Tine Roth stellt in Tschortsches Room aus

ROTTWEIL-NEUFRA – Es ist die erste Ausstellung von Tine Roth aus Lauffen. Die 49-Jährige Mediengestalterin und Textilzeichnerin malt seit vielen Jahren, öffentlich gezeigt hat sie sie aber noch nie.

Nun war sie neulich in Tschortsches Room in Neufra, und da war ihr gleich klar: Hier passen meine Bilder perfekt hin. Der gleichen Meinung war auch Restaurantbetreiber und Küchenchef Georg „Tschortsche“ Hildebrandt, und jetzt hängen Tine Roths „Rost-Bilder“ bis Ende Januar im Restaurant. Rost-Bilder sind es tatsächlich, obwohl die Künstlerin nur ganz wenig Metall verarbeitet. „Ich hab mal zu meinem Mann gesagt: Ich krieg auch Holz zum Rosten“, und genau das tut sie. Eine Technik, die sie beim „Meister des Rosts“, dem inzwischen verstorbenen Luxemburger Künstler Nico Hienckes gelernt hat. „Ich hab in der Fabrik am See, der Akademie für zeitgenössische Kunst in Gaienhofen-Horn, bei ihm einen Kurs besucht. Das hat mich sehr beeindruckt“, erzählt Tine Roth. Gelernt hat sie hier, auf Materialien, die eigentlich nicht rosten, eine Kupfer- oder Eisengrundierung aufzubringen und diese so zu behandeln, dass sie es dann trotzdem tun.

Manchmal sind die Dinge, denen sie in ihren Werken eine neue Bedeutung gibt, aber auch schon bereits rostig, Löffel oder Schlösser, Dinge, die sie auf Dachböden oder bei Spaziergängen in der Natur findet, sie bekommen bei Tine Roth eine neue Bedeutung. „Dinge finden sich, verwerfen sich, legen sich in vertrauter Nähe auf die Leinwand“, sagt sie. Erlebnisse und Emotionen des Alltags drückt sie in Bildern aus, die Schönheit von Altem bekommt hier eine neue Wertigkeit, wird in neues Licht gerückt. Wunderbare Collagen sind das, Holzstücke werden zu einer Stadt, einer Tänzerin, einer Kerze, Tine Roth hat den Blick über das Alltägliche hinaus und macht so Kunst aus Dingen, die andere wegwerfen oder in den Ofen stecken würden.

Info: Die Bilder von Tine Roth sind noch bis Ende Januar in Tschortsches Room, Stuttgarter Straße 56 in Rottweil-Neufra zu sehen.

 

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