Das Auto- und Uhrenmuseum in Schramberg hat unter dem Titel „Einfach geschickter“ das Leben der Frau in der Uhrenindustrie visualisiert. „Die Industrialisierung Europas wäre ohne die Arbeitskraft von Frauen nicht möglich gewesen“, stellt Museumsleiter Harald Burger in einer Pressemitteilung fest. Das Museum zeigt diese historische Leistung und beleuchtet einen kleinen Teil des mühevollen Weges der Frauen.

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Frauen schufteten in den Fabriken nicht nur im Rhythmus der Maschinen, sie bewährten sich zudem als zuverlässige und billige Heimarbeiterinnen und Werbeobjekte. Nebenbei kochten sie als „ölfeWeiber“, das Mittagessen für die ganze Familie. Dafür durften sie etwas früher in die Mittagspause gehen. Sie wickelten nach getaner Arbeit in der Fabrik die Haus- und Hofarbeiten ab, kümmerten sich um die Kinder und wuschen die Wäsche.

Dieser nachdenkliche Einblick in der Uhrenabteilung des Auto- und Uhrenmuseums zeige, dass die Erfolgsgeschichte der Uhrenindustrie, so auch bei der Firma Junghans und der Hamburg amerikanischen Uhrenfabrik in Schramberg, keine reine Männersache war, sondern maßgeblich von der Belastbarkeit, der Geschicklichkeit und Fingerfertigkeit weiblicher Arbeitskräfte geprägt wurde, schreibt Burger.

Billige Arbeitskräfte mit mehr Geschick: Frauen in der Uhrenproduktion. Foto: pm

Frauen galten damals für viele Tätigkeiten als geschickter. Durch die früh erlernten Handarbeiten, mit denen sie ihre Fingerfertigkeiten schulten, boten sie sich für die filigranen Arbeiten, vor allem in der Uhrenindustrie, an. „Außerdem erwiesen sich die Frauen für die Arbeitgeber in einem weiteren Fall als geschickter – sie waren billiger und standen wesentlich stärker unter sozialen Zwängen als die Männer“, analysiert Burger.

Info: Zu sehen ist diese Sonderschau zu den üblichen Öffnungszeiten des Museum; Dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr. Letzter Einlass ist eine Stunde vor Schließung.