Kul­tur Kam­mer­mu­sik von sel­te­ner Klang­fül­le

Kammermusik von seltener Klangfülle

ROTTWEIL – Das neun­te Kon­zert des Rott­wei­ler Musik­fes­ti­vals Som­mer­spros­sen fin­det am Don­ners­tag, 13. Juli, im Jugend­stil­saal des Rot­ten­müns­ters statt. „Con spi­ri­to à trois“ – drei Musi­ker: Flö­te, Oboe und Kla­vier und eine Fül­le an Kam­mer­mu­sik, die sel­ten zu hören ist. Beginn ist um 20 Uhr, Ein­lass ab 19 Uhr.

Es ste­hen Wer­ke von Franz Rei­zen­stein („Three Con­cert Pie­ces“ und Trio in A), von Gün­ter Rapha­el (Sona­te fis-moll op. 47 Nr. 7 und Sona­te h‑moll o. 32), Jules Demers­se­man und Félix Charles Ber­t­hé­le­my (Guil­lau­me Tell/ Duo Bril­lant) sowie André Cap­let (Reve­rie et peti­te Val­se) auf dem Pro­gramm – alle­samt aus dem 19. und 20. Jahr­hun­dert.

Mit sei­nem Kom­po­si­ti­ons­leh­rer Paul Hin­de­mith teil­te Franz Rei­zen­stein das Schick­sal der Ver­trei­bung aus Nazi-Deut­sch­­land. Rei­zen­stein, 1911 in Nürn­berg gebo­ren, war ein Wun­der­kind, das mit fünf Jah­ren zu kom­po­nie­ren begann. Mit 17 hat­te er schon ein klei­nes Oeu­vre bei­sam­men, dar­un­ter ein Streich­quar­tett. Mit 23 floh er aus sei­ner Hei­mat – und hat­te das Glück, in Lon­don beim Kom­po­nis­ten Vaug­han Wil­liams stu­die­ren zu kön­nen. Auch Gün­ter Rapha­el, 1903 in Ber­lin gebo­ren, war ein Früh­be­ru­fe­ner, der schon mit zehn Jah­ren kom­po­nier­te. Der Früh­stil wur­zelt noch in der Spät­ro­man­tik.

Bald schon nahm er aber Füh­lung mit der Musik der Zeit­ge­nos­sen auf, mit beson­de­rer Nähe zu Hin­de­mith. Mit 23 wur­de er Leh­rer für Kon­tra­punkt und Musik­theo­rie in Leip­zig, wo er 1926 den Durch­bruch als Kom­po­nist erleb­te: mit der Urauf­füh­rung sei­ner 1. Sin­fo­nie unter Lei­tung von Wil­helm Furt­wäng­ler! Der Bruch kam durch das Berufs­ver­bot durch die Nazis, und nach dem Krieg fass­te Rapha­el nur schwer wie­der Fuß, blieb auch iso­liert von den neu­en Neu­tö­nern. Jules Demers­se­m­ans wur­de als Elf­jäh­ri­ger am Con­ser­va­toire de Paris auf­ge­nom­men, ent­wi­ckel­te sich zu einem bril­lan­ten Flö­tis­ten, wur­de aber nur 34 Jah­re alt. Zusam­men mit dem Obo­is­ten Felix Ber­t­hé­le­my hat er eine wun­der­bar spiel­freu­di­ge Ros­­si­­ni-Ada­p­­ta­ti­on erstellt: ein „Duo bril­lant“.

André Cap­let hat­te einst bei einem Kom­po­si­ti­ons­wett­be­werb sogar Mau­rice Ravel geschla­gen. Ein Gift­gas­an­griff wäh­rend des ers­ten Welt­krie­ges zer­stör­te sei­ne Gesund­heit und damit sei­ne bereits erfolg­rei­che Kar­rie­re als Diri­gent. Er starb 1925 und hin­ter­ließ unter ande­rem die „Rêve­rie“: Zeug­nis eines klang­sinn­li­chen Impres­sio­nis­mus.

Es spie­len: Andrea Lie­ber­knecht (Flö­te), Ingo Goritz­ki (Oboe) und Kal­le Ran­da­lu (Kla­vier).

Die Tickets sind in der Tou­­rist-Infor­­ma­­ti­on Rott­weil (Tele­fon 0741/ 494–280) und im Vor­ver­kauf der Volks­bank Rott­weil (Tele­fon 0741/ 474–129) sowie bei allen Vor­ver­kaufs­stel­len in der Regi­on erhält­lich. Infor­ma­tio­nen zum Rott­weil Musik­fes­ti­val Som­mer­spros­sen gibt es unter www.triok.de und www.sommersprossen-rottweil.de.

Diesen Beitrag teilen …

Meistgelesen

Unfall zwischen Rottweil und Schömberg: drei Verletzte

Bei einem schwe­ren Ver­kehrs­un­fall auf der B 27 zwi­schen Rott­weil und Schöm­berg sind am Nach­mit­tag drei Per­so­nen ver­letzt wor­den. Dar­un­ter ein Elf­jäh­ri­ger,…

Folgen Sie uns

15,610FansGefällt mir
1,455Fol­lo­werFol­gen
1,100Fol­lo­werFol­gen

Schon gelesen?