Warum das Badhaus in Rottweil monatelang Pause machte

Christina Jänichen und Altfried Weber (hinten) mit zwei ihrer Mitarbeiter, Ziad aus Syrien und Piragosh aus Sri Lanka. Foto: mm

Acht bis zehn Ver­an­stal­tun­gen pro Monat bot das Bad­haus im Rott­wei­ler Neckar­tal Anfang des Jah­res noch. Klein­kunst, Vor­trä­ge, Lie­der­aben­de, Kon­zer­te. Dann, Mit­te Juni, war plötz­lich Schluss. Am 12. Juni gab’s noch einen Tan­goabend, dann nichts mehr bis Sep­tem­ber. Eine mona­te­lan­ge Som­mer­pau­se? Mit­nich­ten, wie jetzt bekannt wur­de.

Klei­ne­re Selbst­stän­di­ge ken­nen das Pro­blem: Wenn sie krank sind, wenn sie aus­fal­len, dann macht nie­mand ihren Job. Da gibt es kei­nen Kol­le­gen, der ein­sprin­gen könn­te. Sie sind die Fir­ma.

So geht es auch dem Pia­nis­ten Alt­frid Weber und der Sän­ge­rin Chris­ti­na Jäni­chen. Gemein­sam betrei­ben sie das Bad­haus in Rott­weil. Den Ver­an­stal­tungs­saal mit bis zu 250 Sitz­plät­zen für Vor­trä­ge, Thea­ter­stü­cke und Kon­zer­te samt ange­schlos­se­ner Küche für ihre „Kunst-und-Kulinarisches”-Abende. Gemein­sam betrei­ben sie auch den„Verein für Kunst und Kul­tur im Bad­haus zu Rott­weil”, eine recht­li­che Kon­struk­ti­on, um die Ver­an­stal­tun­gen kos­ten­de­cken­der anbie­ten zu kön­nen. Es läuft ganz gut, jah­re­lang, bis Juni.

Bei einer Lichtprobe passiert es

Und dann die klei­ne Kata­stro­phe, wenn es so etwas gibt, die gro­ße eigent­lich für die Betrof­fe­nen. Bei einer Licht­pro­be pas­siert es. Alt­fried Weber stürzt von der Lei­ter, zieht sich einen „sehr kom­pli­zier­ten Bruch” zu, wie die bei­den nun erzäh­len. Die­ser Unfall habe zu einem drei­mo­na­ti­gen Kran­ken­haus­auf­ent­halt geführt. Chris­ti­na Jäni­chen muss den Laden ab da qua­si allei­ne schmei­ßen. Bis jetzt.

Auf dem Weg der Besserung

In die­ser Zeit haben wir dann tat­säch­lich nur die aller­dring­lichs­ten Din­ge erle­di­gen kön­nen, und so muss­ten daher auch eini­ge geplan­te Thea­ter­auf­füh­run­gen abge­sagt wer­den”, berich­tet Jäni­chen jetzt, nach­dem die Pha­se über­stan­den ist. Weber wie­der­um sei „inzwi­schen auf dem Weg der Bes­se­rung und wir wagen wie­der die ers­ten Schrit­te in den All­tag.”

Also: bald wie­der die gewohn­ten acht bis zehn Ver­an­stal­tun­gen im Monat? Zunächst gehen es die bei­den Bad­haus-Betrei­ber lang­sam an. Sie kün­di­gen Thea­ter­aben­de an. Und am Sams­tag, 6. Novem­ber wird ein Fla­men­co-Kon­zert mit „Café del Mun­do” statt­fin­den.

Bald wieder gemeinsam auf der Bühne

Am 12. Novem­ber wol­len bei­de wie­der gemein­sam auf der Büh­ne ste­hen. Mit Chan­sons und Songs von Georg Kreis­ler und ande­ren, gesun­gen von Chris­ti­na Jäni­chen und Alt­frid Weber. Ein „Ein Abend über herr­li­che Wei­ber und däm­li­che Ker­le”, soll es wer­den. Typisch Klein­kunst im Bad­haus, eben, mit einem sechs­gän­gi­gen Menü dazu. Und einen Tag spä­ter wer­den schon „Vocal­den­te” erwar­tet, laut Ankün­di­gung Deutsch­lands erfolg­reichs­ter A-Cap­pel­la-Export.