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Mittwoch, 12. August 2020
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    Rechtspopulismus als Komödienstoff

    Kommenden Freitag startet das Zimmertheater in die neue Spielzeit. Der Auftakt verspricht spannend und kontrovers zu werden, denn es geht um Rechtspopulismus. Was das Intendanten-Duo Bettina Schültke und Peter Staatsmann da vorhat und was die beiden bis Sommer 2018 insgesamt unter dem Motto „Die Guten und das Böse” auf die Bühne bringen, erläutern sie im Gespräch mit der NRWZ.

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    NRWZ: Sie haben eine Spielzeit mit nur vier Premieren hinter sich – wie fühlt es sich an, Theater auf Sparflamme machen zu müssen?

    Peter Staatsmann: Wenn man das Projekt mit den Flüchtlingskindern und die zwei Produktionen der Jugendclubs hinzu zählt, sind es sieben Premieren gewesen, auch wenn mit dem Klassenzimmerstück „Arm aber sexy” nur fünf im Repertoirebetrieb gezeigt wurden. Wir würden gerne mehr machen. Aber das ist mit unseren geringen finanziellen und personellen Kapazitäten nicht verantwortungsvoll zu leisten. Wir müssen das Zimmertheater wieder einem Realismus zuführen, bei dem der Spielbetrieb in einer vernünftigen Relation zum Budget steht. Lange hat man zu viel Selbstausbeutung in Kauf genommen, um besonders viel bieten zu können. Das geht nicht auf Dauer.

    Bettina Schültke: Wir machen anspruchsvolles, professionelles Theater und dafür braucht man Geld, das heißt eine bestimmt Höhe an Subventionen. Der Anteil am Budget, den wir durch Eintrittsgelder erwirtschaften, liegt am Zimmertheater höher als der bei den meisten Theatern. Sämtliche Häuser, die vergleichbar sind, haben wesentlich höhere Zuschüsse und stemmen zum Teil weniger Produktionen als wir. Wenn man sich anschaut, wie viel wir im Verhältnis zu den Subventionen einspielen, stehen wir hervorragend da – etwa im Vergleich zum Zimmertheater Tübingen.

    Man muss sich zudem vor Augen halten, dass die Ausgaben jedes Jahr steigen: Die Mindestgagen, Aufwendungen für Werbebanner, Plakatierung und so weiter. Das Einzige, woran wir sparen können, ist der künstlerische Etat – was weh tut, weil die Produktionen das Theater ausmachen.

    Insgesamt sind wir aber sehr zufrieden mit der Spielzeit. „Peter Pan” und „Der Elefantenmensch” waren Riesenerfolge, „Der Hofmeister” ist trotz des ungewöhnlichen Stücks hervorragend angekommen, auch die begleitende Gesprächsreihe zum Thema Erziehung hatte eine gute Resonanz. Und unser diesjähriges Sommerstück „My Fair Lady” hat alles getoppt. Man merkt: Unsere Impulse wirken in die Stadtgesellschaft. Das könnte aber noch mehr werden.

    „Wenn der Kahn nach links kippt, setze ich mich nach rechts”. Illustration: Zimmertheater

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    Ist es Ihr Ziel, ein Themenpodium für die Stadt zu werden?

    Staatsmann: Durchaus. Wir wollen zu Diskussionen über Themen anregen, die sonst im Kulturangebot nicht so präsent sind. Das versuchen wir in Zukunft noch stärker zu machen.

    Welches sind die thematischen Weichen, die Sie für die nächste Spielzeit stellen – was kommt auf uns zu unter dem Motto „Die Guten und das Böse”?

    Staatsmann: Wir wollen eine der derzeit zentralen Problemlagen aufgreifen: Dass viele das Gefühl haben, es müsse sich etwas ändern und sich mit im Grunde guten Absichten paradoxerweise einer politischen Kraft zuwenden, die letztlich autoritär ausgerichtet ist und unser demokratisches Gemeinwesen untergräbt. Das steht bei der ersten Produktion im Mittelpunkt, der Komödien-Entwicklung zum Rechtspopulismus „Wenn der Kahn nach links kippt, setze ich mich nach rechts” – gefördert mit 28.000 Euro vom Innovationsfonds Kunst Baden-Württemberg. Der Titel ist ein abgewandeltes Zitat von Thomas Mann, mit dem ein AfD-Landtagsabgeordneter mir gegenüber sein Selbstverständnis beschrieben hat.

    Wie machen Sie aus diesen Themen ein Theaterstück?

