Elisa Keesen. Foto: pm

Die Gehör­lo­sen- und Blin­den­päd­ago­gin Eli­sa Kee­sen aus der Stif­tung St. Fran­zis­kus Hei­li­gen­bronn hat ein Fach­buch zur Taub­blin­den­päd­ago­gik geschrie­ben, das die Stif­tung in der Edi­ti­on Bent­heim her­aus­ge­bracht hat. Es ist unter dem Titel „Ange­bo­re­ne Taub­blind­heit und die Kon­struk­ti­on der Welt. Psy­chi­sche Grund­be­dürf­nis­se in sub­jek­ti­ven Lebens­räu­men“ erschie­nen, wie die Stif­tung mit­teilt.

Im Rah­men eines For­schungs­pro­jek­tes arbei­te­te Eli­sa Kee­sen als Wis­sen­schaft­li­che Mit­ar­bei­te­rin an der Päd­ago­gi­schen Hoch­schu­le Hei­del­berg zur sozia­len Teil­ha­be und För­der­si­tua­ti­on von Kin­dern und Jugend­li­chen mit Hör­seh­be­hin­de­rung oder Taub­blind­heit. Inzwi­schen ist die Autorin bei der Stif­tung tätig als Leh­re­rin der Bera­tungs­stel­le für Kin­der und Jugend­li­che mit Taubblindheit/Hörsehbehinderung und vor allem im Rhein-Neckar-Raum unter­wegs.

Wie sieht die Welt für ein taub­blind gebo­re­nes Kind aus?“, fragt Kee­sen im Vor­wort zu ihrem Buch, das auf 103 Sei­ten theo­re­ti­sche Grund­la­gen zur Wahr­neh­mung, den Bedürf­nis­sen und der Ent­wick­lung taub­blind oder hör­seh­be­hin­dert gebo­re­ner Kin­der ent­fal­tet in Bezug auf neu­ro­phy­sio­lo­gi­sche und psy­cho­lo­gi­sche Erkennt­nis­se.

Was treibt uns an?“ fragt sich Kee­sen im Hin­blick auf Pas­si­vi­tät und Selbst­ver­let­zungs­ten­den­zen man­cher taub­blin­der Men­schen. Dau­er­haft uner­füll­te Grund­be­dürf­nis­se und die feh­len­de Wahr­neh­mung von Hand­lungs­an­rei­zen füh­ren nach Erkennt­nis­sen der Autorin zu Resi­gna­ti­on und Pas­si­vi­tät. Für ihr For­schungs­pro­jekt und das Buch hat sie zahl­rei­che Inter­views mit Exper­ten im Taub­blin­den­be­reich geführt.

Bedeutender Beitrag zum Veständnis von Taubblindheit

Ihre eige­nen Erfah­run­gen aus der Bera­tungs­ar­beit führ­ten sie noch­mals zu einer Modi­fi­zie­rung ihrer Schluss­fol­ge­run­gen. Eine indi­vi­du­el­le För­de­rung, sozia­le Ein­bin­dung, Selbst­wirk­sam­keit, Kom­pe­tenz, Sicher­heit und Kon­trol­le sind nach Dar­stel­lung Kee­sens wich­ti­ge Grund­be­dürf­nis­se, aus denen sie Anre­gun­gen für päd­ago­gi­sche Situa­tio­nen wie für das Ver­ständ­nis von Taub­blind­heit ablei­tet.

Dr. Andrea Wan­ka, die Taub­blin­den­be­auf­trag­te der Stif­tung St. Fran­zis­kus Hei­li­gen­bronn, hat ein Vor­wort zu dem Fach­buch von Eli­sa Kee­sen bei­gesteu­ert, das sie als einen bedeut­sa­men Bei­trag zu einem bes­se­ren Ver­ständ­nis der Welt von taub­blind gebo­re­nen Men­schen schil­dert. Bei dem inter­na­tio­na­len Fach­tag zur Taub­blind­heit stell­te Eli­sa Kee­sen das gera­de druck­frisch erschie­ne­ne Werk selbst vor, das auch gleich vie­le Abneh­mer fand. Das Buch kann über den Buch­han­del bezo­gen wer­den.

 

 

Zum Foto Eli­sa Kee­sen:

Fach­buch­au­torin und Taub­blin­den­päd­ago­gin Eli­sa Kee­sen beim inter­na­tio­na­len Fach­tag in Hei­li­gen­bronn.

Foto: Graf/Stiftung St. Fran­zis­kus