Blanker Egoismus findet auch noch Recht vor Verwaltungsgericht“

Leserbrief zu: „Vorläufiger Baustopp fürs Ärztehaus in Schramberg“ vom 8. Juli 2016

Reines Wohngebiet, sagen die Verwaltungsrichter. Foto: him

Mit Ent­set­zen und völ­li­gem Unver­ständ­nis habe ich von dem vor­läu­fi­gen Bau­stopp fürs Med­zen­trum durch das Ver­wal­tungs­ge­richt in Frei­burg gele­sen.

Hier wur­de dem blan­ken Ego­is­mus zwei­er Nach­barn mehr Gewicht gege­ben, als der Siche­rung der medi­zi­ni­schen Grund­ver­sor­gung einer gan­zen Regi­on.

Nicht nur für mich völ­lig unver­ständ­lich, da die betref­fen­den Per­so­nen bei Erwerb oder Bezug ihrer „Häus­le“ direkt neben einem Fir­men­kom­plex der Fir­ma Carl Haas GmbH Ein­zug nah­men. Die­se Fir­ma wur­de bereits 1904 gegrün­det und stän­dig erwei­tert. Bis zuletzt arbei­te­ten dort über 350 Men­schen, die mit Pkw zur Arbeit gin­gen und der Lie­fer­ver­kehr war auch nicht gering. Von der Fa. Jung­hans ganz zu schwei­gen.

Also wuss­ten die Klä­ger, in wel­chen „Gebiets­cha­rak­ter“ des Wohn­ge­biets sie ein­zo­gen. Und jetzt soll ein Med­zen­trum die­ses dama­li­ge „Wohl­ge­fühl“ ver­schlech­tern? Das ist lächer­lich und Ego­is­mus pur !

Solch eine Ent­schei­dung kön­nen nur Rich­ter im fer­nen Frei­burg fäl­len, wo freie Arzt­wahl besteht und sich in jedem Stra­ßen­zug eine Pra­xis befin­det. Aber nicht hier auf dem Lan­de, wo die med. Grund­ver­sor­gung einer Regi­on auf dem Spiel steht.

Dem gilt es Ein­halt zu gebie­ten. Auch die Klä­ger wer­den ein­mal alt und krank und müs­sen dann auch wei­te Wege und lan­ge War­te­zei­ten in Kauf neh­men.

Wo ist der Pro­test der Initia­ti­ve „Pro Regi­on Schram­berg“, die die Inter­es­sen vie­ler ver­tritt gegen den Ego­is­mus von eini­gen weni­gen ?

Ange­li­ka Huber, Schram­berg