Es ist richtig: Die Kriminalpolizeidirektion muss in Rottweil bleiben und die Verkehrspolizeidirektion in Zimmern o.R. Dass sich unsere Landtagsabgeordneten Stefan Teufel (CDU) und Gerhard Aden (FDP) beim Staatssekretär im Landesinnenministerium, Martin Jäger, dafür einsetzen, ist ohne Wenn und Aber zu begrüßen. Dass sie darüber nach dem Motto berichten: „Tue Gutes und rede darüber“, ist völlig legitim.

Dennoch haftet der ganzen Aktion auch etwas Eigenartiges an: Wie selbstverständlich steht rechts neben dem Staatssekretär der AfD-Abgeordnete Emil Sänze. Als ob dieser AfD-Funktionär Sänze Abgeordneter einer ganz normalen Partei wäre. Sänze steht im Landkreis Rottweil für die Partei, die im Wahlkreis Rottweil-Tuttlingen einen äußerst rechts angesiedelten Bundestagskandidaten nominiert hat, der sich wiederum öffentlich von Björn Höcke unterstützen lässt. Wo die AfD im Kreis Rottweil sich damit selber politische ansiedelt, dürfte vor diesem Hintergrund keine Frage mehr sein.

Dass nun aber die Landtagsabgeordneten von CDU und FDP sich ganz selbstverständlich öffentlich mit einem Vertreter einer ganz rechts Außen stehenden politischen Gruppierung zeigen, lässt schon aufhorchen. Die CDU und die FDP hätten den Termin problemlos alleine wahrnehmen können. Dass sie den AfD-Abgeordneten Sänze hinzuziehen und ihn damit salonfähig machen, erschreckt zutiefst.

Haben die CDU und die FDP tatsächlich keine Hemmungen mehr? Soll mit derartigen Bildern – sogar mit einem Vertreter der grün-schwarzen Landesregierung – gar in einer Art Salamitaktik darauf hingearbeitet werden, dass es für die Wählerinnen und Wähler ganz normal wird, dass CDU, FDP und AfD zusammenwirken – vielleicht bis hin zu einer gemeinsamen Landesregierung?

Bleibt nur zu hoffen, dass sich dies als einmaliger politischer Ausrutscher – wenn auch sehr schwerwiegender Natur – entpuppt. Für alle Demokraten muss mit Blick auf die AfD gelten: Wehret den Anfängen und steht zusammen gegen die Populisten von rechts!

Mirko Witkowski, Schramberg