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Dienstag, 18. Februar 2020

Forschender Maler bei Podium Kunst

Christian Kromath stellt im Schramberger Schloss aus

„Tinktur“ überschreibt der Maler, Jahrgang 1961, die Ausstellung. Diese Überschrift habe er einem Arbeitszyklus der letzten beiden Jahre gegeben. Tinktur weist auf Wissenschaft: „Ich betrachte meinen Arbeitsprozess als Forschung. Gehe dem schöpferischen Prozess nach“, erläutert er. 

In der Malerei gehe es sowohl um Strategie, den Bildaufbau, als auch um Zufälle. „Ich arbeite mit dem, was sich ergibt.“ Eine Tinktur diene auch als Prüfmittel, um etwas zu testen.

Geboren in Lahr hat Kromath in den 80er Jahren an der Akademie der bildenden Künste in München studiert. Später arbeitete er in Salzburg mit dem dänischen Maler Per Kirkeby, von dem er wichtige Impulse empfangen habe. Seit 1991 lebt und arbeitet Kromath in Köln, wo er eigentlich nur einen Sommer bleiben wollte, dann aber hängengeblieben sei.

Zeit und Offenheit

Seine Bilder, alle nicht gegenständlich, seien „kein Mainstream“. Seine Arbeit und sein Malstil hätten sich über Jahrzehnte entwickelt, beschreibt er sich selbst. Er mache die Erfahrung, dass die Betrachter „ein Gespür dafür hätten, was echt und was aufgesetzt ist“. 

Seine Bilder entstünden durch viele Schichtungen, mal in wenigen Tagen, manchmal in jahrelanger Auseinandersetzung. Er wolle keine Botschaften vermitteln. „Aber ich gehe einer Wirklichkeit nach, die sich aus einem Bild herausschält.“ Um das zu entdecken, brauche der Betrachter aber Zeit und Offenheit.

Kromath hat in Köln, aber auch immer wieder in seiner Heimatstadt und in vielen anderen Städten, in Berlin, München oder Stuttgart seine Bilder gezeigt. Rémy Trevisan vom Schramberger Kunstverein Podium Kunst kennt Kromath schon seit 25 Jahren. „Es freut mich, diesen starken Maler in Schramberg zeigen zu können.“

Zur Eröffnung am Freitagabend um 19.30 Uhr im Schloss wird der Kulturjournalist Stefan Tolksdorf sprechen.

Info: Die Ausstellung im Schramberger Schloss ist bis zum 1. März zu sehen. Geöffnet von Dienstag bis Samstag von 13 bis 17 Uhr.  Sonntags und an Feiertagen von 11 bis 17 Uhr.

 

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