Leistungen der Frauen nicht übersehen

Leserbrief zu den Schramberger Haushaltsreden

SCHRAMBERG (him) – Bei der Ver­ab­schie­dung des Haus­halts der Stadt Schram­berg hat­te Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog der neu gewähl­ten Spre­che­rin der Frak­ti­on SPD/Buntspecht Tan­ja Wit­kow­ski das Wort mit der Bemer­kung erteilt, das sei eine dop­pel­te Pre­mie­re: Erst­mals hal­te sie eine Haus­halts­re­den und zwei­tens sei dies über­haupt die ers­te Haus­halts­re­de, die eine Frau als Frak­ti­ons­spre­che­rin im Rat hal­te. Ein Irr­tum, wie zahl­rei­che „alte Hasen“ aus der Kom­mu­nal­po­li­tik, wie bei­spiels­wei­se auch Albert Bäu­mer, inzwi­schen fest­ge­stellt haben:

Es ist rich­tig, dass unser OB und jün­ge­re Stadt­rä­te des jet­zi­gen Gemein­de­rats zum ers­ten Mal erleb­ten, dass in Schram­berg eine Frau als Frak­ti­ons­spre­che­rin die Haus­halts­re­de hielt. Das mag ein „his­to­ri­scher Moment” im Gemein­de­rat gewe­sen sein. Es berech­tigt aber nicht, Janu­ar 2016, zum his­to­ri­schen Rück­blick: „Erst­mals hält in Schram­berg eine Frau als Frak­ti­ons­spre­che­rin die Haus­halts­re­de”.

In unse­rer SPD-Frak­ti­on Ende der sieb­zi­ger und Anfang der acht­zi­ger Jah­re war Elfrie­de Wen­del unse­re Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de und hielt auch die Haus­halts­re­den. Bei der Lis­te Bunt­specht war Gabrie­le From­mer zunächst Ein­zel­kämp­fe­rin, spä­ter war sie, im Ver­bund mit ÖDP, Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de und hielt auch die Haus­halts­re­den. Danach wur­de Elke Brez­ger Frak­ti­ons­spre­che­rin.

Kurz­um, Schram­ber­ger Frau­en sind seit etli­chen Jahr­zehn­ten in der Kom­mu­nal­po­li­tik, Sozi­al­po­li­tik, Kul­tur­po­li­tik, Ver­wal­tung, … in füh­ren­den Posi­tio­nen.

Die Wäh­le­rin­nen und Wäh­ler könn­ten bei­tra­gen, dass es mehr wären. Dazu gehört auch, dass die Leis­tun­gen von Frau­en aus den Kampf­zei­ten um Frau­en­bei­rat, Wahl einer Ort­vor­ste­he­rin, Amts­rä­tin, um Frie­dens­po­li­tik als kom­mu­nal­po­li­ti­sche Auf­ga­be, um Kin­der­gär­ten und Spiel­plät­ze usw. nicht gänz­lich über­se­hen wer­den, son­dern dem his­to­ri­schen Gedächt­nis und Bewusst­sein der Stadt erhal­ten blei­ben und den Lesern ver­mit­telt wer­den.

Albert Bäu­mer, Alt­stadt­rat, Schram­berg