Kleine Theateraktion in Rottweils Fußgängerzone

Kleine Theateraktion in Rottweils Fußgängerzone

ROTTWEIL – Das Zimmertheater Rottweil lädt ein zu einer kleinen Theater-Aktion am Montag, 30. November ab 14 Uhr in der Fußgängerzone in Rottweil vor dem alten Rathaus am Brunnen.

Der Lockdown für die Theater wurde auf der Ministerpräsidentenkonferenz bis 20. Dezember verlängert, aber es sieht im Moment so aus, als würde die Verlängerung noch weiter bis in den Januar reichen. Die Ensembles dürfen proben, was das Zimmertheater mit voller Kraft auch macht. Wenn die Theater wieder öffnen, kann das Zimmertheater dann gleich mindestens fünf verschiedene Stücke anbieten: die Premieren „Friedrich Prinz von Homburg“ von Heinrich von Kleist und „Ronja Räubertochter“ von Astrid Lindgren, die Wiederaufnahmen „Atmen“ von Duncan Mcmillan (diese Inszenierung hatte bisher nur zwei Aufführungen), „Das kunstseidene Mädchen“ von Irmgard Keun, „Nathan der Weise“ vom G.E. Lessing und vielleicht noch ein Überraschungsstück. Mit der Alten Stallhalle hat das Theater einen Spielort in dem alle Abstands- und Hygieneregeln gut eingehalten werden können.

Der  gemeinsame Aktionstag der Theater und Orchester am Montag 30. November aller im Deutschen Bühnenverein organisierten Theater und Orchester Deutschlands ist eine bundesweite Aktion. Man möchte trotz fortdauernder Schließung aufgrund des weiterhin beunruhigenden Infektionsgeschehens ein Zeichen von Zuversicht, künstlerischer Energie und Verbundenheit an das Publikum senden. 

“Wir sind da– trotz des Lockdowns und lesen kurze Ausschnitte aus „Das tägliche Leben“ von Marguerite Duras, der Niederschrift einer Gesprächsserie der Autorin mit Jeröme Beaujour. Es geht auf das Konkreteste um alles: um Theater, Männer und Frauen, einen Ort für sich zu haben, Aberglauben, Angst, Anstand und, natürlich, die Autorschaft selbst. Beobachtungen, Bekenntnisse, Kontemplatives, Öffentliches und Privates durchdringen sich. 

Kultur, Theater und Orchester sind wichtig für den sozialen Zusammenhalt, die gesellschaftliche Orientierung und die individuelle Sinnstiftung. Dazu gehört für uns auch die Solidarität mit anderen Institutionen des öffentlichen Lebens, Kultureinrichtungen und freischaffenden Künstler*innen und mit all denen, die durch die Situation existentiell bedroht sind, ” so die Intendanten Bettina Schültke und . Peter Staatsmann.

“Dem Vorstand der Intendantgruppe schließen wir uns an: Theater und Orchester sind offene Diskursräume unserer demokratischen Gesellschaft und eine Einladung, das Verbindende zu suchen und der Polarisierung entgegen zu wirken. Über die Kunst verständigen wir uns darüber, wie wir zusammenleben wollen, üben uns in Empathie und Mut, ermöglichen Teilhabe. Wenn sich die Theater und Orchester zurzeit auch nicht als Orte des Zusammenkommens zur Verfügung stellen können, so möchten sie dennoch einen Impuls von Lebendigkeit geben und ihrem Glauben an die künstlerische Utopie Ausdruck verleihen. Sobald es wieder möglich ist, stehen sie für die künstlerische Aufarbeitung unserer gesellschaftlichen Krise zur Verfügung.”

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Quelle: NRWZ.de – veröffentlicht am 27. November 2020 von Pressemitteilung (pm). Erschienen unter https://www.nrwz.de/kultur/kleine-theateraktion-in-rottweils-fussgaengerzone/293362