Werbung bei der Fasnet: Warnendes Beispiel Sport

Leserbrief zu Leserbrief der Obernarren:

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Trikotwerbung. Archiv-Foto: him

Der Anlass meines Leserbriefes zu Werbung im Fasnetsumzug war ja die Aufschrift auf dem Zugfahrzeug der „Obernarren“ des Sulgens. Die Aufschrift war: „Ein super Karren zieht dem Krattenmacher seine Obernarren“, dabei das AHG- und das BMW- Emblem. Es war somit keine Schleichwerbung, sondern schlichtweg Werbung! Die AHG stellte das Auto, durfte dafür den Tausenden Zuschauern ihr Produkt zeigen. Herr Ganter meint, dass „ohne Unterstützung der örtlichen Geschäftsleute und den zahlreichen Privatleuten eine Brauchtumsveranstaltung heute nicht mehr zu stemmen“ sei.

Hierzu ist folgendes zu sagen:

Unterstützung durch die Geschäfts- und Privatleute ist sicher schön und Zeichen von bürgerschaftlichem Engagement. Unterstützung und Platzierung von Werbung ist aber zweierlei und firmiert meines Erachtens nicht mehr unter bürgerschaftlichem Engagement!

Es mag ja sein, dass Werbung bei der Fasnet nur in geringem Umfang stattfindet, aber ich sehe hier einen Anfang, dass mehr und mehr Werbung im Fasnetsgeschehen erscheint. Dies ist ja seit Jahren beim Sport der Fall. Es scheint, dass keine Sportveranstaltung mehr ohne Sponsoren mehr möglich ist. Diese Sponsoren bestimmen aber dann das Sportgeschehen!  Es resultieren dann so aberwitzige Sachen wie Fußball WM im kleinen heißen Katar oder Endläufe im Schwimmen bei der Olympiade in Rio 23 Uhr. Wer bezahlt, der bestimmt auch wies zu machen ist, eben nachts und in der Hitze.

Die Fasnet ist ja auch mit der Freiheit der Narren verbunden. Die sprichwörtliche „Narrenfreiheit“, soll es den Narren ermögliche (früher sogar den Hofnarren) ungestraft Kritik an den bestehenden Verhältnissen zu üben. Um ungestraft Kritik üben zu können kann man aber nicht finanziell von dem abhängig sein, den man kritisieren will!

Ein abschließendes Beispiel hierzu:

Eine Gruppe plant einen Umzugswagen auf welchem die Abgasbetrügereien der Automobilindustrie dargestellt werden sollen. Diese Idee hätte möglicherweise zur Folge, dass der langjährige Geber des Zugwagens keinen solchen mehr zur Verfügung stellen würde. Würden die Narren dann von dieser Idee Abschied nehmen? Würden sie die „Narrenfreiheit“ dem Kommerz opfern?

Ich meine nur, das Beispiel Sport und Kommerz sollte uns warnen. Ich und wahrscheinlich viele Freunde der Fasnet wollen nicht, dass „unsere Fasnet“ diesen Weg geht!

Werner Klank, Schramberg