Lebenshilfe-Geschäftsführerin Dr. Heidemarie Hofmann-Princ, Rémy Trevisan und Eberhard Pietsch mit allen an der Ausstellung beteiligten Künstlerinnen und Künstlern vor einem großen Gemeinschaftsbild aus dem Jahr 2000 Foto: him

Mit­ein­an­der und gemein­sam“ – Unter die­ser Über­schrift zeigt die Lebens­hil­fe Schram­berg Male­rei­en von Beschäf­tig­ten der Werk­statt in Wald­mös­sin­gen.

Seit 1991 arbei­tet der frei­schaf­fen­de Künst­ler Rémy Tre­vi­san aus Schram­berg in Wald­mös­sin­gen mit Beschäf­tig­ten der Lebens­hil­fe. „In die­ser Zeit ist sehr viel gewach­sen“, berich­te­te er bei der Eröff­nung einer Aus­stel­lung mit den Wer­ken von Mit­glie­dern sei­ner Mal­kur­se. „Man­che sind schon seit lan­gem dabei, aber es kom­men auch immer wie­der neue Leu­te und neue Bega­bun­gen hin­zu.“ Die Geschäfts­füh­re­rin der Lebens­hil­fe-Werk­statt Dr. Hei­de­ma­rie Hof­mann-Princ beton­te, dass die Kunst­wer­ke auch zu kau­fen sei­en.

Rundgang durch die Ausstellung

Beim Rund­gang durch die Aus­stel­lung im “Frie­der“ erläu­ter­te Tre­vi­san gemein­sam mit den jewei­li­gen Künst­le­rin­nen und Künst­lern, wie die Bil­der ent­stan­den sind und in wel­cher Mal­tech­nik sie gemalt wur­de. Rudolf Baum­gärt­ner hat vier Bil­der zusam­men­ge­fasst als „Win­ter­land­schaft“. Ein ande­res Bild zeigt den Früh­ling.

Georg Flaig zeigt „Vase mit Blu­me“ und erzählt, dass er sei­ne Bil­der auch ger­ne ver­schen­ke. Wie Tre­vi­san erläu­tert, hat ein Bild des Malers Cézan­ne als Vor­la­ge gedient. Jaque­line Frick hat sich bei ihrer Land­schaft von einem Bild Paul Klees inspi­rie­ren las­sen. „Ich möch­te in den Kur­sen auch immer die Kunst­ge­schich­te mit ein­be­zie­hen“, erläu­tert Tre­vi­san. So wer­den die Wer­ke ande­rer Maler in der Grup­pe neu inter­pre­tiert. Was die Kurs­teil­neh­me­rin­nen und -teil­neh­mer malen, ent­schei­den sie selbst, betont Tre­vi­san.

Eine Farb­kom­po­si­ti­on mit Figu­ren­grup­pe zur Fas­net stammt von Jür­gen Bro­g­ham­mer. Er hat mit sei­nen Bil­dern schon Prei­se gewon­nen und an nam­haf­ten Aus­stel­lun­gen teil­ge­nom­men. Esther Pfaff hat bei ihrer Arbeit nach Wasi­li Kan­din­sky die „Farb­aus­wahl genau beob­ach­tet“, hebt Tre­vi­san her­vor. Ein zwei­tes Bild von ihr ori­en­tiert sich an den „Blau­en Pferd“ von Franz Marc.

Orna­men­te und Pfer­de haben es Adel­bert Ken­z­ler ange­tan. „Adel­bert ist schon seit 1991 dabei”, freut sich Kurs­lei­ter Tre­vi­san. Zwei Pfer­de zeigt ein ande­res Ken­z­ler-Werk.

Nadi­ne Stai­ger hat die Fas­net in einem fröh­li­chen Bild mit vie­len Details fest­ge­hal­ten. Hei­drun Lau­be hat eine Kom­po­si­ti­on des  Malers Ger­hard Rich­ter neu inter­pre­tiert. Tina Stau­din­ger hat Tei­che mit gro­ßen und klei­nen Fischen gemalt und sich dabei an einen Aus­flug in den Erleb­nis­bau­ern­hof in Wald­mös­sin­gen erin­nert.

Eli­sa­beth Glenz hat ein ganz abs­trak­tes, sehr rhyth­mi­sches Bild zur Aus­stel­lung bei­gesteu­ert. „Wenn sie malt, kann sie kom­plett abschal­ten und ist ganz in sich ver­sun­ken“, berich­tet Tre­vi­san. Zwei Bil­der von Dani­el Stai­ger zei­gen einen „Rot­fuchs“ und den „Som­mer im Schwimm­bad“. Beim Rund­gang gab es viel Bei­fall für die Künst­ler und ihre Bil­der.

Eber­hard Pietsch vom Lebens­hil­fe­ver­ein Schram­berg bedank­te sich bei Tre­vi­san, der „ein Glücks­fall“ für die Lebens­hil­fe sei: „Er ver­steht es her­vor­ra­gend,

mit den Künst­lern umzu­ge­hen und sie bei Lau­ne zu hal­ten.“ Der­zeit unter­rich­tet Tre­vi­san vier Künst­ler­grup­pen mit jeweils sechs Teil­neh­mern aus der Lebens­hil­fe­werk­statt.

Info: Die Aus­stel­lung ist im Gast­haus „Zum Frie­der“ in Wald­mös­sin­gen zu den übli­chen Öff­nungs­zei­ten bis zum 1. Okto­ber zu sehen.