Prof. Elisabeth Gutjahr zur Rektorin der Universität Mozarteum Salzburg gewählt

Musikhochschule Trossingen

Elisabeth Gutjahr: Von Rottweil nach Salzburg. Foto: Hannah E. Tilt

Der Uni­ver­si­täts­rat des Mozar­te­um hat ein­stim­mig Prof. Eli­sa­beth Gut­jahr zur Rek­to­rin der Uni­ver­si­tät Mozar­te­um Salz­burg gewählt. „Die neue Auf­ga­be bedeu­tet beruf­lich eine aus­ge­spro­chen reiz­vol­le Her­aus­for­de­rung, der ich mich ger­ne stel­len möch­te”, freut sich die in Rott­weil woh­nen­de Tros­sin­ger Rek­to­rin, die im Früh­jahr aus Salz­burg ange­fragt wor­den war, ob sie Inter­es­se an dem Amt habe. Seit 2006 ist die Rhyth­mik­pro­fes­so­rin mit Schwer­punkt Bewe­gungs­thea­ter und Neue Musik in mitt­ler­wei­le zwei­ter Amts­zeit Rek­to­rin der Staat­li­chen Hoch­schu­le für Musik Tros­sin­gen.

Der öster­rei­chi­sche Wis­sen­schafts­mi­nis­ter Harald Mah­rer in einer Pres­se­mit­tei­lung zu ihrer Wahl: „Mit Eli­sa­beth Gut­jahr steht künf­tig eine Per­sön­lich­keit an der Spit­ze des Mozar­te­um, die über gro­ße Erfah­rung in Leh­re, Kunst und Manage­ment ver­fügt. Sie hat das fach­li­che und per­sön­li­che Rüst­zeug, um die­se renom­mier­te Kunst­uni­ver­si­tät lang­fris­tig wei­ter zu ent­wi­ckeln. Durch ihren bis­he­ri­gen Wer­de­gang kennt sie sowohl die Anfor­de­run­gen von Kul­tur­schaf­fen­den als auch die Her­aus­for­de­run­gen eines Hoch­schul­be­trie­bes.“ Der Minis­ter zeigt sich über­zeugt, dass die neue Rek­to­rin gemein­sam mit ihrem Team und allen Akteu­ren am Stand­ort die posi­ti­ve Aus­rich­tung des Mozar­te­um wei­ter vor­an­trei­ben kön­ne.

Das Mozar­te­um Salz­burg genießt den Ruf als eine der inter­na­tio­nal renom­mier­tes­ten und tra­di­ti­ons­reichs­ten künst­le­ri­schen Aus­bil­dungs­stät­ten. In 40 künst­le­ri­schen und päd­ago­gi­schen Stu­di­en­rich­tun­gen aus den Berei­chen Musik, Dar­stel­len­de und Bil­den­de Kunst stu­die­ren etwa 1.700 jun­ge Künst­ler aus aller Welt, 500 Leh­ren­de geben ihr Wis­sen und ihre Kunst wei­ter. Der Zeit­punkt ihres Amts­an­tritts steht noch nicht fest. Zunächst wird Prof. Eli­sa­beth Gut­jahr u.a. noch das Eröff­nungs­fes­ti­val des Tros­sin­ger Lan­des­zen­trums MUSIK–DESIGN–PERFORMANCE Anfang Dezem­ber gemein­sam mit dem hie­si­gen Kol­le­gi­um vor­be­rei­ten und durch­füh­ren.

Rek­to­rin seit 2006

Seit 2006 ist die Pro­fes­so­rin für Rhyth­mik als Nach­fol­ge­rin Prof. Jür­gen Wei­mers Rek­to­rin der Staat­li­chen Hoch­schu­le für Musik Tros­sin­gen. In die­ser Zeit hat sie es ver­stan­den, die Hoch­schu­le auf ein­zig­ar­ti­ge Wei­se im Kul­tur- und Bil­dungs­le­ben der Regi­on zu ver­an­kern. Als Mit­in­itia­to­rin des inno­va­ti­ven „Next-Generation“-Festivals der Donau­eschin­ger Musik­ta­ge eta­blier­te sie eine nach­hal­ti­ge Ver­bin­dung und inten­si­ven Aus­tausch mit dem ältes­ten Fes­ti­val für Neue Musik, sie fand dort im Muse­um Bie­der­mann, heu­te Muse­um Art.Plus, einen stets expe­ri­men­tier­freu­di­gen Part­ner, und die noch unter ihrem Vor­gän­ger ins Leben geru­fe­ne Musik­aka­de­mie Vil­lin­gen-Schwen­nin­gen ent­wi­ckel­te sich zu einem Erfolgs­mo­dell musi­ka­li­scher Bil­dung für alle. Die Opern­fest­spie­le im Was­ser­schloss Glatt 2008 gaben inter­dis­zi­pli­nä­re Impul­se und fan­den ihre Fort­set­zung 2014 in der inno­va­ti­ven Figa­ro-Insze­nie­rung an unge­wöhn­li­chen Spiel­stät­ten. Mit der erfolg­rei­chen Ent­wick­lung und Eta­blie­rung des Stu­di­en­gangs Musik­de­sign gemein­sam mit der Hoch­schu­le Furt­wan­gen seit 2010, der Ein­wer­bung erheb­li­cher Dritt­mit­tel v.a. zur Stär­kung der Medi­en­kom­pe­tenz und der Grün­dung des Lan­des­zen­trums MUSIK–DESIGN–PERFORMANCE 2016 mach­te sich Tros­sin­gen einen Namen als „Musik­hoch­schu­le 4.0“.

