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Freitag, 28. Februar 2020

„Kopien der Schöpfung“ in der Paradiesgasse

Der Maler Gerd Pflumm ist dem Schönen auf der Spur

SCHRAMBERG (him) – Seit vielen Jahren hat sich der Schramberger Maler Gerd Pflumm dem Fotorealismus verschrieben. Nun hat er eine neue Ausstellung zusammengestellt: “Dem Schönen auf der Spur”.  Dafür hat er sich nach Pflanzen und Tieren, Landschaften und Prominenten Autos als Sujet vorgenommen. „Ich brauche immer mal was anderes“, erläutert Pflumm in seinem Atelier-Café, „ sonst wird’s ja langweilig.“

Bei seinen Bildern gehe es ihm immer um Form und Farbe, egal ob er ein winziges Insekt male oder eben einen Porsche. „Man kopiert eigentlich immer nur die Schöpfung“, wird er philosophisch, „vom kleinen Teil zum großen Ganzen. Kosmos und Miniatur.“

VW-Käfer verbraucht wenig Öl

Der Ausstellungstitel „dem Schönen auf der Spur“ passe auch für Autos, die ja auch „auf der Spur“ bleiben sollen. Seine Autos seien „umweltfreundlich, weil emissionsfrei“ scherzt er. Auch beim VW-Käfer habe er „wenig Öl gebraucht – auf der Leinwand.“ Sein erstes eigenes Auto sei ein Käfer gewesen, der neben einem ordentlichen Ölverbrauch auch sonst so seine Macken hatte: Wenn man den Blinker einschalten wollte, ging der Scheibenwischer.

Fürs Malen macht sich Pflumm Notizen, fertigt Skizzen an und fotografiert. „Den Fotorealismus gibt’s erst, seit es Fotos gibt.“

Doch es gibt Ausnahmen. Gelegentlich arbeitet er auch „nach der Natur“. Pflumm geht zum Schaufenster seines Atelier-Cafés und holt ein kleines Stillleben. Dunkelblaue Pflaumen in einer weißen Porzellan-Schale. Auf einer Pflaume sitzt eine Wespe, eine zweite krabbelt auf dem Tischtuch. „Die Pflaumen habe ich gesehen, bevor sie meine Frau zu Zwetschgenkuchen verarbeitet hat…“ Die eine Wespe habe tot im Schaufenster gelegen. „Dieses Schwarzgelb ist doch auch was Schönes“, findet er.

Nah dran

Für ihn stehe das „nah dran“ immer im Fokus. Beim Betrachten der Auto-Bilder könne man auch noch eine andere Realität entdecken, etwa in den Spiegelungen des Lacks oder der Stoßstangen. „Da erkennt man die Lichter in der Ausstellungshalle.“

Foto: privat

Der Schramberger Künstler Pflumm gehöre inzwischen zu den bekannten deutschen Realisten in der Malerei. Das stellte Helmut Orpel in der internationalen Fachzeitschrift „Der Kunsthandel“ in einem Artikel über Pflumms Porträts fest. Und weiter: „Mit diesen Bildern möchte man sich umgeben.“ Wer sich davon überzeugen möchte, ist in seiner Galerie in Schramberg in der Paradiesgasse willkommen.

Info: Die Ausstellung mit dem Titel “Dem Schönen auf der Spur” ist vom 16. September bis zum 19. November im Atelier Pflumm, Paradiesgasse 7, in Schramberg zu sehen.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 9 bis 13 Uhr und 14 bis 18 Uhr, Samstag 9 bis  18 Uhr, Sonntag 14 bis 18 Uhr, Montag Ruhetag.

 

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