Häftlinge verewigten sich im Schwarzen Tor

Häftlinge verewigten sich im Schwarzen Tor

ROTTWEIL – Das Stadtmuseum zeigt derzeit ein besonderes Originalteil des Schwarzen Tors: Im kleinen Schaufenster ist ein Fenstersims ausgestellt, in das Häftlinge ihre Namen ritzten. Historischer Hintergrund: Das Tor diente bis ins 19. Jahrhundert hinein als Gefängnis.

Die Platte aus rotem Sandstein mit Einritzungen wurde bei Bauarbeiten in der Hinteren Höllgasse entdeckt. Bei der Platte handelt es sich ursprünglich wohl um ein Fenstersims des Schwarzen Tors. Und zwar im Obergeschoss in der Gefängniszelle des „Schafbibles“. Dieses stammte aus Schwenningen und war insgesamt, mit Unterbrechungen, 1004 Tage in einer Zelle des Schwarzen Tors gefangen.

Bei Führungen durch das Schwarze Tor können Besucher in einer Zellentüre weitere Schnitzereien dieses Häftlings entdecken. Dargestellt sind auf der Steinplatte Adam und Eva sowie zahlreiche Einritzungen von Jahreszahlen des „Schafbibles“ und anderen Inhaftierten: Schafbible 1848, I Forschner, Wilhelm Lutz Böhringen 1851, Franz Bettinger, Greg(or) Reiter, Allgeier Franz. Unten, rechts der Mitte, befindet sich eine Wetzstelle, an der die Häftlinge wohl ihr Schreibwerkzeug schärften.

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Quelle: NRWZ.de – veröffentlicht am 2. Juni 2020 von Pressemitteilung (pm). Erschienen unter https://www.nrwz.de/kultur/haeftlinge-verewigten-sich-im-schwarzen-tor/265494