Grausiger Fund im Wald bei Rottweil: Schüler entdecken einen Schädel. Der Ausgangspunkt für einen Fall, der 13 Jahre zurück liegt. Und der Beginn des neuen Kriminalromans von Thilo Scheurer aus Zimmern: „Feuersee“.
Klar: Der Feuersee liegt in Stuttgart, und dort ist (in Scheurers Krimi-Universum) die LKA-Abteilung „T.O.M.“, Tote ohne Mörder, die sich um ungelöste Mordfälle kümmert. Wir haben schon zwei Krimis mit dem oberkorrekten Oberkommissar Sebastian Franck „mit ck“ gelesen, und das ist nun der dritte. Er muss nun mit dem Rottweiler Ermittler-Duo Treidler und Melchior, das wir nun schon aus drei Romanen kennen, ein Stückweit zusammenarbeiten. Zuständig aber ist, das wird schon bald klar, der Stuttgarter – weil während des „Sommermärchens“ 2006 in der Landeshauptstadt eine grausige Tat begangen worden ist.
Thilo Scheurer ist wieder eine spannende Geschichte gelungen. Er lässt die Leser teilhaben an der akribischen Polizeiarbeit, die ihn besonders interessiert – „da musste ich gut recherchieren“, berichtete er. Zum Glück ist das Landeskriminalamt im Internet sehr auskunftsfreudig. So kam der Autor zu frischen Informationen über neue Verfahren. Die schildert er anschaulich, ohne dabei den roten Faden der Spannung zu verlieren.
Spiel mit Verjährung
Stück für Stück kommen Kommissar und Leser dem Täter näher, der sich nach so langer Zeit schon sicher wähnt. Zumal die Polizei schon den Täter zu kennen glaubte, ihn aber nie erwischte. Die Faszination der „cold cases“, auch das Spiel mit Verjährungen, das lässt uns nicht kalt – sollte ein übler Bursche völlig straffrei davonkommen? Die Lösung soll hier natürlich nicht verraten werden. Auch wenn Scheurer schon genügend Hinweise eingestreut hat.
Und dann gibt’s noch eine Nebenhandlung, die in den ersten beiden Stuttgart-Krimis eine Rolle spielte, aber noch offen blieb. „Leser haben mir gesagt, du musst das schon auflösen“, berichtete Scheurer der NRWZ. Was er auch getan hat. Ein Zeichen, dass nun die Geschichte der Stuttgarter auserzählt ist? Scheurer jedenfalls plant schon den nächsten Roman, wie er der NRWZ verraten hat. Die Idee: Einen „Urlaubskrimi“ zu schreiben. Zwar mag er den Begriff nicht, aber der hat sich so eingebürgert: Einen Kriminalroman in Gegenden anzusiedeln, wo viele Urlaub machen. Im Frühjahr, nach Vollendung von „Feuersee“, hat er sich schon mal die Kanaren angeschaut. Doch nicht nur die Recherche nimmt Zeit in Anspruch, auch die „Erfindung“ eines neuen Teams. Ziemlich sicher ist daher, dass es im kommenden Jahr keinen neuen Scheurer-Krimi geben wird.
„Neckarsturm“ in zweiter Auflage
Vor Kurzem hat der Verlag gemeldet, dass die erste Auflage von „Neckarsturm“, seinem vierten Rottweil-Krimi, ausverkauft und eine zweite Auflage bereits in den Läden ist.
Für den aktuellen Roman „Feuersee“ aber gilt der Tipp an die Leser: Nehmen Sie sich genügend Zeit, Sie werden das Buch vor dem Ende nur ungern aus der Hand legen. Und 300 Seiten müssen erst mal geschafft werden.