Wer in den letzten Wochen von Weitem auf Rottweil schaute, musste sich über den gespaltenen Stand des Rathauses in der Öffentlichkeit wundern: ständige erwartungsfrohe Berichterstattung zum Thyssen-Turm, wovon ja immer etwas an Herrn Broß hängen bleibt, dem Wirtschaftsförderer; dagegen die kleinlichen und streberhaften Bemühungen, eine Veranstaltung der AfD vor der Bundestagswahl in Rottweil zu verhindern, die wohl von Herrn Dr. Ruf zu verantworten sind, dem Juristen.

Wer nun die Plattitüden der RednerIn am Montag gehört hat, versteht den großen Lärm nicht, den die Verantwortlichen im Rathaus der angeblichen Alternative für Deutschland als kostenfreie Wahlwerbung beschert haben. Wir müssen vielmehr zur Kenntnis nehmen, dass eine Reihe von Meinungen der Repräsentanten dieser Partei mit unserer Wirklichkeit zu tun haben.

Wenig ist in Ordnung in unserem Umgang mit den Ausländern und Flüchtlingen aus aller Welt. Oder haben Sie schon einmal eine Dreizimmerwohnung für eine Familie aus Sri Lanka gesucht? Nichts ist in Ordnung an unserem Umgang mit der Umwelt. Oder bedenken Sie bei jeder Autofahrt die Folgen, die Sie damit der Umwelt bereiten? Kaum etwas ist in Ordnung, wenn wir in Deutschland ‘gut und gerne leben’ wollen. Oder haben Sie immer die himmelweiten Unterschiede zwischen unseren und den Lebensverhältnissen beispielsweise in Bangladesch vor Augen?

Nun meine ich nicht, dass die AfD auch nur ansatzweise eine Antwort auf diese Fragen bietet. Aber das gehässige Geschwurbel ihrer Funktionäre führt dem aufmerksamen Betrachter doch vor Augen wie sehr er ‘im Falschen’ lebt und weshalb er diese Partei nicht wählen darf.

Herr Broß, Herr Dr. Ruf, trauen Sie uns doch zu, diese Partei selbst zu beurteilen und zwar aus der direkten Anschauung. Gerne auch in der Stadionhalle!”

Bernhard Pahlmann, Rottweil