Sommersprossen bieten jugendliches im Jugendstil

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Frühen Werken der Komponisten Schönberg und Mendelssohn Bartholdy widmen sich die acht Streicher des Konzerts „Jugendliche Geniestreiche“ unter anderem mit Matthias Lingenfelder (Violine) am 14. Juli im Jugendstilsaal des Rottenmünsters. Foto: Manfred Esser

ROTTWEIL – Mit dem Titel „Jugend­li­che Genie­strei­che“ ist das zehn­te Kon­zert des Rott­weil Musik­fes­ti­val Som­mer­spros­sen beti­telt, das am Frei­tag, 14. Juli, im Jugend­stil­saal des Rot­ten­müns­ters statt­fin­den wird. Arnold Schön­bergs Streich­sex­tett „Ver­klär­te Nacht“ op. 4 und Felix Men­dels­sohn Bar­thol­dys Oktett Es-Dur op. 20 ste­hen auf dem Pro­gramm und füh­ren zu frü­hen (Genie-) Wer­ken der bei­den Aus­nah­me­kom­po­nis­ten. Beginn ist um 20 Uhr, Ein­lass um 19 Uhr.

Als Arnold Schön­berg 1899 sein Streich­sex­tett „Ver­klär­te Nacht” kom­po­nier­te, war er noch nicht auf die Zwölf­ton­tech­nik gekom­men, mit der er so fol­gen­reich zum „Vater der moder­nen Musik” wer­den soll­te. Ja, damals hat er noch „schö­ne, ver­ständ­li­che Musik gemacht!”, ächz­ten schon bald Anhän­ger tra­di­tio­nel­ler Tona­li­tät. Gleich­wohl hat die Urauf­füh­rung 1902 in Wien Skan­dal gemacht. Nicht zuletzt wegen des pro­gram­ma­ti­schen Sujets, das mit der Akkla­ma­ti­on eines „Fehl­tritts“ gegen die bür­ger­li­che Sexu­al­mo­ral ver­stieß.

Musi­ka­lisch war das mit 25 Jah­ren geschaf­fe­ne Opus Nr. 4 aber durch­aus ein Genie­streich: Erst­mals über­haupt wur­de durch Schön­berg die Idee der Sin­fo­ni­schen Dich­tung auf Kam­mer­mu­sik ange­wandt.

Das vier­sät­zi­ge Oktett für vier Vio­li­nen, je zwei Vio­len und Cel­li des 16-jäh­ri­gen Felix Men­dels­sohn Bar­thol­dy ist eines der geni­als­ten Früh­wer­ke der Musik­ge­schich­te. Von roman­ti­schem Voll­klang geprägt, wer­den mit fast mathe­ma­ti­scher Prä­zi­si­on die Mög­lich­kei­ten der Instru­men­tal-Kom­bi­na­ti­on durch­ge­spielt.
Im Auto­graph ver­weist der Kom­po­nist selbst­be­wusst auf die Dimen­si­on des Wer­kes: „Die­ses Octett muß von allen Instru­men­ten im Style eines sym­pho­ni­schen Orches­ters gespielt wer­den.” Genia­lisch und atem­be­rau­bend zugleich.

Es spie­len Mat­thi­as Lin­gen­fel­der, Cha­ris Jen­son und Lisa Schu­mann (Vio­li­ne), Hariolf Schlich­tig und Hiyo­li Toga­wa (Vio­la), Johan­nes Goritz­ki und Kirs­ten Jen­son (Vio­lon­cel­lo).

Die Tickets sind in der Tou­rist-Infor­ma­ti­on Rott­weil (Tele­fon 0741/ 494–280) und im Vor­ver­kauf der Volks­bank Rott­weil (Tele­fon 0741/ 474–129) sowie bei allen Vor­ver­kaufs­stel­len in der Regi­on erhält­lich. Infor­ma­tio­nen zum Rott­weil Musik­fes­ti­val Som­mer­spros­sen gibt es unter www.triok.de und www.sommersprossen-rottweil.de.

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