Stadtspaziergang, Hirschbrunnengeflüster, Spätklassizismus und Kirchengeschichte

Museums- und Geschichtsverein Schramberg lädt zu vielfältigem Jahresprogramm ein

Schramberg – Das 175-jährige Weihejubiläum der Katholischen Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt ist der Schwerpunkt im neuen Jahresprogramm des Museums- und Geschichtsvereins Schramberg. Mit einem „Stadtspaziergang in die Vergangenheit“ und einem „Hirschbrunnengeflüster“ werden darüber hinaus neue Reihen gestartet.

Mit der neuen Reihe „Stadtspaziergang in die Vergangenheit“ knüpft der Museums- und Geschichtsverein Schramberg an die „Stadtspaziergänge“ aus der Bewerbung um eine Landesgartenschau und aus der Entwicklung der Konzeption „Stadtumbau 2030+“ an. Die dabei gebotenen Ausblicke sollen durch Rückblicke ergänzt werden, bei denen bekannte und unbekannte stadtgeschichtliche Zeugen ins Bewusstsein gerufen werden, die zu den örtlichen Besonderheiten gehören.

Den Auftakt bildet am Samstag, 23. März, ein „Rundgang in der Nordstadt“, bei dem Oberstudienrat a.D. Günter Buchholz zum Schloss der Grafen von Bissingen und Nipppenburg, zur Schramberger Majolikafabrik, zur Papierwarenfabrik Gustav Maier, zum Hammerwerk/Massemühle und zum Lichtspielhaus führen wird.

„Emma-Haaser-Soirée“

Das erste „Hirschbrunnengeflüster“ am Freitag, 10. Mai, ist im „Café Hirschbrunnen“ der Erinnerung an Leben und Werk der Schriftstellerin Emma Haaser (1878-1950) gewidmet, die ihrer Heimatstadt und deren Sehenswürdigkeiten viele Gedichte gewidmet und die Kultur und Lebensweise von „Alt-Schramberg“ in zahlreichen Erzählungen festgehalten hat. Unter dem Titel „Hirschbrunnengeflüster“  – der Begriff stammt von Emma Haaser – sollen in Zukunft einmal im Jahr in anekdotischer und unterhaltsamer Form „Schramberger Geschichten“ dargeboten werden.

Die „Emma-Haaser-Soirée“ wird von Museumsleiter und Stadtarchivar Carsten Kohlmann zusammen mit dem Graphiker und Ilustrator Uwe Rettkowski gestaltet und von Musikern der Schlaraffia Schramberg begleitet. Rechtzeitige Reservierung bei der Restaurantleitung wird empfohlen.

„Tag des offenen Denkmals“

Zum „Tag des offenen Denkmals“ wird am Sonntag, 8. September, „Schramberg als Zentrum des Spätklassizismus im Schwarzwald“ in den Blick genommen. „Die Stadt der Täler, Berge und Burgen ist auch eine Stätte des Klassizismus, der hier fast schulmäßig demonstriert wird“, schrieb der Kunsthistoriker und Kulturreferent Egon Rieble (1925-2016) in seinem Buch „Sehen und Entdecken im Kreis Rottweil“ im Jahr 1980.

Bei der Führung wird Museumsleiter und Stadtarchivar Carsten Kohlmann das weithin einmalige Ensemble aus dem Schloss der Grafen von Bissingen und Nippenburg (1841/43), der Katholischen Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt (1838/41) und der Schramberger Majolikafabrik (1834ff.) vorstellen.

St. Maria-Jubiläum

Dem Jubiläum „175 Jahre Katholische Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt“ ist am Freitag, 18. Oktober, der Vortrag „Sakraler Ort – Rationaler Raum. Pfarrkirchen in der Entstehungszeit der Diözese Rottenburg“ von Dr. Dipl.-Ing. Heiner Giese aus Rottenburg am Neckar gewidmet. Der Referent wurde 2007 mit einer Dissertation über dieses Thema an der Fakultät für Architektur der Universität Stuttgart promoviert, die 2008 als Buch erschienen ist. In seiner Forschungsarbeit hat sich der Referent mit der „Pfarrkirche und Königshalle“ in Schramberg intensiv befasst und sieht in ihr einen der repräsentativsten Sakralbauten dieser architekturgeschichtlichen Epoche in Südwestdeutschland.

Ausklingen wird das Jahresprogramm am Freitag, 6. Dezember, einer Buchpräsentation der neuen „Geschichte der Diözese Rottenburg-Stuttgart“, die in zwei Bänden die Geschichte der römisch-katholischen Kirche in Württemberg von den Anfängen des Christentums im frühen Mittelalter bis zu den Umbrüchen in der Gegenwart auf der Grundlage des heutigen Forschungsstandes darstellt.

Vorgestellt wird die neue Diözesangeschichte durch einen der Mitautoren, Professor Dr. Dominik Burkard, Inhaber des Lehrstuhles für Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Julius-Echter-Universität in Würzburg. Alle Veranstaltungen, die in Kooperation mit dem Stadtarchiv und Stadtmuseum Schramberg stattfinden, sind auch für Nicht-Mitglieder offen. Die Teilnahme ist grundsätzlich kostenlos.

Info:

Der erste „Stadtspaziergang in die Vergangenheit“ mit Günter Buchholz beginnt am Samstag, 23. März, um 15 Uhr auf dem Parkplatz beim Stadtmuseum Schramberg (Bahnhofstraße 1). Das Faltblatt mit dem Jahresprogramm liegt ab nächster Woche im Rathaus, in den Ortsverwaltungen und den Museen aus und ist unter der Adresse www.museums-geschichtsverein-schramberg.de im Internet einsehbar.

 

-->

Mehr auf NRWZ.de