Preisverleihung im Schramberger Schloss

Musikschule zeichnete zwei Ensembles mit dem Trumpf-Laser-Preis aus

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Zwei Ensembles verzauberten am Sonntagmorgen im Schloss die Besucher im voll besetzten Foyer mit ihren einstudierten Stücken. Dies waren zum einen das Ensemble der Familie Herzog bestehend aus Chloé (Gesang und Violine), Camille (Gesang, Klavier und Violoncello), Etienne (Kontrabass) und Elise (Gesang und Violine) und zum anderen das Trio mit Hannah Schmid (Gesang), Johanna Weißer (Horn) und Paul Wöhrle (Klavier). Die Musikschule würdigte die beiden Ensembles mit dem Trumpf-Laser-Förderpreis für ihr vielfältiges musikalisches Engagement.

Schramberg. Den Preis verleiht die Musikschule seit 1997 und hat mit der Firma Trumpf Laser seit 2007 einen Sponsor gewonnen. Nach dem „turbulenten Herbst, der vom Musical getragen war“ sei die Matinee im Schloss nun die „erste offizielle Veranstaltung der Musikschule nach dem großen Junghans-Musical“, so Musikschuldirektor Meinrad Löffler bei seiner Begrüßung. Dort werde die „Ensemble- und Orchesterarbeit großgeschrieben“, wie er weiter betonte. Er bedankte sich gleichzeitig bei Dr. Jörg Roscher von Trumpf-Laser für die Unterstützung.

Vier Herzogskinder

Den Beginn machte das Familien-Ensemble Herzog unter der Leitung von Martin Hafner, das nach den Familien Wesle, Kußberger und Wolber nun das vierte geehrte Familien-Ensemble des Trumpf-Laser-Förderpreises darstellt. Im Vergleich zu anderen Gruppen bestehe bei solchen „die Möglichkeit, in häuslichem Rahmen zu üben“, wie Löffler lobend hervorhob.

Die vier Geschwister Herzog. Foto: him

 

Das erste Stück stammte von Georg Philipp Telemann (1681-1767), ein Konzert für vier Violinen, das die Geschwister jeweils mit ihrem Streichinstrument souverän vortrugen. Im Anschluss folgte mit dem Song „Happier“ etwas Modernes der US-amerikanischen Sängerin Olivia Rodrigo (*2003). Die Mädchen bereicherten das Stück mit ihrem Gesang und Camille wechselte zusätzlich an das Klavier.

Die „Russische Fantasie Nr. 2 -moll“ von Leo Portnoff (1875-1940) stellte das nächste musikalische Glanzstück dar, bei dem die Jüngste der Vier sogar ein komplexes Solo zum Besten gab. Mit dem Klassiker „Stand by Me“ von Ben Earl King (1938-2015) folgte anschließend wieder Gesang der Schwestern, den Etienne mit dem Kontrabass gelungen begleitete. Das rhythmische Schnipsen brachte das Publikum zum Mitswingen und dem Ensemble tosenden Applaus.

Als vorletztes Stück spielten die Geschwister Herzog das „Forellenquintett“ von Franz Schubert (1797-1828), ehe mit dem „Sommer (Stürmisches Sommerwetter)“ aus den „Vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi (1678-1741), der Höhepunkt und Abschluss mit einem Violinensolo von Elise folgte.

Viel Beifall für die jungen Musikerinnen und Musiker. Foto: him

Gesang, Horn und Klavier

Nach einer kurzen Umbauphase begann mit „Gesang, Horn und Klavier eine eher ungewöhnliche Trio-Besetzung“, wie Meinrad Löffler ankündigte, mit dem Stück „Lascia ch’io pianga“ aus der Oper „Rinaldo“ von Georg Friedrich Händel (1685-1759) führten die Drei die erfolgreiche Matinee auf demselben Niveau fort.

Daraufhin folgte von Komponist Richard Strauss (1864-1949) „Alphorn Op. AV. 29“, das durch die warmen Töne des Horns von Johanna Weißer, dem virtuosen Klavierspiel von Paul Wöhrle und dem einfühlsamen Gesang von Hannah Schmid das Publikum überzeugen konnte.

Beim dritten Stück „Les Adieux“ von Franz Strauss (1822-1905), das für Horn und Klavier bestimmt ist, durfte Hannah ihre Stimme schonen und den schönen Klängen des Duetts lauschen. Ihre Stimme kam umso imposanter bei „Send in the Clowns“ aus dem Musical „A Little Night Music“ von Stephen Sondheim (1930-2021) wieder zum Einsatz, die Johanna und Paul erneut einzigartig am Klavier und Horn begleiteten.

Zum Schluss folgte noch „On my own“ aus dem Musical „Les Misérables“ von Claude-Michel Schönberg (*1944), bei dem das Trio nochmals alles herausholte und mit großem Applaus belohnt wurde.

