Verspielte Melancholie trifft beim Christoph Becker Quartett auf skeptischen Optimismus. Foto: Christoph Beck Quartett

ROTTWEIL – Das Chris­toph Beck Quar­tett gas­tiert am Frei­tag, 15. März, mit sei­nem ers­ten Album „Reflec­tions“ im Refek­to­ri­um des Kapu­zi­ners in Rott­weil. Beginn ist ab 20.30 Uhr (Ein­lass ab 19.30 Uhr).

Chris­toph Beck legt mit „Reflec­tions“ sein ers­tes Album unter eige­nem Namen vor, wel­ches die Strahl­kraft eines Leucht­feu­ers in einer zuneh­mend unüber­seh­ba­ren deut­schen Jazz­land­schaft besitzt. Aus­nahms­los eige­ne Kom­po­si­tio­nen mit unkon­ven­tio­nel­len Titeln wie zum Bei­spiel „Grell­grün“, „Nutz­los“, „Unver­än­der­lich“ oder „Unbe­kann­te Schat­ten“ skiz­zie­ren die suchen­de Per­sön­lich­keit Becks, der für die Umset­zung bewusst eine kon­ven­tio­nel­le Beset­zung gewählt hat. Eine Musik wie eine Signa­tur: Ver­spiel­te Melan­cho­lie trifft auf skep­ti­schen Opti­mis­mus. Für das han­dels­üb­li­che Schub­la­den­den­ken ein­fach eine Num­mer zu groß.

Chris­toph Beck hat als Kind auch Pol­ka gespielt, er hat eine Aus­bil­dung als Kir­chen­mu­si­ker, aber sei­ne „eige­ne“ Musik ist der Jazz, schon sehr lan­ge. Wäre da nicht der Club in Sin­gen (Hoh­ent­wiel) gewe­sen und sein Geschichts­leh­rer damals, als er so um die 16 war – wer weiß, wo der Saxo­fo­nist heu­te wäre. Sei­ne ers­te Aus­zeich­nung als Saxo­fo­nist hat Chris­toph Beck, wen wundert’s, wäh­rend der Schul­zeit ein­ge­steckt, dann kam ein Preis bei Jugend jazzt, der Young Lions Jazz Award Stutt­gart schloss sich an und auch den Preis der deut­schen Schall­plat­ten­kri­tik hat Beck bereits vor ein paar Jah­ren bekom­men, als Mit­glied der Tobi­as Becker Big Band. Stu­diert hat er in Stutt­gart, Wien und Würz­burg, in zahl­rei­chen Bands und Orches­tern hat er gespielt, auch heu­te ist der Stutt­gar­ter in vie­len unter­schied­li­chen Ensem­bles aktiv, er unter­rich­tet an einer Jugend­mu­sik­schu­le, wirkt mit in Thea­ter- und Musi­cal­pro­duk­tio­nen und sein Enga­ge­ment in der Grup­pe Groo­ve Inclu­si­on mit Behin­der­ten ist ihm wich­tig.

Chris­toph Beck wird unter­stützt vom Bas­sis­ten Sebas­ti­an Schus­ter, der neben dem Jazz- auch ein Klas­sik­stu­di­um absol­viert hat und mit dem der Saxo­fo­nist schon lan­ge befreun­det ist. Des­sen Ide­en, wann er zum Bei­spiel mal den Streich­bo­gen ansetzt, schätzt der Band­lea­der eben­so wie die Vor­schlä­ge des Schlag­zeu­gers Tho­mas Wör­le in Sachen Groo­ve. Er woll­te ihn unbe­dingt dabei­ha­ben, weil er sich sein Spiel bei den Stü­cken gut vor­stel­len konn­te. Den Pia­nis­ten Andre­as Feith hat er wäh­rend einem Jazz­mee­ting im schwei­ze­ri­schen Frau­en­feld ken­nen­ge­lernt. Auch mit ihm passt es sowohl mensch­lich wie auch spie­le­risch.

INFO: Kar­ten sind an der Abend­kas­se für 14 Euro (ermä­ßigt 11 Euro) erhält­lich. Kar­ten­re­ser­vie­rung unter jazzimrefektorium@gmail.com.