Echt netter Rap aus Rottweil

CD-Vorstellung

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Giulio Verdesca alias „Freazer“ stellt seine erste CD vor. Foto: Andreas Linsenmann
Giulio Verdesca alias „Freazer“ stellt seine erste CD vor. Foto: Andreas Linsenmann

Rap ist popu­lär wie nie, hat aber ein zwie­späl­ti­ges Image. Denn all­zu oft pro­pa­giert der rhyth­mi­sche Sprech­ge­sang Aggres­si­on und Gewalt – Reiz­fi­gu­ren wie Bushi­do bas­teln damit regel­recht eine Mar­ke. Es gibt aber auch ande­ren Rap. Für einen posi­ti­ven, auf­bau­en­den Rap steht etwa Giu­lio Ver­de­s­ca aus Rott­weil. Gera­de hat er sei­ne ers­te CD pro­du­ziert.

Giulio Verdesca alias „Freazer“. Foto: Andreas Linsenmann
Giu­lio Ver­de­s­ca ali­as „Frea­zer“. Foto: Andre­as Lin­sen­mann

Ver­de­s­ca, Jahr­gang 1992, ist schon seit gut zehn Jah­ren in der Rap-Sze­ne unter­wegs. Dort fir­miert er unter dem Künst­ler­na­men „Frea­zer“. Pate stand dabei die Figur „Frei­za“ aus der Man­ga-Kult-Serie „Dra­gon Balls“: Eine mäch­ti­ge, aber rät­sel­haf­te Gestalt, die zum Bei­spiel immer wie­der Anlass zu wil­den Spe­ku­la­tio­nen gibt, wel­chem Geschlecht sie zuzu­rech­nen sei.
Das hat Giu­lio Ver­de­s­ca inspi­riert: Nicht in Scha­blo­nen ste­cken zu blei­ben, son­dern die Welt auch mal anders zu den­ken. In sei­ner Musik treibt ihn genau die­ser Anspruch an. „Beim Rap geht es oft um das Abwer­ten ande­rer und um Gewalt“, sagt er – ein nega­ti­ves Mus­ter, mit dem Giu­lio Ver­de­s­ca, den fami­liä­re Wur­zeln auch mit Lec­ce in Apu­li­en ver­bin­den, so gar nichts anfan­gen kann.

Das Cover der neuen CD.
Das Cover der neu­en CD.

Klar will auch er den Fans einen coo­len Rap bie­ten, mit Beats, die unter die Haut gehen und Tex­ten, die Pro­ble­me und Stim­mungs­la­gen auf den Punkt brin­gen. Vor­bild ist für ihn dabei ein Old-School-Hip Hop, wie er ihn etwa bei der US-ame­ri­ka­ni­schen Rap-Legen­de Tupac Shakur ver­wirk­licht sieht. Das sei kei­ne durch­kom­mer­zia­li­sier­te, auf Ver­kaufs­er­folg getrimm­te Musik wie heu­te oft, sagt Ver­de­s­ca. „Es geht dar­um, authen­tisch zu sein, und zu leben was man erzählt“, unter­streicht er.

Aber Ver­de­s­ca hält nicht nur klang­lich dage­gen. Sein Rap ist vor allem inhalt­lich ein Gegen­ent­wurf. „Gedan­ken sind Kraft“, sagt er. Und des­halb will er mit sei­nem Rap eine posi­ti­ve Bot­schaft in die Welt sen­den. „Mir geht es um Fried­fer­tig­keit und Nächs­ten­lie­be“, erläu­tert der jun­ge Mann. Und es klingt gar nicht kit­schig, wenn er das sagt. Son­dern viel­mehr nach einem ech­ten Anlie­gen.

So singt er enga­giert von Tole­ranz, davon, sich kein Urteil über Leu­te zu bil­den, die man nicht kennt, davon, Unheil zu bekämp­fen und nicht auf­zu­ge­ben. Auch eine nicht zu knap­pe Pri­se Sys­tem­kri­tik ist mit dabei, wenn er etwa tex­tet: „Sie hal­ten uns auf einer nied­ri­gen Fre­quenz. Statt dich sel­ber zu erken­nen folgst du x‑beliebigen Trends.”

Nicht zuletzt hat Giu­lio Ver­de­s­ca jedoch auch einen spi­ri­tu­el­len Hin­ter­grund. Sei­ne ers­te CD trägt daher auch den Titel „Vis­hud­dha“ – in der Yoga-Leh­re die Bezeich­nung für eines der Kraft­zen­tren des Kör­pers. In die­sem Sin­ne möch­te Ver­de­s­ca mit sei­nem Rap Kräf­te frei­set­zen. „Ich will ein Wecker sein“, sagt er. Er will jun­ge Leu­te zu mehr Selbst­er­kennt­nis füh­ren. Und dazu, das Leben nicht destruk­tiv anzu­ge­hen. Sein Mot­to: „Gib nicht ande­ren die Schuld. Sei die Ver­än­de­rung, die Du in der Welt sein willst“.

Info: Die CD „Vis­hud­dha“ ist bei der Musik­box in Rott­weil für zehn Euro erhält­lich. Musik von Giu­lio Ver­de­s­ca kann man sich auch unter facebook.com/freazerrap sowie unter soundcloud.com/frea-zer anhö­ren.

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