran, große Klappe und laut … erwarten Sie einiges! Ihre Shows sind komisch und charmant, geistvoll und ein Augenschmaus, geprägt von feiner Erotik und einer hervorragenden Stimme: Mit ihrer wunderbaren Mischung aus Komödiantischem und großem sängerischem Können begeistert die Postel ihr Publikum zwischen Berlin und Zürich, Hamburg und Wien.

Die kongeniale Sängerin und Entertainerin jubiliert mit ihren Lieblingschansons, frechen Kreisler-Couplets, Weill-Songs und Filmmusik von Heymann, Operncomedy, Tangoparodien und Gänsehaut-Treibendem. Sie erzählt aus dem Nähkästchen und liest ein paar ihrer Kurzgeschichten, in denen sie uns an vergnüglichen Szenen des Bühnen- und Alltagslebens teilhaben lässt. Begleitet wird Annette Postel dabei von Sebastian Matz, dem Pianisten der ersten Stunde.

Nils Heinrich. Foto: Stefan Maria Rother

Freitag, 1. März: Nils Heinrich, „Junger Gebrauchter“

Nach elf langen Jahren ist er endlich zurück auf der Angerbühne … und mittlerweile ein „Junger Gebrauchter“: Vorhang auf und Pillenwecker aus fürs neue Programm von Nils Heinrich. Der knuddelige Kabarettist, der vor 50 Jahren in einer anderen Welt zur Welt kam, sagt „Na, du altes Gerippe?!“ zu seiner zweiten Lebenshälfte. Innen drin ist er immer noch 25. Draußen kriegt er jetzt Falten am Hals. Die Leute, die ihn regieren, sind teilweise jünger als er. Männer reden in diesem Lebensabschnitt immer weniger, Frauen immer mehr. Er ist jetzt sein eigenes Forschungsobjekt.

Wird er werden wie seine Eltern? Wird er konservativ? Wird er noch vergesslicher, als er jetzt schon ist? Geht das überhaupt? Ist es nicht sinnvoller, für sich selbst alternative Wahrheiten zu finden, damit man was Eigenes hat und sich von der spießigen Jugend abgrenzt?

Interessiert beobachtet er, wie die anderen auch älter werden. Wie sich bei Menschen seiner Altersgruppe die Tattoos in die Länge ziehen, weil dem Bindegewebe langsam die Piercings zu schwer sind. Lohnt es sich jetzt noch, Influencer zu werden? Und für was eigentlich? Für Hornhautraspeln? Für Brei? Und wer soll das überhaupt gucken? Gleichaltrige, die ihr Smartphone immer näher an die Augen halten? Warum? Weil im Alter die Arme kürzer werden? Oder damit sie auf dem Display überhaupt noch irgendwas erkennen? Fragen über Fragen und eine einzige Erkenntnis: du kannst nicht über den Tellerrand gucken, wenn du die Suppe bist.

Samstag, 16. März: Dagmar Schönleber,  „Die Felsin der Brandung“.

Sie ist eine Künstlerin, die für kluges Kabarett mit Herz und Haltung steht – und gleichzeitig für die Freude an der Albernheit. Ob es um die Beziehung zu Staubsaugerrobotern oder um die Zukunft der Menschheit geht – Dagmar Schönleber kümmert sich um die kleinen Probleme genauso wie um das generelle Überleben der Arten. Und das tut sie mit viel Gefühl bzw. mit vielen Gefühlen: von Wut bis Freude. Dabei bleibt sie aber immer stabil, die Felsin der Brandung eben. Aber kein Wunder: Wer sich als gebürtige Ostwestfälin im Rheinland zuhause fühlt, ohne die eigenen Wurzeln zu verlieren, hat ein Talent für Standfestigkeit und Integration. Dabei trotzt sie dem Sturm aus Fake-News, Fehlschlägen und falsch verstandener Fitness.

Sie verbindet Punkrock mit Poesie, sich selbst mit dem Publikum und Worte mit Musik, ob mit Gitarre oder fetten Beats, Ballade oder Disco. Dagmar Schönleber behandelt gesellschaftsrelevante Themen und bewahrt sich und uns in einer krisengeschüttelten Welt immer den Optimismus und den Blick auf die berührenden Kleinigkeiten des Alltags, die einem den Tag retten können. Jeder Abend mit Frau Schönleber ist gelebtes Krisenmanagement! Kabarett und Komik zwischen Schaps und Schnäppchen, mit Worten, Wumms und Westerngitarre.

Samstag, 11. Mai: Sebastian Lehmann, „Kinderzeit“

Er begeisterte mit seiner ersten Leseshow „Andere Kinder haben auch schöne Eltern“. Jetzt hat Sebastian die Seiten gewechselt. Denn bis vor Kurzem war er vor allem Sohn. Jetzt hat er selbst einen. Viele hatten ihm das gar nicht zugetraut. Vor allem seine Mutter nicht. Bis jetzt hatte Sebastian Elternzeit – viel Zeit mit seinen Eltern, die aus seiner Heimatstadt Freiburg anrufen. Und jetzt eben Kinderzeit. Schließlich ist es Quatsch, dass die Elternzeit „Elternzeit“ heißt. Eltern haben nämlich gar keine Zeit mehr – außer für die Kinder. Darum dreht sich sein neues Programm: um das Kind. Und natürlich auch um die Großeltern. Und vielleicht auch um die spätkapitalistischen Zumutungen der Postmoderne und die Moralkonzeption von Immanuel Kant. Es ist für alle Menschen geeignet: Die meisten sind ja entweder Kinder oder Eltern. Manche sind sogar beides. Wie Sebastian.

„Ich bin seit Neustem nicht mehr nur Kind, sondern auch Elternteil“, erklärt Sebastian. „Ich lerne mit 38 Jahren Blockflöte spielen und versuche meinem Vater zu erklären wie ein Smartphone funktioniert. Klappt beides nur so semigut. Sowieso kommt immer jemand und weiß es besser: „Das wird ja eh nichts, hab ich dir ja gleich gesagt!“ Meistens ist das die eigene Mutter. Und es stimmt. Sie hat es gesagt. Also: Hört alle auf eure Mütter!“

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