Dorothee Förstner, Burga Endhardt und Rémy Trevisan in der Ausstellung Panta rhei. Foto: him

SCHRAMBERG  (him) – „Alles fließt“ – als ob die Künst­le­rin es geahnt hät­te: Das alt­grie­chi­sche Zitat von Hera­klit ‚pan­ta rhei‘ passt als Titel auch wun­der­bar zur Lan­des­gar­ten­schau­be­wer­bung und dem ‚blau­en Band‘, das direkt neben den Aus­stel­lungs­räu­men vor­bei­fließt

Bur­ga End­hardt zeigt auf Ein­la­dung von Podi­um Kunst Schram­berg im Schloss einen Teil ihrer Wer­ke bis zum 21. Janu­ar 2018. Ihr bevor­zug­tes Mate­ri­al  ist Gra­fit, ein Mine­ral, das wir aus den Blei­stif­ten alle ken­nen. Mit Blei­stift arbei­tet sie bei ihren Zeich­nun­gen, End­hardt ver­wen­det das Gra­fit aber auch in einer ganz eige­nen Tech­nik: Sie gibt das schwar­ze Pul­ver auf  eine wäs­se­ri­ge Unter­ma­lung auf Papier. Das Papier wellt sich und es ent­ste­hen plas­ti­sche Struk­tu­ren. „So bekom­men mei­ne Arbei­ten oft etwas Flie­ßen­des“, erläu­tert End­hardt, „die Arbei­ten  erschöp­fen sich nicht in einer Form oder Idee.“ Beson­ders der Glanz des Gra­fits hat es ihr ange­tan: „Es ent­ste­hen Licht­re­fle­xe, die sich stän­dig ver­än­dern je nach Stand­punkt des Betrach­ters.“

Im Vor­raum hängt etwa ein hal­bes Dut­zend die­ser Arbei­ten, die an Klei­der erin­nern. Klei­dung, die wärmt, schützt, schmückt, abschirmt. Sie habe die­se Arbei­ten aber nicht mit dem Gedan­ken gefer­tigt: „‚Ich mache ein Kleid.‘ Das ist kein Mode­de­sign“, betont die Künst­le­rin. Die Affi­ni­tät zur Klei­dung könn­te aber durch­aus mit ihrer beruf­li­chen Lauf­bahn zusam­men­hän­gen: Vor ihrem Kunst­stu­di­um an der Aka­de­mie der Bil­den­den Küns­te in Mün­chen hat End­hardt eine Aus­bil­dung zur Para­men­ten­sti­cke­rin absol­viert.

Bilder als Überlebenstraining

Neben den gro­ßen schwarz-weiß gehal­te­nen Arbei­ten zeigt sie in Schram­berg eine Aus­wahl ihrer „Tage­buch­blät­ter“, Arbei­ten, die beim künst­le­ri­schen Über­le­bens­trai­ning ent­stan­den sind: Als ihre Kin­der klein waren, erzählt sie, habe sie wenig Zeit für ihre Arbeit gehabt. Ich habe mir damals vor­ge­nom­men jeden Tag ein Bild zu machen, ich woll­te ver­su­chen mich jeden Tag mit der Kunst aus­ein­an­der zu set­zen.“  

Sie woll­te kei­ne Unter­bre­chung zulas­sen, um dann immer wie­der von vor­ne anfan­gen zu müs­sen. Seit fast zwan­zig Jah­ren habe sie das nun bei­be­hal­ten. Für die­se Arbei­ten ver­wen­det sie immer das glei­che For­mat, das Mate­ri­al sei nicht teu­er. „Wenn‘s nix wird, ist es egal, das ist mei­ne Spiel­wie­se.“ Heu­te klap­pe es nicht mehr täg­lich, aber wenn sie in ihr Ate­lier gehe, begin­ne sie meis­tens mit einer „klei­nen Arbeit“.

Die­se Bil­der  sam­melt sie, für jedes Jahr eine eige­ne Kis­te, und für Aus­stel­lun­gen sucht sie sich die Pas­sen­den aus.

Gemein­sam mit ihrem Mann, Doro­thee Förs­t­ner und  Rémy Tre­vi­san von Podi­um Kunst hat Bur­ga End­hardt die Aus­stel­lung in den ver­gan­ge­nen Tagen im Schloss vor­be­rei­tet.

Sie wird am heu­ti­gen Frei­tag,  25. Novem­ber, um 19.30 Uhr im Schloss Schram­berg eröff­net. Öff­nungs­zei­ten: Diens­tag bis Sams­tag 13 bis 17 Uhr, Sonn- und Fei­er­ta­ge 11 bis 17 Uhr.