„Der Fahrschüler“ – sehr frei nach Johann Wolfgang Goethes „Erlkönig“

Lesergedicht zum Schnellbus 7848

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Der 7484 fährt oft ziemlich leer durchs Land. Archiv-Foto: him
Der 7484 fährt oft ziemlich leer durchs Land. Archiv-Foto: him

SCHRAMBERG  (him) – Außerhalb der Schulzeiten und Pendlerverkehre bedauerlich wenig genutzt fährt stündlich der Bus 7848 zwischen den Bahnhöfen Schiltach und Rottweil hin und her. Unseren Leser Eberhard Pietsch hat dieser Umstand gereizt, und er hat versucht, einen Klassiker umzudichten.

Der Fahrschüler

Wer sauset so spät durch Nacht und Wind,

der Regiobus im Kreis geschwind.

Der Fahrer schaut, ob ein Fahrgast winkt,

der Bus ist leer, der Fahrplan bestimmt.

 

Bleib im Takt, so lautet das Gebot,

schön warm, mit WLAN, total kommod.

Doch die Linie wird nicht angenommen,

nicht zum Zug, ins Heim will man kommen.

 

Der Kreistag schmollt, das Land bezahlt,

Umwelt ist wichtig, Rest ist egal,

der Bus verbraucht Diesel, dass es kracht,

wen stört‘s, der Hermann hat’s so gemacht.

 

Derweil Schüler und Eltern darben,

viele Schülerfahrten starben.

Ringzug und Tarifverbund sind heilig,

Schüler haben es nicht so eilig.

 

Das flache Land soll weiterleben,

heißt es immer in Sonntagsreden.

Für Fledermäuse ist Geld locker,

für Schüler fehlt im Bus der Hocker.

 

Krankenhäuser schluckten Millionen,

jetzt tut die Steuer uns belohnen.

Warum noch sparen bei den Kleinsten,

wir können uns die Busse leisten!

 

Eberhard Pietsch, Schramberg, Kreisrat