Zeichnung „Streithähne“ über den Konflikt zwischen Donald Trump und Kim-Jong un von Uwe Rettkowski aus dem Jahr 2018Vorlage: Uwe Rettkowski

Am 4. Juli fei­er­te der Gra­phi­ker und Illus­tra­tor Uwe Rett­kow­ski sei­nen 70. Geburts­tag. Anlass für die Eröff­nung des zwei­ten Teils einer Aus­stel­lungs­tri­lo­gie, wie Stadt­ar­chi­var und Muse­ums­lei­ter Cars­ten Kohl­mann berich­tet:

 Am Sonn­tag ende­te der ers­te Teil der Aus­stel­lungs­tri­lo­gie zum 70. Geburts­tag des Gra­phi­kers und Illus­tra­tors Uwe Rett­kow­ski in der Alten Sankt Lau­ren­ti­us­kir­che in Sul­gen. Am Frei­tag wird in der Haupt­stra­ße in Schram­berg der zwei­te Teil eröff­net.

Im ers­ten Teil der vom Stadt­ar­chiv und Stadt­mu­se­um Schram­berg ver­an­stal­te­ten Aus­stel­lungs­rei­he waren unter dem Teil „Retro­spek­ti­ve“ Bil­der zum Schick­sal der Eltern von Uwe Rett­kow­ski als Flücht­lin­ge und Hei­mat­ver­trie­be­ne am Ende des Zwei­ten Welt­krie­ges, aus sei­nen Erin­ne­run­gen an die Kind­heit und Jugend in den 1950er- und 1960er-Jah­ren sowie frü­he Arbei­ten aus sei­ner Schul­zeit und sei­nen Anfän­gen im bild­haf­ten Gestal­ten in den 1960er- und 1970er-Jah­ren zu sehen.

Bereits in die­sem Auf­takt war für vie­le Besu­cher eine oft unbe­kann­te Sei­te von Uwe Rett­kow­ski zu ent­de­cken, der in der Öffent­lich­keit vor allem durch sei­ne Zeich­nun­gen von Stadt­an­sich­ten bekannt ist, die er seit über 25 Jah­ren auch für den Weih­nachts- und Neu­jahrs­gruß des Ober­bür­ger­meis­ters der Gro­ßen Kreis­stadt Schram­berg ver­wen­det wer­den.

Der zwei­te Teil der Aus­stel­lungs­rei­he zeigt unter dem Titel „Ansich­ten“ eine Aus­wahl sei­ner poli­ti­schen Gra­phi­ken und Kari­ka­tu­ren aus über vier Jahr­zehn­ten. Als jun­ger Lin­ker und akti­ves SPD-Mit­glied gestal­te­te er in den 1970er- und 1980er-Jah­ren zahl­rei­che ori­gi­nel­le Flug­blät­ter zu Gemein­de­rats- und Kreis­tags­wah­len. Unter dem Mot­to „Aber gell, dies­mal Zinell“ gestal­te­te er 1990 auch das Pla­kat und Pro­spekt für den dama­li­gen OB-Kan­di­da­ten Her­bert O. Zinell.

Aber auch inter­na­tio­na­le The­men wie der Mili­tär­putsch in Chi­le und die Ver­fol­gung der dor­ti­gen Oppo­si­ti­on führ­ten zu ein­drucks­vol­len Gra­phik­se­ri­en. In sei­nen Bil­dern klagt er bis heu­te Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen an und ruft Schick­sa­le in Erin­ne­rung, die oft schon wie­der in Ver­ges­sen­heit gera­ten sind. Seit dem Beginn der „Flücht­lings­kri­se“ las­sen ihn die Bil­der ver­zwei­fel­ter Migran­ten nicht mehr los, die sich über das Mit­tel­meer nach Euro­pa zu ret­ten ver­su­chen, das sich gegen­über ihnen jedoch von Tag zu Tag mehr abschot­tet.

Ger­ne spießt Uwe Rett­kow­ski mit sei­ner Zei­chen­fe­der aber auch nach wie vor das Zeit­ge­sche­hen in sei­ner Hei­mat­stadt auf. Seit Jahr­zehn­ten ist er der Hau­s­il­lus­tra­tor der Fas­nets­zei­tung „Der Krat­ten­ma­cher“ der Hof AG im Stadt­teil Sul­gen, die in ihrem Edi­to­ri­al stets zur „Lage der (städ­ti­schen) Nati­on“ Stel­lung nimmt. Uwe Rett­kow­ski lie­fert tra­di­tio­nell die pas­sen­den Illus­tra­tio­nen.

Der zwei­te Teil der Aus­stel­lungs­rei­he fin­det unter frei­em Him­mel in der obe­ren Haupt­stra­ße in Schram­berg statt. 24 Bil­der und Zeich­nun­gen wer­den wie Wahl­pla­ka­te auf­ge­hängt und kön­nen als Stra­ßen­aus­stel­lung zu jeder Tages­zeit besich­tigt wer­den. Das Stadt­ar­chiv und Stadt­mu­se­um Schram­berg sieht die Aus­stel­lung als Expe­ri­ment einer Prä­sen­ta­ti­on im öffent­li­chen Raum, der in Zukunft wei­te­re Pro­jek­te die­ser Art fol­gen könn­ten.

Info: Die Aus­stel­lung wird am Frei­tag, 13. Juli 2018, um 19.30 Uhr auf dem vor­de­ren Rat­haus­platz in Schram­berg eröff­net. Muse­ums­lei­ter und Stadt­ar­chi­var Cars­ten Kohl­mann führt in das The­ma des zwei­ten Aus­stel­lungs­teils ein. Ein Spa­zier­gang zu den 24 Moti­ven mit Uwe Rett­kow­ski vom Rat­haus zum Nar­ren­brun­nen schließt sich an.