    Staatsmann: Wir legen es als Komödie an, denn Komödienmaterial, das man durch die humorvolle Molière-Brille betrachten kann, bieten die AfD und ihr Umfeld reichlich. Die sogenannte identitäre Bewegung zum Beispiel illustriert das alte Molière-Thema einer nicht vorhandenen eigenen Identität, die dann gewaltsam aus den Urgründen oder schlicht der Fantasie hervorgezerrt wird – bis hin zu einer ethnisch homogenen Volksgemeinschaft, in der alles auf Blutsbande oder andere rassistische Merkmale zurückgeführt werden soll.
    Das ist heute wirklich zum Lachen – einem Volk von solchen Völkischen gehöre ich als Künstler gar nicht an, obwohl meine Familie nur deutsch ist.

    Ein anderes Muster besteht in notorischer Besserwisserei und Vereinfachung. Ein Beispiel dafür bietet das Rottweil-Weblog (im Internet unter rottweil.wordpress.com, Anm. d. Red): Offenbar sitzt da jemand den ganzen Tag im Wohnzimmer und weiß alles besser. Er oder sie kann alle Probleme der Welt benennen und lösen – und entlarvt sich damit als Provinzler hoch Drei.

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    Aber wie sieht das auf der Bühne aus? Führen Sie die Zuschauer ins Hinterzimmer einer hitzig streitenden AfD-Landtagsfraktion, die sich alle paar Stunden spaltet und wiedervereinigt?

    Staatsmann: Wir erzählen das ausgehend von Figuren, die auch Material von realen Personen einschließt. Dafür hat auch der Stadtschreiber des Jahres 2016 Dmitrij Gawrisch für uns recherchiert und Material gesammelt.

    Eine weitere Komponente ist sicher das Burleske, das im Sommertheater schon in der Figur der Wirtin Georgette zu erleben war, die sich als bauernschlaue „Schwertgosch” durchs Leben schlägt. Mit solchem Kolorit ist dieses Stück angereichert.

    Komödie verspricht einen, wie es in Lexika heißt, „erheiternden Handlungsablauf, der in der Regel glücklich endet” – wie bekommen Sie das mit dem Stoff Rechtspopulismus hin, gerade vor dem Hintergrund der Bundestagswahl?

    Staatsmann: Die AfD gibt auf jeden Fall jede Menge Komödienstoff ab – Zerstrittenheit, Widersprüche, bizarrer Unterhaltungswert – wie Björn Höckes Rede zur Fortpflanzungsstrategie der Europäer und Afrikaner.

    Die AfD hat Stimmen geholt, eine große Mehrheit teilt ihre Positionen jedoch nicht. Ist es nicht ein bisschen viel der Ehre, über eine Gruppe ein Stück zu machen, die zwar lautstark ist, aber nicht repräsentativ für die Gesellschaft als Ganzes?

    Staatsmann: Es geht ja nicht um die AfD, sondern um die Neigung, die Welt scherenschnittartig zu sortieren. Ich erinnere an Thomas Bernhards Stück „Vor dem Ruhestand” aus dem Jahr 1979, in der er eine Familie bundesdeutscher Spießer darstellt, in der die Ideen des Nationalsozialismus noch sehr lebendig sind. Bernhard gelingt es, dass man daraus sehr viel über die Gesamtgesellschaft ablesen kann.

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    Schültke: Theater bietet die Chance komplexe Zusammenhänge auf eine andere Art darstellen. Solche Bewegungen versuchen zum Beispiel Begriffe in Beschlag zu nehmen, und wir wollen zeigen, dass man Begriffe auch wieder anders besetzen kann. Außerdem ist gutes Theater niemals didaktisch. Mit den Mitteln der Kunst werden aktuelle Befindlichkeiten dargestellt und ausgelotet, auch überhöht und sie bieten im besten Fall einen Erkenntnisgewinn.

    „Robin Hood“. Illustration: Zimmertheater

    Als zweite Produktion steht ab 26. November „Robin Hood” auf dem Spielplan. Was erwartet die Zuschauer da – Kapitalismuskritik im Mittelalter-Gewand?

    Schültke: „Robin Hood” ist natürlich ein bekannter, vielleicht auch etwas klischeebehafteter Stoff. Interessant an der Figur finde ich, dass Robin Hood ein Rebell ist, der eine Gegengesellschaft aufbaut um gegen Unterdrückung zu kämpfen. Er ist auch eine widersprüchliche, ambivalente Gestalt: Der Gesetzlose, der für Gerechtigkeit sorgt. Den hoffentlich vielen Schulen und Kindergärten, die zu diesem Kinderstück kommen, wollen wir signalisieren: Es lohnt sich, gegen Ungerechtigkeit anzutreten – man kann da erfolgreich sein.

