Charlotte Mumm. Foto: Stefan Ruissen

ROTTWEIL – Char­lot­te Mumm (geb. 1980) ist die Werk­statt­preis­trä­ge­rin der Kunst­stif­tung Erich Hau­ser im Jahr 2018. Seit 1997 wird der Werk­statt­preis an jun­ge Bild­hau­er ver­ge­ben. Inzwi­schen haben 24 Künst­le­rin­nen und Künst­ler die­se Aus­zeich­nung erhal­ten. Der Preis bie­tet die Mög­lich­keit, meh­re­re Wochen in der Werk­statt­hal­le zu arbei­ten und die ent­stan­de­nen Wer­ke dort zu prä­sen­tie­ren.

Im Rah­men des zwei­stu­fi­gen Aus­wahl­ver­fah­rens wur­den in die­sem Jahr ins­ge­samt 19 Bild­haue­rin­nen und Bild­hau­er von ver­schie­de­nen Muse­ums­lei­tern und Kura­to­ren aus Deutsch­land, Öster­reich und der Schweiz vor­ge­schla­gen. Nomi­niert waren Mat­this Bacht, Frank Bal­ve, Mat­thi­as Bildstein/Philippe Glatz, Sophie Inn­mann, Mar­tin Käh­ler, Sebas­ti­an Kuhn, LAYBEUIS, Max Leiß, Clau­dia Mann, Lau­ra Mie­trup, Char­lot­te Motz, Char­lot­te Mumm, Ana Navas, Hen­ri­ke Nau­mann, Ahmet Ögüt, Leu­nora Sali­hu, Karl Salz­mann, Johan­nes Wald und Pablo Wen­del. 

Die Jury, bestehend aus Kalin Lin­de­na, ehe­ma­li­ge Werk­statt­preis­trä­ge­rin, Dr. Léon Krem­pel, Kunst­hal­le Darm­stadt, Hein­rich Dietz, Kunst­ver­ein Frei­burg und der Stif­tungs­rä­tin Dr. Eva-Mari­na Froitz­heim vom Kunst­mu­se­um Stutt­gart, hob her­vor, dass Char­lot­te Mumm in ihren skulp­tu­ra­len Arbei­ten, Instal­la­tio­nen, Zeich­nun­gen und ihrer Male­rei an einer ganz eige­nen Bild­spra­che, die sich zwi­schen figu­ra­ti­ven und abs­trak­ten Ele­men­ten bewegt, arbei­tet. Als Grenz­gän­ge­rin zwi­schen Male­rei und Skulp­tur reflek­tiert sie die Erfahr­bar­keit von Raum, Mate­ri­al und Ober­flä­che. Sie erkun­det in ihren skulp­tu­ra­len Figu­ren den per­sön­li­chen Raum und sei­ne phy­si­schen Gren­zen, setzt Metall­ge­len­ke und abs­tra­hier­te Kör­per­for­men ein, mit denen sie den schma­len Grad zwi­schen Gleich­ge­wicht und frei­em Fall, Aus­ge­wo­gen­heit und Zusam­men­bruch aus­lo­tet.

Auf den ers­ten Blick zei­gen sich ihre Wer­ke als ein schier uner­schöpf­li­cher Kos­mos aus Far­ben, For­men und Mate­ria­li­en, die in kon­trast­rei­chen, oft sogar wider­sprüch­li­chen Kom­bi­na­tio­nen ein­an­der durch­drin­gen. Kla­re Abgren­zun­gen zwi­schen Form und Cha­os, zwi­schen Innen und Außen ent­glei­ten dem nach Deu­tung suchen­den Auge immer wie­der“, stellt Tho­mas Nie­mey­er, Lei­ter der Städ­ti­schen Gale­rie Nord­horn, der Char­lot­te Mumm nomi­niert hat, fest.

Die Werk­statt­hal­le Erich Hau­sers bie­tet der Künst­le­rin beson­de­re räum­li­che Mög­lich­kei­ten zur Gestal­tung ihrer humor­vol­len, para­do­xen, trü­ge­ri­schen wie auch tra­gi­schen Welt­ent­wür­fe. Char­lot­te Mumm wur­de in Georgs­ma­ri­en­hüt­te gebo­ren, stu­dier­te an der Kunst­hoch­schu­le Kas­sel und war Meis­ter­schü­le­rin von Urs Lüthi. Sie lebt und arbei­tet in Ams­ter­dam. Zur Aus­stel­lung, die am 29. Sep­tem­ber in der Werk­statt­hal­le eröff­net wird, erscheint ein Kata­log.