Start Schram­berg Rémy Tre­vi­san: Voya­ge 32 – Ein Fest unter Freun­den

Rémy Trevisan: Voyage 32 – Ein Fest unter Freunden

Eröff­nung im Schloss

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SCHRAMBERG  – Außer­ge­wöhn­lich gut besucht war die Aus­stel­lungs­er­öff­nung mit Bil­dern des Schram­ber­ger Malers und Zeich­ners Rémy Tre­vi­san. Am Frei­tag­abend kamen etwa 200 Kunst­freun­de, Künst­ler­kol­le­gen und ein­fach Freun­de von Rémy ins Schloss. Podi­um Kunst hat, auch aus Anlass des 60. Geburts­tags des Künst­lers, die gro­ße Retro­spek­ti­ve mit dem Titel „Voya­ge 32“ orga­ni­siert.

Es war ein Fest unter Freun­den: Gleich zu Beginn spiel­te der Diri­gent, Musi­ker und Kom­po­nist Alain Woz­ni­ak eine  für sei­nen Freund Tre­vi­san kom­po­nier­te Medi­ta­ti­on auf einer elek­tro­nisch ver­stärk­ten Kla­ri­net­te.

Alain Woz­ni­ak.

Die Begrü­ßung über­nahm der Vor­sit­zen­de des Kunst­ver­eins Lars Born­schein, dem der gebür­ti­ge Fran­zo­se Tre­vi­san seit eini­gen Jah­ren als zwei­ter Vor­sit­zen­der zur Sei­te steht. Born­schein beton­te, dass Tre­vi­san seit – eben ‑32 Jah­ren in Schram­berg lebe und seit­her zum Stadt­bild gehö­re. Für  Podi­um Kunst sei er sehr wich­tig, auch weil er sei­ne viel­fäl­ti­gen Künst­ler­kon­tak­te ein­brin­ge.

Lars Born­schein

Herzog: Aus Zufallsbegegnung wurde Freundschaft

Der drit­te Freund war Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog. Er hat erzählt, er habe Rémy 2017 vor einem fran­zö­si­schen Wahl­lo­kal in Tübin­gen ken­nen­ge­lernt. Sei­ne Frau Anne, eben­falls Fran­zö­sin, habe dort an der Prä­si­dent­schafts­wahl teil­ge­nom­men. Für den zwei­ten Wahl­gang hät­ten sie dann eine Fahr­ge­mein­schaft gebil­det. Aus die­ser Zufalls­be­geg­nung sei ein deutsch-fran­zö­­si­­scher Freun­des­kreis im Raum Schram­berg ent­stan­den.

OB Tho­mas Her­zog

Auch Her­zog wür­dig­te Rémys Ein­satz in Schram­berg und für Schram­ber­ger: Sei­ne Arbeit in der Lebens­hil­fe seit bald 30 Jah­ren, sein Unter­richt an der Volks­hoch­schu­le und an der Jugend­kunst­schu­le Krei­sel oder nun im Kunst­ver­ein. Er schil­der­te Rémys Lebens­weg, der ihn schließ­lich nach Schram­berg geführt hat – die NRWZ hat­te aus­führ­lich berich­tet. Und Her­zog zitier­te eine NRWZ-Über­­­schrift: „Ein Bild ist nie fer­tig“. So sei auch Tre­vi­s­ans Lebens­ge­schich­te noch nicht fer­tig erzählt. Es sei ihm eine Freu­de und Ehre, eine sei­ner letz­ten öffent­li­chen Ver­an­stal­tun­gen  als Ober­bür­ger­meis­ter zu Tre­vi­s­ans Ehren abhal­ten zu dür­fen. Den Aus­stel­lungs­be­su­chern wünsch­te Her­zog gute Gesprä­che rund um die Aus­stel­lung „in der welt­of­fe­nen Stadt Schram­berg in einem fried­li­chen, tole­ran­ten und geein­ten Euro­pa“.

32 Jahre in Schramberg

Nach­dem Her­zog den äuße­ren Lebens­weg Tre­vi­s­ans geschil­dert hat­te, sei es nun an ihm, den inne­ren Weg dar­zu­stel­len, so der Kunst­his­to­ri­ker Joa­chim Pen­zel in sei­ner Ein­füh­rung. Auch Pen­zel ist seit 13 Jah­ren mit Tre­vi­san seit einem gemein­sa­men Pro­jekt in Hal­le befreun­det.

Eine  Kunst­aus­stel­lung rei­ße die Besu­cher aus ihrer All­tags­welt und soll­te „Impul­se für das eige­ne Leben“ ver­mit­teln, so Pen­zel. Die Aus­stel­lung Voya­ge 32  sei eine Aus­wahl aus  Tre­vi­s­ans Werk der letz­ten 32 Jah­re in Schram­berg. 32 Jah­re geleb­te deutsch-fran­zö­­si­­sche Bezie­hung, 32 Jah­re im länd­li­chen Raum im Schwarz­wald, 32 Jah­re Bil­der­ma­cher. 32 Jah­re geleb­te ästhe­ti­sche Erfah­run­gen und Erkennt­nis­bil­dung.

Joa­chim Pen­zel. Fotos: him

Pen­zel schil­der­te anhand von Tre­vi­­san-Bil­­dern des­sen Ent­wick­lung inner­halb der abs­trak­ten Kunst. Es sei „der Ver­such, einen eige­nen Weg in der Welt­spra­che der Abs­trak­ti­on zu fin­den“. Es gehe den Künst­lern immer dar­um, hin­ter die Sicht­bar­keit der Wirk­lich­keit zu schau­en“. Über pola­re Bil­der und sei­ne Zeich­nun­gen sei der Weg zu Bil­dern mit einem Geflecht oder Netz­werk gegan­gen bis Tre­vi­san  schließ­lich zurück zur (teil­wei­sen) Gegen­ständ­lich­keit gefun­den habe. Als er die­se Bil­der gese­hen habe, habe er gestaunt: „Was macht er denn jetzt?“

Es war die Wie­der­kehr der (mensch­li­chen) Figur: In den Netz­ge­bil­den tau­chen Sil­hou­et­ten von Maler wie Beuys, Picas­so oder Gia­co­met­ti auf, aber auch eine Tee­kan­ne. Pen­zel for­der­te die Besu­cher auf, sich von den Bil­dern fas­zi­nie­ren und begeis­tern zu las­sen. „Es gibt viel mehr, als ich sagen kann.“

Nach einem wei­te­ren Stück  das Woz­ni­ak auf der Bass­kla­ri­net­te und der Quer­flö­te gespielt hat­te, ström­ten die Gäs­te in die obe­ren Räu­me des Schlos­ses. Bei einem Glas Wein, gereicht von Freun­den, und Häpp­chen, vor­be­rei­tet von Freun­den, genos­sen die Besu­cher mit Remy einen lan­gen Abend unter Freun­den.

Info: Die Aus­stel­lung ist bis zum 17. Novem­ber  zu sehen. Geöff­net von Diens­tag bis Sams­tag von 13 bis 17 Uhr Son­tag und an Fei­er­ta­gen von 11 bis 17 Uhr.

 

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