Laila Salome Fischer (Sopran), Magnus Mehl (Jazzsaxophon) und das Barockensemble Il Giratempo interpretieren Musik aus der Welt der legendären Barbara Strozzi (1619 -1677).Foto: pm

ROTTWEIL – Mit dem Ende der Som­mer­fe­ri­en geht auch die Rei­he der Som­mer­kon­zer­te in Rott­wei­ler Kir­chen zu Ende. Das ach­te und somit das letz­te Som­mer­kon­zert fin­det statt am Sonn­tag, 8. Sep­tem­ber ab 200 Uhr in der Pre­di­ger­kir­che.

Fun­ken­sprü­hen­de Dia­lo­ge zwi­schen Stim­me und Saxo­phon und lupen­rei­ne Barock­mu­sik –Lai­la Salo­me Fischer (Sopran), Magnus Mehl (Jazz­sa­xo­phon) und das Barock­ensem­ble Il Gira­tem­po inter­pre­tie­ren Musik aus der Welt der legen­dä­ren Bar­ba­ra Stroz­zi (1619 ‑1677).Wir fin­den uns im Vene­dig des frü­hen 17. Jahr­hun­derts. Die ers­te Blü­te­zeit der Oper ist gleich­zei­tig die Geburts­stun­de einer libe­ra­len, säku­lä­ren Musik­sze­ne. Expres­si­ver Solo­ge­sang und atem­be­rau­bend vir­tuo­se Instru­men­tal­mu­sik erset­zen die poly­pho­ne Stren­ge frü­he­rer Zei­ten.

Kom­po­nis­ten­kar­rie­ren sind nicht mehr an Kir­chen­äm­ter geknüpft. Jun­ge Kom­po­nis­ten, Maler und Bohe­mi­ens erobern die Salons der kunst­be­flis­se­nen Eli­ten. Eine Frau gehört zu den füh­ren­den Köp­fen der neu­en Musi­ker­ge­nera­ti­on: Die Kom­po­nis­tin und Sän­ge­rin Bar­ba­ra Stroz­zi ist ein Kind der Lagu­nen­stadt und fin­det dort opti­ma­le Bedin­gun­gen für ihre Kunst. Ihre Kom­po­si­tio­nen zeu­gen von der Aben­teu­er­lust einer Musik­welt, die sich auf dem Weg in eine neue Ära fühlt.

Im Dia­log mit dem renom­mier­ten Jazz­sa­xo­pho­nis­ten Magnus Mehl (Jazz­preis des Lan­des Baden-Würt­tem­berg 2015) spürt die Sopra­nis­tin Lai­la Salo­me Fischer die­ser Atmo­sphä­re von Auf­bruch und Ent­de­cker­geist nach. Getra­gen von den beson­de­ren Klang­far­ben von Lau­te, Vio­la da Gam­ba und Cem­ba­lo greift Magnus Mehl die his­to­ri­schen Melo­di­en und Rhyth­men auf und über­setzt sie in sei­ne ganz eige­ne Klang­spra­che.

Lai­la Salo­me Fischer ist eine jun­ge Ber­li­ner Sopra­nis­tin, deren Reper­toire neben klas­si­schen Kolo­ra­tur- und Mez­zo­par­ti­en auch Wer­ke der Alten Musik und zeit­ge­nös­si­sche Kom­po­si­tio­nen umfasst. Sie sang Haupt­rol­len u.a. an der Deut­sche Oper Ber­lin, der Sum­mer Ope­ra Tel Aviv und bei den Bre­gen­zer Fest­spie­len.

Magnus Mehl, der in Ams­ter­dam, Köln, Nürn­berg, Stutt­gart und New York Jazz­sa­xo­phon stu­diert hat, ist 1. Preis­trä­ger zahl­rei­cher renom­mier­ter Wett­be­wer­be und gas­tiert regel­mä­ßig bei inter­na­tio­na­len Fes­ti­vals. Kon­zert­rei­sen führ­ten ihn nach Asi­en, Mit­tel­ame­ri­ka und in vie­le euro­päi­sche Län­der. Das Ensem­ble „Il Gira­tem­po“, „Der Zei­ten­wand­ler“ möch­te sein Publi­kum nicht in ver­gan­ge­ne Jahr­hun­der­te ent­füh­ren. Das jun­ge Ensem­ble hat es sich viel­mehr zur Auf­ga­be gemacht, mit den Schät­zen sei­ner Rei­sen in die Ver­gan­gen­heit das Hier und Jetzt auf­zu­mi­schen. Dávid Budai (Vio­la da Gam­ba), Max Vol­bers (Block­flö­te, Cem­ba­lo) und Vanes­sa Hei­nisch (The­or­be, Barock­gi­tar­re) haben sich der Musik des 17. und frü­hen 18.Jahrhunderts ver­schrie­ben, dar­ge­bo­ten in außer­ge­wöhn­li­chen Zusam­men­stel­lun­gen und insze­niert als Fes­te für die Sin­ne. Neben Musik von Bar­ba­ra Stroz­zi erklin­gen Wer­ke von Clau­dio Mon­te­ver­di, Giu­lio Cac­ci­ni und ande­ren.