Struk­tur- und Stand­ort­dis­kus­si­on 2013/14

Die erfolg­rei­che Akkre­di­tie­rung aller Bache­lor- und Mas­ter­stu­di­en­gän­ge ohne Auf­la­gen 2013 war ein bedeu­ten­der Mei­len­stein. Aus der Struk­tur- und Stand­ort­dis­kus­si­on 2013/14 um die baden-würt­tem­ber­gi­schen Musik­hoch­schu­len ging die Hoch­schu­le in beein­dru­cken­dem Schul­ter­schluss mit Kul­tur- und Bil­dungs­in­sti­tu­tio­nen sowie der Wirt­schaft der gan­zen Regi­on nicht nur gestärkt her­vor, son­dern hat den Fra­gen nach Stand­or­ten, Struk­tu­ren und Inhal­ten in kon­struk­ti­ven Zukunfts­kon­fe­ren­zen wich­ti­ge Impul­se gege­ben. Eli­sa­beth Gut­jahr ist seit 2015 stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de im Aus­schuss für Musi­ka­li­sche Bil­dung im Deut­schen Musik­rat und seit 2016 Ver­tre­te­rin der deut­schen Musik­hoch­schu­len im AEC Coun­cil. Die AEC ver­tritt rund 300 Mit­glieds­in­sti­tu­tio­nen und gilt bil­dungs­po­li­tisch als füh­ren­de Stim­me für die höhe­re Musik­aus­bil­dung in Euro­pa.

Brü­cken­bau­er zwi­schen Musik­tra­di­ti­on und digi­ta­li­sier­ter Welt

Die Tros­sin­ger Hoch­schu­le ver­steht sich mit ihrem inter­dis­zi­pli­nä­ren Lan­des­zen­trum MUSIK–DESIGN–PERFORMANCE nicht nur als Brü­cken­bau­er zwi­schen der Musik­tra­di­ti­on und einer zuneh­mend digi­ta­li­sier­ten Welt, son­dern posi­tio­niert sich auch ganz bewusst im künst­le­risch-pro­duk­ti­ven Span­nungs­feld von regio­na­ler Ver­wur­ze­lung (Hoch­schu­le Furt­wan­gen, Uni­ver­si­tät Kon­stanz, Film­aka­de­mie Lud­wigs­burg) und der Koope­ra­ti­on mit inter­na­tio­nal renom­mier­ten Insti­tu­tio­nen wie IRCAM in Paris, Tong­ji-Uni­ver­si­tät Schang­hai und GMEM in Mar­seil­le. Mit dem Eröff­nungs­fes­ti­val des Lan­des­zen­trums, dass die gesam­ten Hoch­schul­com­mu­ni­ty gemein­sam mit den Part­nern vom 02. bis 08. Dezem­ber 2017 fei­ert, wird die ertrag­rei­che Ära der Rek­to­rin Eli­sa­beth Gut­jahr vor­aus­sicht­lich ihren Abschluss fin­den.

Prof. Eli­sa­beth Gut­jahr – wei­te­re bio­gra­fi­sche Details

Seit 1987 wirk­te Eli­sa­beth Gut­jahr, die in Stutt­gart und Köln Rhyth­mik und Ton­satz stu­diert hat­te, als Pro­fes­so­rin für Rhyth­mik an der Tros­sin­ger Hoch­schu­le. Gemein­sam mit ihrem Kol­le­gi­um konn­te sie in Tros­sin­gen eine der künst­le­risch wie auch päd­ago­gisch füh­ren­den Aus­bil­dungs­stät­ten für Musik & Bewe­gung eta­blie­ren. Der 1994 erst­mals aus­ge­tra­ge­ne „Euro­päi­sche Rhyth­mik­wett­be­werb“ trug zum inter­na­tio­na­len Renom­mée der Tros­sin­ger Rhyth­mik-Abtei­lung bei. Die künst­le­ri­schen Schwer­punk­te von Eli­sa­beth Gut­jahr lie­gen im Bereich Bewe­gungs­thea­ter und Neu­er Musik; sie schrieb zahl­rei­che Opern­li­bret­ti und ver­fass­te den Gedicht­zy­klus „Trac­ta­tus logi­co-poe­ti­cus“. Hin­zu kommt die Tätig­keit als Musik­dra­ma­tur­gin, Cho­reo­gra­fin und Regis­seu­rin an ver­schie­de­nen Thea­tern. Künst­le­ri­sche und musik­päd­ago­gi­schen Ver­öf­fent­li­chun­gen zu The­men der Rhyth­mik, so der Essay „Der Mythos Krea­ti­vi­tät“, zur Kon­zert­päd­ago­gik, musi­ka­li­schen Bil­dung, Impro­vi­sa­ti­on und Krea­ti­vi­tät ergän­zen ihr publi­zis­ti­sches Spek­trum.