    „Ich bin immer und überall – Robinson Crusoe im Cyberspace“. Illustration: Zimmertheater

    Der nächste Protagonist der Spielzeit, Robinson Crusoe, der in der Produktion „Ich bin überall und immer – Robinson im Cyberspace” ab Januar im Mittelpunkt steht, lebt ein ganz anderes Modell: Nicht eine Gesellschaft umzugestalten, sondern ganz allein zu leben. Wie passt diese Figur in Ihre Reihe des Verhandelns über Gut und Böse?

    Staatsmann: Robinson Crusoe illustriert einen Aspekt von Populismus, der darin besteht, sich nur im eigenen Echoraum zu bewegen, in dem nur die eigenen Ansichten bestätigt und verstärkt werden. Crusoe kam in diese Selbstbezogenheit indem er nach seinem Schiffbruch auf einer einsamen Insel strandete, heute finden wir diese abkapselten, eindimensionalen Räume im Internet.

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    Schültke: Das schließt an Fragen an, die wir im Hinblick auf Schüler und Jugendliche immer wieder aufgreifen: Was macht das Internet mit uns, welchen Mechanismen und Zwängen unterwerfe ich mich? Wir wollen da nichts verteufeln, sondern sensibilisieren.

    Sie nennen das Ganze ein „Klassenzimmer-Stück” – was kann man sich darunter vorstellen?

    Schültke: Das sind Aufführungen, die in einer Schule stattfinden und genau eine Schulstunde dauern. Hinzu kommt in der Regel ein Nachgespräch von ebenfalls 45 Minuten. Dieses Format bietet die Chance, dass uns Schulen einladen, für die es ansonsten zu kompliziert ist, mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Rottweil ins Theater zu kommen. Damit haben wir bereits viele gute Erfahrungen gemacht.

    Wie laufen denn die Schulkooperationen insgesamt?

    Schültke: Sehr gut! Wir hatten ja im Frühjahr ein Projekt mit Flüchtlingskindern an der Konrad-Witz-Schule, das sogar mit Bundesmitteln aus dem Programm „Kultur macht stark” gefördert wurde. Wir haben jetzt eine Kooperation an der Eschachschule, bei der einmal pro Woche eine Theater-AG stattfindet, auch mit der Römerschule gibt es eine Kooperation für ein komplettes Schuljahr und neu hinzugekommen ist noch die Johanniterschule. Der Bedarf ist sehr groß – wir können mit unseren Kapazitäten gar nicht alle Anfragen befriedigen. Möglich ist das Ganze auch nur, wenn wir immer wieder projektbezogene Sondermittel einwerben, was leider nur eine recht kurzfristige Kalkulation zulässt.

    Ab 2. März 2018 zeigen Sie dann Shakespeares „Macbeth”, ein Stück, in dem ein Mächtiger durch seine Macht zu einem Mord verleitet wird – wie bringt uns das weiter in Bezug auf den Erkenntnisprozess der Spielzeit?

    Staatsmann: Wir wollen diese Geschichte so erzählen, dass das Böse zunächst gar nicht präsent ist – jedenfalls scheint es so. Lady Macbeth und Macbeth sitzen am Küchentisch. Aus dieser unspektakulären Grundsituation gleiten sie jedoch in ein immer böser werdendes Leben ab, ohne dass man richtig merkt, wie eine Eskalationsstufe nach der andern erreicht wird, ehe es in einem Blutbad endet.

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    Die Parallele zum Populismus ist aus unserer Sicht, dass etwas vielleicht sogar mit guten Absichten scheinbar ungefährlich anfängt, dann aber eine Drift entsteht, die immer mehr Schwung gewinnt. In den gezielten Tabubrüchen einiger Akteure kann man ja durchaus Schritte einer solchen Eskalation sehen.

    Als Sommerstück haben Sie ab 18. Juli „Cyrano de Bergerac” auf dem Programm. Was bekommen wir da – eine verträumte Flucht aus den Beklemmungen von Gut und Böse?

    Schültke: (lacht) Ja, es ist ein Stück weit Kontrastprogramm – eine große Liebesgeschichte und romantische Komödie, die sich für den Bockshof sehr gut eignet. Aber die vertrackten Mischungen von Gut und Böse sind auch in diesem Stück drin: Dass bis zum Schluss nie die Wahrheit gesagt wird zum Beispiel, oder dass man sich in Lügengebäude verstrickt – mit der Eigendynamik, die sich daraus entwickelt. Wir wollen in dieser Produktion das Ernste und das Zauberhaft-Unterhaltsame mischen – bei „My Fair Lady” diesen Sommer hat das ja prima geklappt. Die Reaktionen aus dem Publikum jedenfalls waren toll und haben uns sehr ermutigt.

    Die Fragen stellte unser Redakteur Andreas Linsenmann.

    Info: Das Stück „Wenn der Kahn nach links kippt, setze ich mich nach rechts”, hat am 13. Oktober um 20 Uhr Premiere.

     

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