Kopien der Schöpfung” in der Paradiesgasse

Der Maler Gerd Pflumm ist dem Schönen auf der Spur

Der Maler Gerd Pflumm arbeitet an seinem Porschebild in seinem Schramberger Atelier. Foto: Pflumm

SCHRAMBERG (him) – Seit vie­len Jah­ren hat sich der Schram­ber­ger Maler Gerd Pflumm dem Foto­rea­lis­mus ver­schrie­ben. Nun hat er eine neue Aus­stel­lung zusam­men­ge­stellt: “Dem Schö­nen auf der Spur”.  Dafür hat er sich nach Pflan­zen und Tie­ren, Land­schaf­ten und Pro­mi­nen­ten Autos als Sujet vor­ge­nom­men. „Ich brau­che immer mal was ande­res“, erläu­tert Pflumm in sei­nem Ate­lier-Café, „ sonst wird’s ja lang­wei­lig.“

Bei sei­nen Bil­dern gehe es ihm immer um Form und Far­be, egal ob er ein win­zi­ges Insekt male oder eben einen Por­sche. „Man kopiert eigent­lich immer nur die Schöp­fung“, wird er phi­lo­so­phisch, „vom klei­nen Teil zum gro­ßen Gan­zen. Kos­mos und Minia­tur.“

VW-Käfer verbraucht wenig Öl

Der Aus­stel­lungs­ti­tel „dem Schö­nen auf der Spur“ pas­se auch für Autos, die ja auch „auf der Spur” blei­ben sol­len. Sei­ne Autos sei­en „umwelt­freund­lich, weil emis­si­ons­frei“ scherzt er. Auch beim VW-Käfer habe er „wenig Öl gebraucht – auf der Lein­wand.“ Sein ers­tes eige­nes Auto sei ein Käfer gewe­sen, der neben einem ordent­li­chen Ölver­brauch auch sonst so sei­ne Macken hat­te: Wenn man den Blin­ker ein­schal­ten woll­te, ging der Schei­ben­wi­scher.

Fürs Malen macht sich Pflumm Noti­zen, fer­tigt Skiz­zen an und foto­gra­fiert. „Den Foto­rea­lis­mus gibt’s erst, seit es Fotos gibt.“

Doch es gibt Aus­nah­men. Gele­gent­lich arbei­tet er auch „nach der Natur“. Pflumm geht zum Schau­fens­ter sei­nes Ate­lier-Cafés und holt ein klei­nes Still­le­ben. Dun­kel­blaue Pflau­men in einer wei­ßen Por­zel­lan-Scha­le. Auf einer Pflau­me sitzt eine Wes­pe, eine zwei­te krab­belt auf dem Tisch­tuch. „Die Pflau­men habe ich gese­hen, bevor sie mei­ne Frau zu Zwetsch­gen­ku­chen ver­ar­bei­tet hat…“ Die eine Wes­pe habe tot im Schau­fens­ter gele­gen. „Die­ses Schwarz­gelb ist doch auch was Schö­nes“, fin­det er.

Nah dran

Für ihn ste­he das „nah dran“ immer im Fokus. Beim Betrach­ten der Auto-Bil­der kön­ne man auch noch eine ande­re Rea­li­tät ent­de­cken, etwa in den Spie­ge­lun­gen des Lacks oder der Stoß­stan­gen. „Da erkennt man die Lich­ter in der Aus­stel­lungs­hal­le.“

Foto: pri­vat

Der Schram­ber­ger Künst­ler Pflumm gehö­re inzwi­schen zu den bekann­ten deut­schen Rea­lis­ten in der Male­rei. Das stell­te Hel­mut Orpel in der inter­na­tio­na­len Fach­zeit­schrift „Der Kunst­han­del“ in einem Arti­kel über Pflumms Por­träts fest. Und wei­ter: „Mit die­sen Bil­dern möch­te man sich umge­ben.“ Wer sich davon über­zeu­gen möch­te, ist in sei­ner Gale­rie in Schram­berg in der Para­dies­gas­se will­kom­men.

Info: Die Aus­stel­lung mit dem Titel “Dem Schö­nen auf der Spur” ist vom 16. Sep­tem­ber bis zum 19. Novem­ber im Ate­lier Pflumm, Para­dies­gas­se 7, in Schram­berg zu sehen.

Öff­nungs­zei­ten: Diens­tag bis Frei­tag 9 bis 13 Uhr und 14 bis 18 Uhr, Sams­tag 9 bis  18 Uhr, Sonn­tag 14 bis 18 Uhr, Mon­tag Ruhe­tag.