Als Zugabe traten beide Ensembles zusammen auf und spielten ein neuseeländisches Stück namens „Pokarekare Ana“. Während die Mädchen mit ihrem Gesang glänzten, konnten die beiden Jungs mit Klavier und Kontrabass einen gelungenen Rahmen setzen. Als Höhepunkt spielten alle ihr Instrument, wofür Hannah Schmid eigens ihre Klarinette auspackte. Die gelungene Zugabe erhielt am Ende nochmals einen großen Applaus.

Dr. Jörg Roscher begrüßte nach den musikalischen Beiträgen ebenfalls im Namen der Firma und meinte, er sei „sogar ein bisschen berührt“. Er würdigte „das musikalische Talent und Engagement“ der Mitwirkenden, die er im Folgenden im Einzelnen vorstellte.

Chloé Herzog startete 2014 mit dem „Bella Bimba“ und der musikalischen Früherziehung an der Musikschule in Schramberg und spielt dort seit 2017 Geige. 2021 kam dann noch Gesang hinzu und seit 2023 spielt sie im Symphonieorchester mit. In der Schule ist sie zudem in der Streicher- und Chor-AG aktiv.

Chloé Herzog. Foto: him

Ihre ältere Schwester Camille Herzog spielt seit 2015 Cello und singt ebenfalls seit 2021. Seit diesem Jahr kam noch Klavierspielen hinzu. Auch sie ist in verschiedenen Ensembles und dem Orchester aktiv und Teil der beiden musikalischen AGs des Gymnasiums Schramberg.

Camille Herzog. Foto: him

Etienne Herzog  begann seine musikalische Laufbahn mit Klavierstunden und wechselte dann auf den Kontrabass. Auch er ist in verschiedenen Ensembles und Orchestern aktiv und vertrat mit dem KVJBO Rottweil-Tuttlingen auch schon auf internationaler Bühne sein Land, wo sie in Belgien den 1. Preis erhielten.

Etienne Herzog. Foto: him

Die älteste Elise Herzog legte in diesem Jahr ihr Abitur am Gymnasium Schramberg ab, wie konnte es auch anders sein – im Musikleistungskurs. Sie spielt Violine, Viola, Klavier und singt in verschiedenen Ensembles, Orchestern und Chören. Sie wirkte bereits bei zwei Musicals der Musikschule mit und leitete bis zum letzten Schuljahr die Streicher-AG des Gymnasiums. Außerdem nahm sie 2018 erfolgreich am „Jugend komponiert“ Wettbewerb teil.

Elise Herzog. Foto: him

Anschließend folgte die Ehrung des Trios unter der Leitung von Claudia Habermann, die Roscher ebenfalls einzeln vorstellte. Hannah Schmid nimmt seit 2017 Gesangsunterricht und bereicherte schon viele Veranstaltungen wie das Friedenskonzert der Musikschule, das Junghans-Musical aber auch den Projektchor der evangelischen Kirche. Zudem spielt sie Klarinette.

Hannah Schmidt. Foto: him

Johanna Weißer spielt seit 2017 Horn und seit diesem Jahr Klavier. Bereits im vergangenen Jahr erhielt sie mit dem Holzbläserensemble den Trumpf-Laser-Förderpreis und wirkte gleichfalls am Junghans-Musical mit. Neben verschiedenen Ensembles spielt sie auch in der Jugendkapelle in Schenkenzell-Schiltach.

Johanna Weißer. Foto: him

Paul Wöhrle begann 2015 mit der Violine und nimmt seit 2021 Klavierunterricht. Jörg Roscher musste aufgrund des tadellosen Spielens jedoch verdutzt nachfragen, ob er nicht schon länger spielen würde. Dies bestätigte Paul, was den Trumpfmitarbeiter „sonst auch gewundert hätte“. 2017 erzielte er bei „Jugend musiziert“ auf Landesebene 21 Punkte.

Paul Wöhrle. Foto: him

Viel Arbeit im Hintergrund

Am Ende lobte Musikschuldirektor Meinrad Löffler die Mitwirkenden der Veranstaltung, bei der er „manches Tränchen verdrückt“ habe. Er dankte noch für die Hintergrundarbeit, da aufgrund der Altersunterschiede „Arrangements der Stücke notwendig“ waren. Dies übernahmen Martin Hafner und Claudia Habermann, die hierfür ebenfalls geehrt wurden.

Applaus für Claudia Habermann und Martin Hafner. Foto: DK

Die Musikschule habe „ihr Können wieder einmal unter Beweis gestellt, und wir können zurecht sehr stolz sein“, wie Löffler betonte. Im kommenden Jahr kann der Förderpreis in den neuen Räumen bei Trumpf-Laser vergeben werden.

Mit dem Verweis auf das Adventskonzert am Sonntag, 3. Dezember um 16 Uhr in der Aula des Gymnasiums und der Austragung von „Jugend musiziert“ am 27./28. Januar 2024 in Schramberg beendete Löffler die erfolgreiche Veranstaltung und wünschte allen noch einen schönen Sonntag.

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