ROTTWEIL – Mit Unter­stüt­zung des Minis­te­ri­ums der Jus­tiz und für Euro­pa und in Koope­ra­ti­on mit den Gerichts­stand­or­ten im Land prä­sen­tiert das Thea­ter Lin­den­hof Mel­chin­gen am 29. Mai ab 20 Uhr im Schwur­ge­richts­saal des Land­ge­richts Rott­weil das Stück von Hein­rich Kleist „Der zer­bro­che­ne Krug“.

Das Lust­spiel, das Kleist 1806 schrieb, han­delt von einem Ver­wirr­spiel um Macht und Macht­miss­brauch. Dorf­rich­ter Adam ver­han­delt die Gescheh­nis­se einer Nacht, zu der er selbst am bes­ten berich­ten könn­te. Was sich genau zuge­tra­gen hat, wis­sen nur er und Eve die Toch­ter der Klä­ge­rin. Aber auch Ruprecht der Ver­lob­te der Eve, hat in der Nacht eine Ent­de­ckung gemacht. Es geht nicht nur um einen zer­bro­che­nen Krug, son­dern auch um zer­schla­ge­ne Ehre und ein Dorf­ge­fü­ge, das auf Grund der Gescheh­nis­se ins Wackeln gerät. Rich­ter Adam steht unter Druck und ver­sucht die Dorf­leu­te durch merk­wür­di­ge Win­kel­zü­ge zu einem für ihn glimpf­li­chen Aus­gang zu bewe­gen. Das uner­war­te­te Erschei­nen des Gerichts­rats bringt ihn noch mehr in Bedräng­nis und er ist gezwun­gen, an allen Fron­ten gleich­zei­tig zu agie­ren. Er ver­hed­dert sich im Gespinst sei­ner eigen­mäch­ti­gen und eigen­ar­ti­gen Recht­spre­chung, strau­chelt und kommt schließ­lich zu Fall.

Gui­do Wolf, der Jus­tiz­mi­nis­ter des Lan­des Baden-Würt­tem­berg schrieb in sei­nem Gruß­wort zu der Ver­an­stal­tungs­rei­che Thea­ter im Gericht u.a.: „Dass ein Gericht sei­ne Türen öff­net ist nichts Außer­ge­wöhn­li­ches, wer­den doch schließ­lich die Urtei­le in unse­rem Rechts­staat öffent­lich und „im Namen des Vol­kes“ ver­kün­det. Doch dass ein Gerichts­saal zum Wohn­zim­mer für Thea­ter­lieb­ha­ber und Kul­tur­in­ter­es­sier­te wird, ist gewiss nicht all­täg­lich: Gemein­sam mit dem renom­mier­ten Thea­ter Lin­den­hof möch­te ich den Ver­such unter­neh­men, dass sich Kul­tur und Jus­tiz in Baden-Würt­tem­berg auf „schau­spie­le­ri­sche“ Art und Wei­se für einen Moment auf­ein­an­der ein­las­sen. An unter­schied­li­chen Stand­or­ten im Land sol­len Gerichts­sä­le zu Büh­nen wer­den, auf denen zwar kein Recht gespro­chen, aber dafür Schau gespielt wird.“

Kar­ten kön­nen über das Thea­ter Lin­den­hof, online oder in den Vor­ver­kaufs­stel­len oder an der Info­thek des Amts-/Land­ge­richts, EG, König­stra­ße 20, in Rott­weil erwor­ben wer­den.