‚Talkin‘ about Barbara‘ – ein besonderes Konzert erwartet die Besucher beim Konzert in der Reihe Jazz im Refektorium. Foto: pm

ROTTWEIL – Ein Jazz­sa­xo­pho­nist, eine Opern­di­va und eine baro­cke Bass­grup­pe… und eine der fas­zi­nie­rends­ten Frau­en­gestal­ten der Musik­ge­schick­te. Kampf, Lebens­freu­de und Lie­bes­kum­mer – heu­te wie frü­her! Das alles bringt „Il Gira­tem­po – Tal­king about Bar­ba­ra“ am Frei­tag, 16. Novem­ber ab 20.30 Uhr, auf die Büh­ne des Refek­to­ri­ums.

Fun­ken­sprü­hen­de Dia­lo­ge zwi­schen Stim­me und Saxo­phon und lupen­rei­ne Barock­mu­sik – Lai­la Salo­me Fischer (Mez­zo­spor­an), Magnus Mehl (Jazz­sa­xo­phon) und das Barock­ensem­ble Il Gira­tem­po inter­pre­tie­ren Musik aus der Welt der legen­dä­ren Bar­ba­ra Stroz­zi (1619 – 1677).

Wir fin­den uns im Vene­dig des frü­hen 17. Jahr­hun­derts – Die­se ers­te Blü­te­zeit der Oper ist gleich­zei­tig die Geburts­stun­de einer libe­ra­len, säku­lä­ren Musik­sze­ne. Expres­si­ver Solo­ge­sang und atem­be­rau­bend vir­tuo­se Instru­men­tal­mu­sik erset­zen die poly­pho­ne Stren­ge frü­he­rer Zei­ten. Kom­po­nis­ten­kar­rie­ren sind nicht mehr an Kir­chen­äm­ter geknüpft. Jun­ge Kom­po­nis­ten, Maler und Bohe­mi­ens erobern die Salons der kunst­be­flis­se­nen Eli­ten.

Eine Frau gehört zu den füh­ren­den Köp­fen der neu­en Musi­ker­ge­nera­ti­on: Die Kom­po­nis­tin und Sän­ge­rin Bar­ba­ra Stroz­zi ist ein Kind der Lagu­nen­stadt und fin­det dort opti­ma­le Bedin­gun­gen für ihre Kunst. Ihre Kom­po­si­tio­nen zeu­gen von der Aben­teu­er­lust einer Musik­welt, die sich auf dem Weg in eine neue Ära fühlt.

Im Dia­log mit dem renom­mier­ten Jazz – Saxo­pho­nis­ten Magnus Mehl (Jazz­preis des Lan­des Baden- Würt­tem­berg 2015) spürt die Mez­zo­so­pra­nis­tin Lai­la Salo­me Fischer die­ser Atmo­sphä­re von Auf­bruch und Ent­de­cker­geist nach. Getra­gen von den beson­de­ren Klang­far­ben von Lau­te, Vio­la da Gam­ba und Cem­ba­lo greift Magnus Mehl die his­to­ri­schen Melo­di­en und Rhyth­men auf und über­setzt sie in sei­ne ganz eige­ne Klang­spra­che.

Lai­la Salo­me Fischer wur­de bereits mit elf Jah­ren als Gesangs­stu­den­tin am Juli­us-Stern-Insti­tut der Uni­ver­si­tät der Küns­te in Ber­lin auf­ge­nom­men. Die Mez­zo­so­pra­nis­tin  gewann ers­te Prei­se beim Deut­schen Musik­wett­be­werb und beim Wett­be­werb der Yama­ha Music Foun­da­ti­on of Euro­pe. Kon­zert­rei­sen und Auf­trit­te führ­ten Lai­la Salo­me Fischer bis nach Süd­ame­ri­ka, Tel Aviv und Bre­genz.

Der gebür­ti­ge Rott­wei­ler Magnus Mehl, der in Ams­ter­dam, Köln, Nürn­berg, Stutt­gart und New York Jazz­sa­xo­phon stu­diert hat, ist 1.Preisträger zahl­rei­cher renom­mier­ter Wett­be­wer­be und gas­tiert regel­mä­ßig bei inter­na­tio­na­len Fes­ti­vals. Kon­zert­rei­sen führ­ten ihn nach Asi­en, Mit­tel­ame­ri­ka und in vie­le euro­päi­sche Län­der.

Das Ensem­ble „Il Gira­tem­po“, „Der Zei­ten­wand­ler“ möch­te sein Publi­kum nicht in ver­gan­ge­ne Jahr­hun­der­te ent­füh­ren. Das jun­ge Ensem­ble hat es sich viel­mehr zur Auf­ga­be gemacht, mit den Schät­zen sei­ner Rei­sen in die Ver­gan­gen­heit das Hier und Jetzt auf­zu­mi­schen.

Dávid Budai (Vio­la da Gam­ba), Max Vol­bers (Block­flö­te, Cem­ba­lo) und Vanes­sa Hei­nisch (The­or­be, Barock­gi­tar­re) haben sich der Musik des 17. und frü­hen 18.Jahrhunderts ver­schrie­ben, dar­ge­bo­ten in außer­ge­wöhn­li­chen Zusam­men­stel­lun­gen und insze­niert als Fest für die Sin­ne. Neben Musik Bar­ba­ra Stroz­zis erklin­gen Wer­ke von Clau­dio Mon­te­ver­di, Giu­lio Cac­ci­ni, Ber­nar­do Stor­ace und ande­ren.

INFO: Kar­ten sind an der Abend­kas­se für 14 Euro (ermä­ßigt 11 Euro) erhält­lich. Kar­ten­re­ser­vie­rung unter jazzimrefektorium@gmail.com.