Zimmertheater zeigt in sechs Vorstellungen „All das Schöne“

Zimmertheater zeigt in sechs Vorstellungen „All das Schöne“

ROTTWEIL – Das Zimmertheater Rottweil startet ins neue Jahr mit einer besonderen Inszenierung, von der nur sechs Vorstellungen gezeigt werden:“All das Schöne“ von Duncan Macmillan. Premiere ist am Freitag, 10. Januar ab 20 Uhr.

Duncan Macmillan hat einen lebensbejahenden Monolog über ein todernstes Thema geschrieben, hinreißend, herzergreifend und gänzlich unsentimental. Als das Kind noch klein ist, versucht sich seine Mutter erstmals das Leben zu nehmen. Wie soll man einem geliebten Menschen helfen, der nur noch Dunkles und Trauriges sieht und nicht mehr weiterkämpfen will?

Das
Kind beginnt eine Liste zu schreiben mit all den Dingen, die großartig
sind im Leben: „1. Eiscreme; 2. Wasserschlachten; 3. lange Aufbleiben
dürfen; 4. die Farbe Gelb…“ und hofft, dass die Mutter die Liste
wirklich liest (und nicht bloß die Rechtschreibfehler korrigiert), dass
ihre Depression aufhört und das Leben weitergeht. Tut es auch. Aber
nicht alles wird automatisch gut. Nicht jetzt, nicht später, da man
selbst erwachsen ist, sich verliebt und vielleicht sogar über eigene
Kinder nachdenkt. Immer wieder lauert da eine seltsame Traurigkeit, gibt
es peinliche Situationen und Verletzungen. Nur die Liste ist im Lauf
der Jahre angewachsen und nähert sich der Million:  „999.998. Unpassende
Songs in gefühlvollen Momenten, 999.999. Eine Aufgabe abschließen…“

Was
als kindlicher Versuch der Trauerbewältigung beginnt, wird zu einem
großen Lebensprojekt über den Wert unscheinbarer Momente. Zwanzig Jahre
später ist die Liste auf eine Million Einträge angewachsen, inklusive
„Alte Menschen, die Händchen halten; Star-Trek Filme mit geraden
Nummern; so doll lachen, dass einem die Milch aus der Nase schießt.“

Das
Kind ist erwachsen geworden. Es hat seine Mutter nicht von ihrer
Depression heilen können, es ist oft unglücklich gewesen, es hat
verzweifelt geliebt, es ist beglückt und enttäuscht worden vom Leben,
und es hat seine Mutter schließlich verloren. Höchst sensibel und
verblüffend komisch setzt sich Macmillan mit dem Leiden Depression
auseinander und beleuchtet fast beiläufig, dadurch umso eindringlicher
die Folgen dieser Krankheit für die Betroffenen und deren Umfeld.

Letztlich ist All das Schöne aber eine Feier des Lebens, ein gemeinsames Nachdenken von Spielerin und Publikum über das, was uns und die, die wir lieben, so kostbar macht. Duncan Macmillans berührender, todtrauriger und zugleich hinreißend komischer Monolog beschwört all das, wofür es sich zu leben lohnt.

Der Brite Duncan Macmillan, geboren 1980, ist Autor und Regisseur. Für sein Stück Atmen gewann er 2013 bei den Off West End Awards den Preis für das beste neue Stück. Ebenfalls 2013 war er mit seiner Bühnenfassung von Friederike Mayröckers Reise durch die Nacht zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Für ihn hilft das Stück „all die kleinen Dinge zu sehen und sich darüber zu freuen, die das Leben einem zuspielt, um nicht an den großen Dingen zu verzweifeln.“

Der Regisseur und Schauspieler Peter Raffalt spielte in „Raub der Europa“ im Zimmertheater und leitet die Sommerfestspiele in Wangen. Stefanie Smailes ist als Musicaldarstellerin an der Theaterakademie August Everding in München ausgebildet worden und spielt zum ersten Mal in Rottweil.

Weitere Vorstellungen: am Sa. 11.01. um 20 Uhr, So. 12.1. um 11 Uhr und am Fr. 31.1 um 20 Uhr, Sa. 1.2. um 20 Uhr und zum letzten Mal am So. 2.2. um 11 Uhr.

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Quelle: NRWZ.de – veröffentlicht am 2. Januar 2020 von Pressemitteilung (pm). Erschienen unter https://www.nrwz.de/kultur/zimmertheater-zeigt-in-sechs-vorstellungen-all-das-schoene/249006